Examensarbeit, 2010
74 Seiten, Note: 13
1. Einleitung
2. HipHop
2.1 Historische Entwicklung
2.1.1 Musikalische Vorläufer
2.1.2 Der Cross-Bronx-Expressway – Das Gesicht der postindustriellen Stadt
2.1.3 Old School – Die Geburtsstunde des Hip-Hops
2.1.4 New School
2.1.5 Global HipHop
2.2 HipHop-Kultur
2.2.1 HipHop und die Großstadt
2.2.2 HipHop und das Ghetto
2.2.3 HipHop als Repräsentation Marginalisierter
2.2.4 Kulturelle Praktik
3. Informelle Bildung
3.1 Was ist informelle Bildung?
3.2 Orte Informeller Bildung
3.2.1 Familie
3.2.2 Peer-Group
3.2.3 Medien
3.3 Dimensionen informeller Bildung
3.3.1 Teilhabe und Verantwortung
3.3.2 Wirksamkeit des eigenen Handelns und der Veränderbarkeit der Verhältnisse
3.3.3 Aneignung und Gestaltung von Räumen
3.3.4 Kulturelle Praxis
3.3.5 Lebensbewältigung
3.4.Relevanz informeller Bildung im aktuellen Bildungsdiskurs
4. Lernpotential im HipHop
4.1 HipHop als Kultur des Widerstands
4.2 Sexismus im HipHop
4.2.1 Wie kam der Sexismus in den HipHop?
4.2.2 Wieso verschwindet der Sexismus nicht wieder aus dem HipHop?
4.3. HipHop-als Lebenswelt und Wertegemeinschaft
5. HipHop-Tanz als Medium informeller Bildung
5.1 HipHop-Tanztechniken: Breaking, Popping und Locking
5.2 Wie kann durch HipHop-Tanz informell gelernt werden
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die HipHop-Kultur als einen potenziellen Raum für informelle Bildungsprozesse bei Kindern und Jugendlichen. Ausgehend von der zentralen Fragestellung, was Jugendliche aus HipHop lernen können und wie dieser Lernprozess abläuft, wird erforscht, inwiefern die Praxis dieser Jugendkultur – insbesondere der Tanz – zur Kompetenzentwicklung und Identitätsbildung beiträgt.
2.1.2 Der Cross-Bronx-Expressway – Das Gesicht der postindustriellen Stadt
Die Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 1960er Jahre hatte die Missstände und Ungleichbehandlung innerhalb der amerikanischen Gesellschaft in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Allerdings wurde die Bewegung zum Teil gewaltsam niedergeschlagen und einige ihrer Führer sogar umgebracht. Die daraus entstandene Hoffnungslosigkeit drückte sich in einer „geistigen Verwahrlosung“ (Kage, 2009, S. 31-32) innerhalb der afroamerikanischen Gemeinschaft aus. Aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen in der Arbeitsökonomie (Maschinisierung der Produktionsprozesse) rutschten viele Schwarze während der 1970er Jahre noch tiefer in die Armut (vgl. Kage, 2009, S. 31-32). Dazu gaben städtebauliche Maßnahmen der postindustriellen Stadt ihr Gesicht. Der New Yorker Stadtteil Bronx, in der Mitte der 1970er Jahre der Hip-Hop geboren wird, ist besonders von ihnen betroffen. Bereits in den 1960er Jahren wird mit dem Bau des so genannten Cross-Bronx-Expressway begonnen. Das ist eine Autobahn, die quer durch die South Bronx führt. Diese bedeutete, dass, „nur“ um die Infrastruktur der Region zu verbessern, und den Verkehr zu entlasten, ein Wohngebiet nahezu unbewohnbar gemacht wurde.
Der Cross-Bronx-Expressway wird größten Teils dafür verantwortlich gemacht, dass die South Bronx in den 1970er Jahren zunehmend verwahrlost. Nach seiner Fertigstellung zogen diejenigen Bewohner, die es sich leisten konnten, weg. Aus diesem Grund verblieben dort vor allem Angehörige ethnischer Minderheiten. So entwickelten die Jugendlichen aus der Bronx eine Art „trotzigen Stolz“ auf ihr Stadtviertel und sahen sich in der Pflicht ihr Revier zu verteidigen (vgl. Verlan, 2003, S. 7). Diese Art des Lokalpatriotismus lässt sich bis heute in sozial schwächeren Stadtvierteln überall auf der Welt (auch in Deutschland) beobachten. Der HipHop bot und bietet hier eine Möglichkeit, auf unterschiedliche Weise die Geschichten und das Lebensgefühl der unmittelbaren Umgebung nachzuerzählen und ausdrücken zu können.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, definiert HipHop als globale Jugendkultur und stellt die Forschungsfrage nach den informellen Bildungspotenzialen innerhalb dieser Kultur.
2. HipHop: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des HipHop, seine Entstehung aus sozioökonomischen Missständen und die kulturellen Kernpraktiken.
3. Informelle Bildung: Hier werden Definitionen und Dimensionen informeller Bildung im Kontrast zur formalen Bildung sowie deren zentrale Orte (Familie, Peer-Group, Medien) analysiert.
4. Lernpotential im HipHop: Das Kapitel untersucht HipHop als Kultur des Widerstands, setzt sich kritisch mit Sexismus auseinander und betrachtet HipHop als eine Wertegemeinschaft.
5. HipHop-Tanz als Medium informeller Bildung: Hier wird der Fokus auf spezifische Tanztechniken wie Breaking, Popping und Locking gelegt und aufgezeigt, wie durch die tänzerische Praxis informell gelernt werden kann.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und bestätigt HipHop als einen bedeutenden, wenn auch ambivalentes Raum für informelle Bildung und Identitätsentwicklung.
HipHop, Informelle Bildung, Jugendkultur, Tanz, Breaking, Soziale Kompetenz, Identität, Widerstand, Ghetto, Afroamerikanische Geschichte, Peer-Group, Medien, Empowerment, Sexismus, Bildungsdiskurs
Die Arbeit untersucht HipHop nicht nur als popkulturelles Phänomen, sondern analysiert das Lernpotenzial, das in dieser Jugendkultur steckt, insbesondere unter dem Aspekt informeller Bildungsprozesse.
Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung des HipHop, die Bedeutung von Peer-Groups und Medien als Bildungsorte sowie die spezifische Rolle der HipHop-Tanzstile als Medium zur Kompetenzentwicklung.
Die zentrale Fragestellung lautet, was Kinder und Jugendliche durch die Auseinandersetzung mit HipHop lernen können und auf welche Weise diese Lernprozesse informell stattfinden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse, bei der Fachliteratur zu den Bereichen Jugendkultur, HipHop-Geschichte und Bildungsforschung ausgewertet und in einen pädagogischen Kontext gesetzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung informeller Bildung, die Analyse von HipHop als Wertegemeinschaft und Widerstandskultur sowie die praktische Untersuchung des HipHop-Tanzes als Lernmedium.
Die wichtigsten Begriffe sind HipHop, informelle Bildung, Peer-Group, Identitätsbildung, Breaking, soziale Kompetenz, Widerstandskultur und Tanzpädagogik.
Der Autor erkennt den Sexismus als ein ernsthaftes Problem an, das aus historischen Identitätskonflikten resultiert, betont jedoch, dass die Auseinandersetzung damit innerhalb der Szene oft hinter dem "höheren" Ziel des Kampfes gegen Rassismus zurücksteht.
HipHop bietet einen Raum der "dritten Sphäre", in dem Jugendliche zwischen den Normen ihres Elternhauses und denen der Mehrheitsgesellschaft eine eigene, anerkannte Identität jenseits starrer Zuschreibungen entwickeln können.
Die Peer-Group ist der zentrale Ort, an dem Jugendliche ohne formale Anleitung durch Schule oder Eltern eigene Ziele setzen, Feedback erhalten, Verantwortung übernehmen und durch das Battle-Prinzip soziale Kompetenzen erwerben.
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