Examensarbeit, 2010
114 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Außerschulische Lernorte im Geographieunterricht
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Außerschulische Lernorte im Wandel der Zeit
2.3 Motive und didaktische Kategorien außerschulischer Lernorte
2.3.1 Rückgewinnung von Erfahrungsräumen
2.3.2 Umweltbezug des Lernens
2.3.3 Situationsbezogenes Lernen
2.3.4 Fächerübergreifendes Lernen
2.3.5 Projektunterricht
2.3.6 Entdeckendes Lernen
2.4 Didaktische Überlegungen
2.4.1 Struktur- und Qualitätsmerkmale von außerschulischen Lernorten
2.4.2 Lernchancen vor Ort
2.4.3 Erreichbare Lernziele
2.4.4 Mögliche Probleme
2.4.5 Veränderte Lehrerrolle
2.4.6 Vorbereitungs-, Durchführungs- und Nachbereitungsphase
2.4.7 Didaktischer Ort des außerschulischen Lernorts
2.5 Klassifikation außerschulische Lernorte
2.6 Ein Blick auf die Bildungsstandards und den Bildungsauftrag der Geographie
3. Die Landwirtschaft
3.1 Die Bedeutung der Landwirtschaft in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
3.2 Die Bedeutung der Milchwirtschaft
3.3 Zur Vereinbarkeit von Erlebnispädagogik und dem Lernort Bauernhof
3.4 Die Verankerung der Landwirtschaft im Lehrplan Rheinland-Pfalz
3.5 Lernort Bauernhof: Rechtfertigung eines Besuchs
3.5.1 Gründe für die Nachfrage
3.5.2 Gründe für das Angebot
3.5.3 Zeitlicher Rahmen des Angebots
4. Praxisteil: Besuch eines landwirtschaftlichen Großbetriebes
4.1 Vorbereitungsphase
4.1.1 Erste Stunde (Freitag)
4.1.2 Zweite Stunde (Dienstag)
4.1.3 Dritte Stunde (Freitag)
4.2 Durchführungsphase
4.2.1 Zeitlicher Ablauf des Tages
4.2.2 Unterrichtsgang (Dienstag)
4.3 Nachbereitungsphase
4.3.1 Reflexion und Auswertung des Unterrichtgangs (Freitag)
4.3.2 Präsentation mit anschließender Evaluation (Dienstag)
5. Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung außerschulischer Lernorte – insbesondere des Bauernhofs – für einen handlungsorientierten Geographieunterricht wissenschaftlich zu begründen und durch ein konkretes Fallbeispiel in die Praxis zu überführen.
2.1 Begriffsbestimmung
Der Begriff „außerschulischer Lernort“ bezeichnet einen Ort, der sich außerhalb der Schule befindet und an dem es etwas zu lernen gibt. Diese etwas nonchalante Erklärung zeigt aber ganz ungeschminkt, was viele Autoren zu erklären versuchen: „Lernorte außerhalb des Schulgebäudes wie auch unabhängig von der Schule als Institution sind Orte, an denen sich unmittelbare Begegnungen mit der räumlichen Realität ereignen kann.“3 Die „unmittelbaren Begegnungen“ haben den positiven Nebeneffekt, dass sie viele verschiedene Sinne ansprechen, sodass sich ein ganzheitliches Lernen einstellen kann. Bereits im 16., 17. und 18. Jahrhundert wurde das Lernen mit allen Sinnen als eine der wichtigsten Aspekte in der kindlichen Förderung erkannt4:
I. Als einer der ersten Pädagogen wies Johann Amos Comenius (1592-1670) darauf hin, dass Wissen auf Sinneswahrnehmung basiert.
II. Der Philosoph John Locke (1632-1704) verkündete: "Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war". Er ging jedoch noch von einer Zweiteilung des Menschen in sinnliche und geistige Kräfte aus.
III. In seinem berühmten Erziehungsroman "Emile" widmete der Philosoph Jean Jacques Rousseau (1712-1778) ein Kapitel der "Übung der Organe und Sinne" (Rousseau 1975).
IV. Und den heute viel zitierten Spruch "Lernen mit Kopf, Herz und Hand" verdanken wir dem Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Entfremdung von Kindern gegenüber der Natur und elementaren Produktionsprozessen sowie die Notwendigkeit, dem durch handelnden Unterricht entgegenzuwirken.
2. Außerschulische Lernorte im Geographieunterricht: Dieses Kapitel analysiert theoretisch und didaktisch die Bedeutung von Orten außerhalb der Schule, inklusive der historischen Entwicklung, Strukturmerkmale und der veränderten Lehrerrolle.
3. Die Landwirtschaft: Hier wird der historische Wandel der Landwirtschaft von der Steinzeit bis heute dargestellt und die Notwendigkeit von Nachhaltigkeit, ökologischem Landbau und moderner Milchwirtschaft diskutiert.
4. Praxisteil: Besuch eines landwirtschaftlichen Großbetriebes: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die dreiphasige Planung (Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung) einer konkreten Exkursion zu einem Bauernhof für eine fünfte Klasse.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Chancen des Lernens an außerschulischen Orten und appelliert trotz zeitlicher Belastungen an Lehrkräfte, dieses Instrument zur ganzheitlichen Bildung zu nutzen.
Außerschulischer Lernort, Geographieunterricht, Landwirtschaft, Bauernhof, Handlungsorientierung, Erlebnispädagogik, Ganzheitliches Lernen, Vorbereitungsphase, Didaktische Analyse, Nachhaltigkeit, Milchwirtschaft, Projektunterricht, Lehrerrolle, Unterrichtsgang, Kompetenzentwicklung
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Nutzen von außerschulischen Lernorten, speziell von landwirtschaftlichen Betrieben, für den Geographieunterricht in der Sekundarstufe.
Im Fokus stehen die Didaktik des handlungsorientierten Lernens, der Wandel der Landwirtschaft sowie die praktische Implementierung von Exkursionen in den Schulalltag.
Ziel ist der Nachweis, dass der Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebs Schülern ermöglicht, handlungsorientiert zu lernen und eine realistischere Verbindung zur Landwirtschaft aufzubauen.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse zur Erlebnispädagogik und Geographiedidaktik führt die Autorin eine Umfrage unter Lehrkräften durch und konzipiert ein praktisches Unterrichtsmodell.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte didaktische Begründung für außerschulische Lernorte und eine tiefgehende Analyse der modernen Landwirtschaft, inklusive eines konkreten Praxiskonzepts.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Außerschulischer Lernort, Bauernhof, Handlungsorientierung und Erlebnispädagogik geprägt.
Der Bauernhof bietet als „unverfälschte Wirklichkeit“ die Chance, den Schülern theoretische Inhalte in den Dimensionen von Kopf, Herz und Hand unmittelbar erfahrbar zu machen.
Der Lehrer wandelt sich vom reinen Instrukteur zum „Hintergrundlehrer“ und Beobachter, der den Schülern Raum für eigenes Entdecken lässt und als Vermittler zwischen Experten und Klasse fungiert.
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