Examensarbeit, 2009
79 Seiten, Note: 1,5
1 Zur Themenwahl – Eignet sich Behindertensport für den Sportunterricht?
2 Didaktische und methodische Analyse
2.1 Bezug zum Bildungsplan und Lernzielbestimmung
2.1.1 Wissen, Sozial- und Personalkompetenz in Bezug auf Behinderte
2.1.2 Allgemeine Sozial- und Personalkompetenz
2.1.3 Kompetenz in Bezug auf die Wahrnehmung und den eigenen Körper
2.1.4 Weitere angestrebte Kompetenzen
2.2 Bedingungsanalyse
2.2.1 Lerngruppe
2.2.2 Situative Rahmenbedingungen
2.3 Methodisch-didaktische Vorüberlegungen
2.3.1 Aufbau der Einheit in Bezug auf die Lernziele
2.3.2 Weitere methodische Überlegungen
2.3.3 Kontrolle der Lernzielerreichung
3 Dokumentation der Unterrichtseinheit
3.1 Übersicht über den geplanten Aufbau der Einheit
3.2 Stunde 1 & 2: Sport mit körperlicher Behinderung der Gliedmaßen
3.3 Stunde 3 & 4: Sport mit schwerer körperlicher Behinderung – Spielen mithilfe von Rollstuhl und Rollbrett
3.4 Stunde 5 & 6: Sport mit Sinnesbehinderungen – Spielen in blindem Zustand
3.5 Stunde 7 & 8: Sport mit Sinnesbehinderungen – Vertiefung des Spielens in blindem Zustand
3.6 Sport mit Behinderten – das Goalballturnier
4 Reflexion der Einheit
4.1 Überprüfung der Lernziele
4.2 Allgemeine Bewertung und Diskussion der Einheit
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Sensibilisierung von Schülern einer 7. Klasse für die Lebenswelt behinderter Menschen durch praktisches Erleben. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit durch das künstliche Erzeugen von Handicaps im Sportunterricht ein Abbau von Vorurteilen, die Förderung von Sozialkompetenzen und die Entwicklung eines neuen Körperbewusstseins erreicht werden kann.
1 Zur Themenwahl – Eignet sich Behindertensport für den Sportunterricht?
Behindertensport im Unterricht mit Nichtbehinderten? Wieso das denn mag man fragen. Behindertensport gehört schließlich weder zum klassischen Schulsportkanon, noch verbirgt sich dahinter ein neuer Trend, der über den Freizeitsport der Schüler und Sportlehrer langsam seinen Weg in den Sportunterricht findet. Behindertensport, dahinter steckt überhaupt keine bestimmte Sportart, sondern eine Fülle an Sportarten. Häufig sind das klassische Sportarten in abgewandelter Form, teils sind das auch eigens entwickelte Sportarten, die von einer bestimmten Gruppe, nämlich Menschen mit Behinderungen, betrieben werden.
Die Tatsache, dass es eine Vielzahl verschiedener Behinderungen mit unterschiedlichen Schweregraden gibt, im Wesentlichen unterscheidet man körperliche Behinderungen (z.B. Amputationen, Lähmungen, cerebrale Bewegungsstörungen), Sinnesbehinderungen (z.B. Blindheit, Gehörlosigkeit) und geistige Behinderungen (vgl. Scheid, 2002), trägt weiterhin dazu bei, dass der Behindertensport sehr viele unterschiedliche Facetten aufweist. Es stellt sich also zunächst die Frage, wie man überhaupt darauf kommt Behindertensport in der Schule mit Nichtbehinderten durchzuführen und was man sich davon verspricht.
Im weiteren Verlauf wird sich dann daraus resultierend die Frage stellen, wie man aus dem etwas unübersichtlich und weitläufig erscheinenden Bereich Behindertensport eine sinnvolle Auswahl für den Sportunterricht trifft. Im Folgenden wollen wir uns zunächst der Beantwortung der ersten Frage widmen. Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann, so lautet ein Zitat von Richard von Weizsäcker. Wie schnell sich das bewahrheiten kann, habe ich durch eigene Erfahrung im Bekanntenkreis erlebt. Durch meine langjährige Erfahrung als Leiter einer sich wöchentlich treffenden kirchlichen Kinder- bzw. Jugendgruppe bin ich schon recht frühzeitig in Kontakt mit Behinderten gekommen, so z.B. einem geistig behinderten Jungen. Da ich schon immer eine große Begeisterung für Sport an den Tag legte, gehörte Sport, v.a. in Form von Spielen, natürlich auch sehr oft zum Programm in unserer Gruppenstunde.
1 Zur Themenwahl – Eignet sich Behindertensport für den Sportunterricht?: Dieses Kapitel beleuchtet die Motive für die Thematisierung von Behindertensport im Schulsport und hinterfragt den Stellenwert sowie das Potenzial integrativer Sportangebote.
2 Didaktische und methodische Analyse: Hier wird der Bezug zum Bildungsplan hergestellt, eine Lerngruppen- und Bedingungsanalyse durchgeführt und das methodische Konzept der Unterrichtseinheit inklusive der Lernziele definiert.
3 Dokumentation der Unterrichtseinheit: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert den geplanten Verlauf der acht Sportstunden sowie die abschließende Exkursion, ergänzt durch reflektierende Kommentare zu den durchgeführten Aktivitäten.
4 Reflexion der Einheit: Hier erfolgt eine zusammenfassende Auswertung der Lernziele durch einen Vergleich von Fragebogenergebnissen vor und nach der Einheit sowie eine abschließende Diskussion der gesamten Unterrichtsreihe.
Behindertensport, Schulsport, Inklusion, Sozialkompetenz, Körperwahrnehmung, Goalball, Blindenfußball, Rollbrett, Bewegungsabläufe, Empathie, Behindertenpädagogik, Unterrichtseinheit, Sportdidaktik, Sensibilisierung, Integration.
Die Arbeit dokumentiert einen Unterrichtsversuch in einer 7. Klasse, bei dem Behindertensportarten mit nicht behinderten Schülern durchgeführt werden, um deren soziale und personale Kompetenzen zu fördern.
Die zentralen Themenfelder sind die Vermittlung von Empathie, der Abbau von Vorurteilen gegenüber Behinderten sowie die Schulung der Wahrnehmung und des Körperbewusstseins durch den kontrollierten Einsatz von Handicaps.
Das primäre Ziel ist die Sensibilisierung der Schüler für die Lebenswelt von Menschen mit Behinderungen und die Förderung von sozialem Handeln durch die Erfahrung von körperlichen und sensorischen Einschränkungen.
Die Arbeit basiert auf einer didaktisch-methodischen Analyse des Sportunterrichts und einer empirischen Begleitforschung mittels Fragebögen, die vor und nach der Einheit ausgefüllt wurden, um Veränderungen in der Einstellung und Wahrnehmung der Schüler zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine didaktische Konzeption, die tabellarische Dokumentation des konkreten Unterrichtsverlaufs für acht Doppelstunden und die anschließende kritische Reflexion des Geleisteten.
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Behindertensport, Integration, Sozialkompetenz, Wahrnehmungsschulung und Schulsportdidaktik.
Diese Altersgruppe befindet sich in einer Phase der Pubertät, in der sich die Schüler zunehmend von vorgegebenen Mustern lösen und entwicklungsbedingt besser in der Lage sind, Empathie und Perspektivübernahme zu trainieren.
Die Wirksamkeit wurde durch anonyme, schriftliche Fragebögen sowie durch qualitative Beobachtungen und Reflexionsgespräche während der einzelnen Unterrichtsstunden überprüft.
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