Diplomarbeit, 2010
54 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Korrosion
2.2 Spaltkorrosion
2.3 Passivierung
2.4 Diffusionsgrenzschichtdicke
2.5 Löslichkeit von Erdöl und Formationswasseremulsionen
3. Versuchsdurchführung
3.1 Die Werkstoffe
3.2 Formationswasser/ Erdöl/ Elektrolyt
3.3 Versuchsaufbau
3.4 Durchführung der Messreihen
4. Auswertung und Vergleich der Ergebnisse
4.1 Vermischung von Erdöl und RFW
4.2 Versuche mit 1.4462 und 1.4542 als Mischelektrode
4.3 Versuche im ZRA- Betrieb
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss variierender Erdölanteile im realen Formationswasser auf das Spaltkorrosionsverhalten der metallischen Werkstoffe 1.4462 und 1.4542 in Multiphasenpumpen, um das Ausfallrisiko durch Korrosion zu minimieren.
3.1 Die Werkstoffe
Der Wellen- und Spannmutterwerkstoff X5CrNiCuNb16-4 (1.4542) Hierbei handelt es sich um einen rost- und säurebeständigen Stahl, welcher semi austenitisch ist. Semi austenitische Stähle enthalten einen hohen Anteil Martensit, welcher durch Kaltumformung erzeugt wird. Die Härte von 1.4542 beträgt in der hier vorliegenden Form 320 HV. In Abbildung 3-1 ist die Gefügestruktur unter einem Lichtmikroskop (LM) zu sehen. Das für den Martensit typische, feine, nadelige Gefüge ist hierbei gut zu erkennen.
Der Schraubenspindelwerkstoff X2CrNiMoN22-5-3 (1.4462) Hierbei handelt es sich um einen rost- und säurebeständigen Duplex- Stahl. Er weist eine homogene Verteilung von Austenit und Ferrit im Mischungsverhältnis von 1:1 auf. Dieser Stahl kommt aufgrund seiner hohen Korrosionsbeständigkeit vorwiegend in der chemischen Industrie zum Einsatz. Die Härte von 1.4462, in der hiervorliegenden Form, ist 200 HV. In Abbildung 3-2 wird ein Schliffbild der Gefügestruktur gezeigt.
1. Einleitung: Beschreibt die Bedeutung von Multiphasenpumpen für die Erdölförderung und die Problemstellung der Spaltkorrosion an kritischen Bauteilen.
2. Theoretische Grundlagen: Erläutert die Mechanismen der Korrosion, insbesondere der Spaltkorrosion, der Passivierung sowie die physikalischen Zusammenhänge von Diffusionsgrenzschichten und Emulsionseigenschaften.
3. Versuchsdurchführung: Dokumentiert die verwendeten Materialien, den Versuchsaufbau mit der entwickelten Spaltkorrosionsmesszelle sowie die methodische Vorgehensweise bei den Messreihen.
4. Auswertung und Vergleich der Ergebnisse: Präsentiert die experimentellen Daten zum Trennungsverhalten der Medien sowie die Ergebnisse der Korrosionsuntersuchungen unter Variation von Temperatur und Erdölanteil.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die korrosionshemmende Wirkung von Erdöl zusammen und gibt Anregungen für weiterführende Untersuchungen.
Spaltkorrosion, Multiphasenpumpe, Erdöl, Formationswasser, Edelstahl, 1.4462, 1.4542, Korrosionsstromdichte, Emulsion, Phasenmischverhalten, Werkstoffprüfung, Korrosionsschutz, Mittelplate, Passivierung, Elektrochemie
Die Arbeit untersucht, wie sich verschiedene Anteile von Erdöl im Formationswasser auf das Korrosionsverhalten von Edelstahlkomponenten in modernen Multiphasenpumpen auswirken.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Elektrochemie der Spaltkorrosion, die Stabilität von Erdöl-Wasser-Emulsionen und die experimentelle Bestimmung korrosiver Prozesse in Abhängigkeit von Temperatur und Materialzusammensetzung.
Das Ziel ist es, experimentell zu ermitteln, ab welchem Erdölanteil die Korrosion bei verschiedenen Temperaturen inhibiert wird, um die Zuverlässigkeit der Pumpenkomponenten zu erhöhen.
Es wurde eine spezifische Spaltkorrosionsmesszelle entwickelt, um reale Lagerstättenbedingungen nachzubilden und elektrochemische Messungen (Potentiostat/ZRA-Betrieb) unter kontrollierten Temperatur- und Durchmischungsparametern durchzuführen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung der Korrosionsmechanismen, die detaillierte Beschreibung des Versuchsaufbaus sowie die umfangreiche Auswertung und Interpretation der Korrosionsstrommessungen und Oberflächenanalysen der Proben.
Wichtige Begriffe sind Spaltkorrosion, Multiphasenpumpe, Erdöl-Formationswasser-Gemisch, Korrosionsstromdichte, Opferanode und die Werkstoffe 1.4462 sowie 1.4542.
Die Temperatur beeinflusst sowohl das Mischverhalten der Emulsion als auch die kinetischen Prozesse der Korrosion; mit steigender Temperatur sinkt die Viskosität des Erdöls, was den Austausch des Elektrolyts in den Spalten begünstigt.
Bei höheren Temperaturen wird die Viskosität des Erdöls so gering, dass der Austausch des Elektrolyts in den Spalten verbessert und das Erdöl durch Formationswasser ersetzt wird, was die schützende Wirkung des Erdöls vermindert.
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