Doktorarbeit / Dissertation, 2009
287 Seiten, Note: magna cum laude
I. Einleitung
1 Problemstellung und Analyserahmen
1.1 Relevanz des Themas und Ziele der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit und Begriffsklärungen
2 Zentrale Mängel der Gesundheitsversorgung in Deutschland
2.1 Das System der Gesetzlichen Krankenversicherung
2.1.1 Die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen
2.1.2 Die einzelnen Leistungssektoren
2.2 Herausforderungen und Strukturprobleme der GKV
2.2.1 Erosion der Einnahmebasis und systemexterne Kostensteigerungen
2.2.2 Ineffizienzen in der Leistungserstellung
2.3 Zwischenfazit zur Situation im deutschen Gesundheitswesen
II. Formen der Integrierten Versorgung in Deutschland
3 Integrierte Versorgungsstrukturen in Deutschland
3.1 Elemente von Managed Care
3.1.1 Definition und Ziele
3.1.2 Steuerungsmöglichkeiten bei Managed Care
3.1.2.1 Organisationsformen
3.1.2.1 Managed Care Instrumente
3.1.3 Internationale Vorbilder: USA und die Schweiz
3.2 Entwicklung in der GKV
3.2.1 Strukturverträge und Modellvorhaben
3.2.2 Integrierte Versorgungformen nach § 140a-d SGB V
3.2.3 Disease Management Programme
3.2.4 Hausarztzentrierte Versorgung
3.2.5 Besondere ambulante ärztliche Versorgung
3.3 Erweiterte Rolle der Leistungserbringer
3.3.1 Medizinische Versorgungszentren
3.3.2 Flexibilisierte Zulassungsverordnung der Ärzte
3.3.3 Dienstleistungsgesellschaften der KVen
3.3.4 Ambulante Leistungen im Krankenhaus
3.4 Perspektiven der Integrierten Versorgung
3.4.1 Stand der Umsetzung
3.4.2 Umsetzungsprobleme und Erfolgsfaktoren
3.5 Zwischenfazit
III. Beteiligung der Pharmaindustrie unter dem Aspekt der gesamtwirtschaftlichen Effizienz und Effektivität
4 Die Rolle des Arzneimittels im Versorgungsprozess
4.1 Arzneimitteleinsatz in der GKV
4.1.1 Definition, Zulassung und Erstattung
4.1.2 Marktstruktur und Umsatzentwicklung
4.2 Prozess der Arzneimittelnachfrage
4.2.1 Dreiteilung der Arzneimittelnachfrage
4.2.2. Arzneimittel als Inputfaktoren im Versorgungsprozess
4.3 Steuerungsmechanismen in der herkömmlichen Versorgung
4.3.1 Patientenebene: Selbstbeteiligungen
4.3.2 Arztebene: Richtgrößen, Bonus-Malus und Zweitmeinungsverfahren
4.3.3 Erstattungsniveaus: Regelungen durch Kostenträger und Regulator
4.3.4 Abgabeebene: Substitution durch den Apotheker
4.4 Zwischenfazit
5 Die Rolle der Pharmaindustrie in Deutschland
5.1 Die Pharmaindustrie in Deutschland
5.1.1 Struktur, Umsatz und Beschäftigung
5.1.2 Forschende Arzneimittelhersteller und Generikahersteller
5.2 Das Geschäftsmodell der Pharmaindustrie
5.2.1 Das Geschäftsmodell der Forschenden Arzneimittelhersteller
5.2.2 Das Geschäftsmodell der Generikahersteller
5.2.3 Marketing und Vertrieb
5.2.4 Vertragliche Beziehungen in der herkömmlichen Versorgung
5.3 Die derzeitige Rolle der Pharmaindustrie in der Integrierten Versorgung
5.3.1 Rabattverträge nach § 130a SGB V
5.3.2 Einbindung in Pilotprojekte
5.3.3 Einbindung durch Managementgesellschaften
5.4 Zwischenfazit
6 Ansatzpunkte der Integration
6.1 Auswirkungen auf das Geschäftsmodell
6.1.1 Veränderte Kundengruppen
6.1.2 Einfluss auf das Preisniveau
6.1.3 Quantitative Auswirkungen
6.2 Motive der Pharmaindustrie für ein Engagement
6.2.1 Integration als Mittel zum Zweck
6.2.2 Integration in Abhängigkeit des Produktlebenszyklus
6.4 Gründe für die Integration Dritter
6.4.1 Produktion von Gesundheit in besonderen Versorgungsformen
6.4.2 Optimierung der Produktion durch Dritte
6.4.3 Teilnahmebedingungen potenzieller Vertragspartner
6.5 Zwischenfazit
IV. Konkretisierung und Umsetzung
7 Mögliche Rollen und Aufgaben der Pharmaindustrie
7.1 Abgrenzung möglicher Rollen
7.2 Steuerungspartner in der Arzneimitteltherapie
7.2.1 Steuerung durch alternative Vergütungssysteme
7.2.2 Risk-Sharing-Verträge
7.2.2.1 Produktbezogene Performance Garantien
7.2.2.2 Therapiebezogene Performance-Garantien
7.2.3 Drug-Capitation
7.2.3.1 Voraussetzungen und Grundlagen der Kalkulation
7.2.3.2 Besonderheiten einer Portfolio-Capitation
7.2.3.3 Anreizwirkungen und Rollen der Beteiligten
7.3 Partner in der Prozessoptimierung
7.3.1 Eigenschaften versorgungsnaher Dienstleistungen
7.3.2 Versorgungsnahe Dienstleistungen
7.3.2.1 Prävention
7.3.2.2 Diagnose
7.3.2.3 Verordnung
7.3.2.4 Verwendung
7.3.3 Partner in der Versorgungsforschung
7.4 Pharmazeutische Unternehmen als Strukturpartner
7.4.1 Managementpartner
7.4.2 Financier und Initiator
7.4.2.1 Kapitalgeber/Investor
7.4.2.2 Vollanbieter
7.4.2.3 Unternehmer
7.5 Alternative Anbieter zur pharmazeutischen Industrie
7.5.1 KVen und deren Dienstleistungsgesellschaften
7.5.2 Die Krankenkassen
7.5.3 Krankenhäuser
7.5.3 Sonstige Dritte
7.6 Zwischenfazit
8 Umsetzung durch das Pharmaunternehmen
8.1 Bewertungskriterien für ein Engagement
8.1.1 Externe Bewertungskriterien
8.1.1 Interne Bewertungskriterien
8.2 Anpassung interner Strukturen und Prozesse
8.2.1 IV-Key Account Management
8.2.2 Prozessveränderungen durch die Integrierte Versorgung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der pharmazeutischen Industrie im Kontext des deutschen Gesundheitssystems und deren Wandel durch die Implementierung neuer Versorgungsstrukturen, insbesondere der Integrierten Versorgung. Das Hauptziel besteht darin, Handlungsoptionen für pharmazeutische Unternehmen unter den veränderten Rahmenbedingungen zu identifizieren und zu bewerten, wobei die Frage im Vordergrund steht, wie sich diese Unternehmen über die reine Arzneimittellieferung hinaus als Partner in integrierten Versorgungskonzepten etablieren können, um zur Effizienz- und Effektivitätssteigerung der Patientenversorgung beizutragen.
Die Rolle der Pharmaindustrie in Deutschland
Notwendige Voraussetzung für eine Beteiligung der Pharmaindustrie als Partner in der Integrierten Versorgung ist zum einen, dass die Integrierte Versorgung tatsächlich messbare Auswirkungen auf Arzneimittel für das einzelne pharmazeutische Unternehmen hat und die stärkere Integration des Unternehmens in die Versorgungsprozesse tatsächlich zu einer verbesserten Positionierung des Unternehmens gegenüber dem Status quo bzw. der ‚Nicht-Integration’ führt. In den folgenden Kapiteln wird daher einleitend die Pharmaindustrie in Deutschland (Kapitel 5.1), ihr Geschäftsmodell (5.2) und ihre derzeitige Rolle in der Integrierten Versorgung dargestellt (5.3).
5.1 Die Pharmaindustrie in Deutschland
5.1.1 Struktur, Umsatz und Beschäftigung
Der Markt für pharmazeutische Produkte wird entgegen der allgemeinen Wahrnehmung in den Medien nicht von wenigen Großkonzernen bestimmt, sondern weist eine durchaus mittelständisch geprägte Struktur auf. Bezieht man auch Kleinbetriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern in die Berechnungen ein, so ergibt sich für Deutschland eine Anzahl von über 1.000 Betrieben, von denen über 90% weniger als 500 Mitarbeiter haben.
I. Einleitung: Systematische Darstellung der Ausgangslage in der GKV, der neuen Versorgungsformen und der Einordnung der Pharmaindustrie in diesen Kontext.
II. Formen der Integrierten Versorgung in Deutschland: Detaillierte Betrachtung von Managed Care Konzepten, rechtlichen Grundlagen sowie der Entwicklung und den Strukturen der Integrierten Versorgung.
III. Beteiligung der Pharmaindustrie unter dem Aspekt der gesamtwirtschaftlichen Effizienz und Effektivität: Analyse der Rolle des Arzneimittels, des Nachfrageprozesses, regulatorischer Steuerung und des aktuellen Geschäftsmodells der Pharmaindustrie.
IV. Konkretisierung und Umsetzung: Ableitung konkreter Rollen, Handlungsoptionen und organisatorischer Anpassungsbedarfe für pharmazeutische Unternehmen zur Etablierung in neuen Versorgungsstrukturen.
Integrierte Versorgung, Pharmaindustrie, Managed Care, GKV, Arzneimittelversorgung, Gesundheitsökonomie, Prozessoptimierung, Risk-Sharing, Drug-Capitation, Versorgungsforschung, Pharma-Management, Gesundheitssystem, Strukturreform, Versorgungsmanagement, Compliance.
Die Arbeit analysiert die strategische Rolle der Pharmaindustrie im deutschen Gesundheitswesen im Lichte der zunehmenden Integration von Versorgungsleistungen.
Die Arbeit fokussiert auf die Struktur der Gesetzlichen Krankenversicherung, die Konzepte der Integrierten Versorgung sowie die Beteiligungsmodelle für Pharmaunternehmen.
Es soll aufgezeigt werden, wie pharmazeutische Unternehmen ihre Rolle neu definieren und als Partner in integrierten Versorgungsprozessen einen Beitrag zur Effizienz und Effektivität der Versorgung leisten können.
Die Arbeit stützt sich auf eine systematische theoretische Aufarbeitung der Literatur, gesundheitsökonomische Analysen sowie die Ableitung von Handlungsoptionen anhand von nationalen und internationalen Beispielen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Gesundheitswesens und des Managed Care, die Analyse der pharmazeutischen Industrie sowie die Konkretisierung von Rollenbildern für Pharmaunternehmen.
Zentrale Begriffe sind Integrierte Versorgung, Pharmaindustrie, Managed Care, Arzneimittelsteuerung, Prozessoptimierung und Performance-Garantien.
Dieser Begriff beschreibt, dass Steuerungselemente im deutschen System aktuell primär akteurs- und sektorbezogen eingesetzt werden, wodurch eine ganzheitliche Betrachtung der Arzneimitteleffizienz im Gesamtprozess fehlt.
Es dient dazu, auf der Ebene der neuen, regional agierenden Versorgungsverbünde und Netzwerke maßgeschneiderte Problemlösungen anzubieten und die Geschäftsbeziehung langfristig zu festigen.
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