Magisterarbeit, 2009
100 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Postmoderne – ein Überblick
2.2. Unsere postmoderne Moderne
2.3. Merkmale postmoderner Ästhetik
3. Postmoderner Film – eine Bestandsaufnahme
3.1. Forschungsstand und Quellenkritik
3.2. Wovon verabschiedet sich der postmoderne Film?
3.3. Jens Eder - Oberflächenrausch
3.4 Jürgen Felix – Postmoderne im Kino
3.5 Ritvan Sentürk – Postmoderne Tendenzen im Film
3.6. Helmut Merschmann - Von Fledermäusen und Muskelmännern
3.7. Anthrin Steinke - Aspekte postmodernen Erzählens
3.8. Zwischenresümee
4. Merkmale des postmodernen Films
4.1. Formal-ästhetische Merkmale
4.1.1. Radikale Pluralität und die Überschreitung der Grenze
4.1.2. Immanenz und die Praxis des Zitierens
4.1.3. Dekonstruktion durch Ironie und Spiel
4.1.4. Dekonstruktion tradierter Erzählverfahren
4.1.5. Dekonstruktion durch offensichtlichen Konstruktcharakter
4.1.6. Figurativität und Spektakel
4.1.7. Verlust von Tiefe durch Simulation
4.2. Rezeption - Doppelcodierung
4.3. Produktion – Kommerzialisierung
5. Die filmischen Strategien und die postmoderne Haltung
6. Resümee
Die Arbeit untersucht, auf welche unterschiedlichen Arten der Begriff des „postmodernen Films“ verwendet wird, welche filmästhetischen Merkmale mit ihm verknüpft sind und ob es sinnvoll ist, abseits von Beliebigkeit von einem postmodernen Film zu sprechen.
1. Einleitung
Auf die Frage, ob seine Filme postmodern seien, antwortete der Regisseur Aki Kaurismäki in einem Interview: „Ich habe das Wort gebraucht, doch ich verstehe es nicht. Ich habe die letzten fünf Jahre versucht, seine Bedeutung zu begreifen, aber es ist mir nicht gelungen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass THRU THE WIRE [Kaurismäki 1987] ein wenig postmodern ist. [...] Was bedeutet dieses Wort? Sagt es mir.“ Die Interviewer, gestandene Filmjournalisten, reagierten mit Ratlosigkeit.
Diese Episode scheint bezeichnend für die Debatte um den postmodernen Film zu sein: keiner weiß genau, was damit gemeint ist und dennoch wird das Schlagwort „postmodern“ im Zusammenhang mit dem Film häufig genannt - oft von Filmkritikern, manchmal in einem pejorativen Kontext, manchmal als Kompliment. Die Filme, die in der Literatur mit dem Label „postmodern“ versehen werden, sind durchaus verschieden. Die Liste beginnt bei „Kultfilmen“ wie CASABLANCA (Curtiz 1942), führt über „Spektakel-Blockbuster“ aus Hollywood bis hin zu den „typisch postmodernen Autorenfilmen“ – den verstörenden eines David Lynch und den spielerisch-zitatreichen von Quentin Tarantino. Das Attribut „postmodern“ scheint auf alles zu passen und erweckt damit den Eindruck eines beliebigen und wenig fundierten Schlagwortes.
Ziel dieser Arbeit ist darzustellen, auf welche unterschiedlichen Weisen vom postmodernen Film gesprochen wird, welche filmästhetischen Merkmale postmodern genannt werden und ob es, abseits der Beliebigkeit, Sinn ergibt von einem „postmodernen Film“ zu sprechen.
1. Einleitung: Einführung in die Unschärfe des Begriffs „postmoderner Film“ und Darlegung des Ziels der Arbeit, diesen Begriff als Haltung zu klären.
2. Grundlagen: Erörterung philosophischer Konzepte der Postmoderne, insbesondere durch Wolfgang Welsch, Uta Kösser und Torsten Scheer, unter Rückgriff auf Jean-François Lyotard.
3. Postmoderner Film – eine Bestandsaufnahme: Überblick über den Forschungsstand und verschiedene Ansätze von Filmtheoretikern zur Definition des postmodernen Kinos.
4. Merkmale des postmodernen Films: Detaillierte Analyse formal-ästhetischer Merkmale, der Rezeptionsbedingungen sowie der Produktionsweise im Kontext postmodernen Kinos.
5. Die filmischen Strategien und die postmoderne Haltung: Argumentation, dass die untersuchten filmischen Merkmale als Ausdruck einer spezifischen postmodernen Denkhaltung zu verstehen sind.
6. Resümee: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage durch die Einordnung des postmodernen Films als Ausdruck einer Haltung und Ablehnung einer starren Epocheneinteilung.
Postmoderne, Filmtheorie, Filmästhetik, Intertextualität, Dekonstruktion, Simulation, Doppelcodierung, Jean-François Lyotard, Wolfgang Welsch, Ihab Hassan, Mainstreamkino, Autorenfilm, Narrativität, Meta-Erzählungen, Postklassik
Die Arbeit untersucht das inflationär und oft unscharf verwendete Label „postmoderner Film“, um herauszufinden, ob und wie man sinnvoll von einem solchen sprechen kann.
Im Zentrum stehen philosophische Grundlagen der Postmoderne, deren Anwendung auf filmästhetische Strategien, die Rolle des Zuschauers sowie die Verbindung zwischen Kunst und Massenkultur.
Das Ziel ist es, den Begriff vom „beliebigen Schlagwort“ zu befreien, indem die Postmoderne als eine bewusste Haltung verstanden wird, die sich in spezifischen filmischen Strategien manifestiert.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene filmtheoretische Positionen und Monografien analysiert, kritisch vergleicht und systematisierend zusammenführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Forschungsstandes, die Untersuchung formaler Merkmale wie Pluralität, Zitatpraxis und Dekonstruktion sowie eine Analyse der Rezeptions- und Produktionsbedingungen.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Radikale Pluralität, Meta-Erzählungen, Intertextualität, Doppelcodierung, Simulation und die Abkehr von der Rationalitätshörigkeit geprägt.
Laut Autorin sind Filme, die lediglich als "Kult" rezipiert werden, nicht zwingend postmodern, da die Intention der Filmemacher und die filmästhetischen Strukturen hier oft nicht die notwendige kritische Haltung aufweisen.
Die Moderne wird oft als diskursiv und aufklärerisch begriffen, während die Postmoderne – im Verständnis der Arbeit – eine spielerische, ironische und oft figurative Haltung einnimmt, die Ganzheitlichkeit ablehnt.
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