Diplomarbeit, 2010
243 Seiten, Note: 2,0
I EINLEITUNG 6
II THEORETISCHER RAHMEN 8
1. GEWALT 8
1.1 Begriffsklärung 8
1.2 Klassische Ursachenmodelle von Gewalt 13
1.2.1 Trieb- und Instinkttheorie 13
1.2.2 Frustrations- und Aggressionshypothese 14
1.2.3 Lerntheorie 16
1.3 Kindheit und Gewalt 18
1.3.1 Der familiäre Kontext für die Entstehung von aggressiven Verhaltensweisen 19
1.3.2 Schule und Kindergarten als Kontext für aggressives Verhalten von Kindern 21
1.3.3 Gewalt im gesellschaftlichen Kontext 24
2. GEWALTPRÄVENTION 25
2.1 Begriffsklärung 25
2.2 Möglichkeiten der Gewaltprävention bei Kindern 27
2.2.1 Personenzentrierte Prävention 29
2.2.2 Familienzentrierte Prävention 31
2.2.3 Außerfamiliäre Präventionsansätze 33
III STAND DER EMPIRISCHEN FORSCHUNG 36
1. FAMILIENZENTRIERTE PRÄVENTIONSPROGRAMME 36
1.1 Programme der Frühprävention 36
1.2 Elternprogramme 39
2. AUSSERFAMILIÄRE PRÄVENTIONSPROGRAMME 43
IV FRAGESTELLUNG DER UNTERSUCHUNG 49
V BESCHREIBUNG DES PROGRAMMS “FAUSTLOS“ 51
VI QUALITATIVE EVALUATION ALS METHODISCHER ANSATZ 57
1. GRUNDPRINZIPIEN UND GÜTEKRITERIEN QUALITATIVER FORSCHUNG 57
2. FORSCHUNGSDESIGN 59
3. UNTERSUCHUNGSVERFAHREN 60
3.1 Fallbestimmung 60
3.2 Erhebungsverfahren 61
3.3 Aufbereitungsverfahren 65
3.4 Auswertungsverfahren 66
VII DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE 69
1. PROFILE DER KINDERGÄRTEN 69
2. CHARAKTERISTIKA DER ZIELGRUPPE 71
3. VERGLEICHENDE THEMATISCHE AUSWERTUNG DER EINZELFALLDARSTELLUNGEN 73
3.1 Gestaltung des FAUSTLOS-Unterrichtes 74
3.2 Erfahrungen während der Umsetzung von FAUSTLOS 75
3.2.1 Resonanz und Umgang der Kinder mit FAUSTLOS 75
3.2.2 Altersbezogene Erfahrungen 78
3.2.3 Geschlechtsbezogene Erfahrungen 80
3.2.4 Einbindung der Eltern 82
3.2.5 Kritik 83
3.3 Wirksamkeit des Projektes 87
3.4 Bilanzierung 90
4. EVALUATION DES PROJEKTES 94
VIII SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK 98
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit besteht in der qualitativen Evaluation des Gewaltpräventionsprogramms „FAUSTLOS“ an Kindergärten und Kindertagesstätten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie Erzieherinnen das Programm wahrnehmen, welche Erfahrungen sie in der Umsetzung sammeln und wie sie dessen pädagogischen Nutzen sowie Wirksamkeit beurteilen.
DAS PRÄVENTIONSPARADOX WIE MACHT MAN SICHTBAR, DASS ETWAS VERSCHWINDET?
„Eine gelungene Prävention erkennt man daran, dass man ihre Wirkung nicht mehr sieht. Wenn alles gewirkt hat, wie es sollte, dann hat niemand ein Problem gehabt, niemand etwas gemerkt. Sofort wird sich dann die Frage gestellt, wozu man denn diesen aufwändigen Kurs, dieses Training, diese Schulung, diese Supervision überhaupt gebraucht hat – es gab doch gar kein Problem. Das ist natürlich falsch, aber es ist verständlich, denn das Leben hat keine Kontrollgruppe, leider.
Wir sehen niemals, wie das Leben verlaufen wäre, wenn dieses oder jenes nicht so gewesen wäre, wie es eben tatsächlich war. Und so sehen wir insbesondere niemals, ob die Vorbeugung, die wir uns geleistet haben, wirklich nötig war, weil wir nicht wissen, wie es ohne sie gekommen wäre.“ (Greve 2010, S. 9).
I. EINLEITUNG: Einleitende Darstellung der Problemstellung hinsichtlich Gewalt bei Kindern und die Einführung in das Programm FAUSTLOS als Evaluationsgegenstand.
II. THEORETISCHER RAHMEN: Fundierte Auseinandersetzung mit Gewalt- und Aggressionsbegriffen, Ursachenmodellen sowie verschiedenen Präventionsansätzen in Familie und Institutionen.
III. STAND DER EMPIRISCHEN FORSCHUNG: Übersicht über bestehende Präventionsprogramme und deren wissenschaftliche Evaluierungsergebnisse.
IV. FRAGESTELLUNG DER UNTERSUCHUNG: Formulierung der Forschungsfrage und der daraus abgeleiteten leitenden Erkenntnisinteressen.
V. BESCHREIBUNG DES PROGRAMMS „FAUSTLOS“: Detaillierte Vorstellung des Konzepts, der Ziele, des Aufbaus und der methodischen Vorgehensweise des Programms.
VI. QUALITATIVE EVALUATION ALS METHODISCHER ANSATZ: Begründung und Beschreibung der gewählten Forschungsmethodik zur Erfassung subjektiver Wahrnehmungen der Erzieherinnen.
VII. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Präsentation der Ergebnisse basierend auf den Kindergartenprofilen, den Einzelfalldarstellungen und der thematischen Auswertung.
VIII. SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK: Zusammenfassende Interpretation der gewonnenen Erkenntnisse und Empfehlungen für die weitere Praxis und Forschung.
Gewaltprävention, Aggression, Kindergarten, Faustlos, qualitative Evaluation, Erzieherinnen, Empathieförderung, Impulskontrolle, soziales Lernen, Frühprävention, Sozialisation, Pädagogik, Konfliktlösung, Elternarbeit, Bindungsforschung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Evaluation des Gewaltpräventionsprogramms „FAUSTLOS“, welches speziell für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter konzipiert wurde, um soziale Kompetenzen zu stärken.
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Klärung von Gewaltphänomenen bei Kindern, verschiedene Präventionsmodelle sowie eine qualitative Untersuchung der praktischen Anwendung und Akzeptanz des Programms „FAUSTLOS“ aus Sicht von Erzieherinnen.
Das Ziel ist die Erhebung und Analyse subjektiver Erfahrungsberichte und Deutungsmuster von Erzieherinnen, um zu verstehen, wie das Programm im pädagogischen Alltag wahrgenommen, umgesetzt und bewertet wird.
Die Autorin verwendet einen qualitativen Forschungsansatz, namentlich die Einzelfallanalyse nach Mayring, gestützt durch Experteninterviews mit pädagogischen Fachkräften in Kindergärten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, den Stand der empirischen Forschung, die detaillierte Beschreibung des Programms „FAUSTLOS“ sowie die methodische Herleitung und die anschließende Auswertung der durchgeführten Interviews.
Wichtige Begriffe sind Gewaltprävention, Empathieförderung, Impulskontrolle, qualitative Evaluation, soziale Kompetenzen und frühkindliche Sozialisation.
Die Erzieherinnen beurteilen den Aufbau und die Materialien (Koffer, Handpuppen) generell als schlüssig, sehr gut strukturiert und praxisnah, wenngleich finanzielle Kosten und zeitliche Engpässe als Herausforderungen genannt wurden.
Die Erzieherinnen berichten, dass die Kinder sensibler für Gefühle wurden, allerdings ist die Übertragung des theoretisch Gelernten auf akute Konfliktsituationen im Alltag oft schwierig und erfordert häufig noch eine begleitende Unterstützung durch die Fachkräfte.
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