Examensarbeit, 2010
53 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Sachtheoretische Grundlagen
2.1 Das Unterrichtsprinzip „Differenzierung“
2.1.1 Wissenschaftliche Begründungen
2.1.1.1 Pädagogische Begründung
2.1.1.2 Psychologische Begründung
2.1.1.3 Anthropologische Begründung
2.1.2 Grenzen und Probleme innerer Differenzierung
2.2 Jahrgangsübergreifendes Lernen
2.2.1 Ursprünge der Forderung nach heterogenen Lerngruppen
2.2.2 Das Selbstkonzept
2.2.3 Aktuelle Forschungslagen
2.2.4 Bewertungen des jahrgangsübergreifenden Lernens
2.3 Binnendifferenzierungen in JüL-Klassen
2.4 „Sinne“ im Sachunterricht
2.5 Handlungsorientierter Zugang
3 Unterrichtsvoraussetzungen
3.1 Institutionelle Voraussetzungen
3.2 Allgemeine Voraussetzungen
3.3 Spezielle Voraussetzungen der Lerngruppe
3.4 Sachstruktureller Entwicklungsstand
4 Planung des Unterrichtsvorhabens
4.1 Vorgaben des Rahmenlehrplanes
4.2 Übersicht über den Verlauf des Unterrichtsvorhabens
4.3 Didaktische Reduktionen
5 Darstellung und Analyse ausgewählter Unterrichtsstunden
5.1 Erstes Unterrichtsbeispiel: Mit den Augen sehen
5.2 Zweites Unterrichtsbeispiel: Mit den Ohren hören
5.3 Drittes Unterrichtsbeispiel: Mit der Haut tasten
6 Gesamtreflexion
7 Fazit
8 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung des Unterrichtsprinzips „Differenzierung“ im jahrgangsübergreifenden Lernen der Schulanfangsphase. Ziel ist es, Möglichkeiten der inneren Differenzierung anhand einer Sachunterrichtseinheit zum Thema „Sinne“ theoretisch zu begründen, praktisch zu planen und in ihrer Effektivität durch Analyse ausgewählter Unterrichtsstunden zu bewerten.
2.1.1.2 Psychologische Begründung
Entwicklungsunterschiede von Schulkindern sind aus entwicklungspsychologischer Sicht durch viele Einflussfaktoren begründet. Erbliche Veranlagungen, Beeinträchtigungen bei der Geburt oder das soziale Umfeld spielen bei der Entwicklung eines Individuums eine große Rolle. Persönliche Besonderheiten werden oftmals nicht erkannt und führen möglicherweise zu Einschränkungen beim schulischen Lernen (vgl. Leo Montada 2002, S. 14). Die entwicklungspsychologischen Unterschiede sind dabei nicht vollständig festgelegt, sondern beeinflussbar und gestaltbar (ebd.). Speziell in der Schulanfangsphase sind mangelhafte basale Fähigkeiten durch gezielte Förderung kompensierbar. Sie sind Voraussetzung für den weiteren Entwicklungsprozess des Schülers.
Ferner unterscheiden sich Kinder in unterschiedlichen Mustern der Informationsaufnahme und -verarbeitung. Hier spielt die individuelle Spezialisierung der Gehirnhälften eine wichtige Rolle. Beide wirken zusammen, die Dominanz einer Hemisphäre akzentuiert jedoch die Informationsaufnahme. Dabei unterscheidet die linke Hälfte analytisch verschiedene Stimulusmerkmale, während die rechte für das visuelle und akustische Gestalten, die Raumorientierung, Stimulusbeziehungen und die Unterscheidung von vertraut bzw. nicht vertraut zuständig ist (vgl. Hellgard Rauh 2002 in: Montada 2002, S. 167).
Daraus resultieren unterschiedliche Lerntypen, die nach Frederic Vester in vier Kategorien unterteilt werden:
• Lerntyp 1 lernt auditiv (durch Hören und Sprechen),
• Lerntyp 2 lernt optisch bzw. visuell (durch das Auge, durch Beobachtung),
• Lerntyp 3 lernt haptisch (durch Anfassen und Fühlen),
• Lerntyp 4 lernt durch den Intellekt (vgl. Vester 1998, S. 49 ff.).
Diese unterschiedlichen Ausprägungen von Mustern der Informationsaufnahme sind durch den Einsatz neuer Lernweisen veränderbar. Seitens des Lehrers ist jedoch eine Differenzierung des Informationsangebotes im Unterricht notwendig, um alle Lerntypen anzusprechen.
1 Einleitung: Vorstellung des Forschungsinteresses an jahrgangsübergreifenden Lerngruppen und Definition des Ziels, das Prinzip der Differenzierung theoretisch zu hinterfragen und praktisch zu erproben.
2 Sachtheoretische Grundlagen: Erläuterung der theoretischen Hintergründe zur Differenzierung, zum jahrgangsübergreifenden Lernen, zur Selbstkonzeptentwicklung sowie zum handlungsorientierten Zugang im Sachunterricht.
3 Unterrichtsvoraussetzungen: Detaillierte Beschreibung der institutionellen Gegebenheiten sowie der spezifischen Lerngruppenstruktur und der fachlichen Vorerfahrungen der Schüler an der X-Grundschule.
4 Planung des Unterrichtsvorhabens: Darstellung der Vorgaben des Rahmenlehrplans, didaktische Reduktionsentscheidungen und ein Überblick über den geplanten Verlauf der Unterrichtseinheit „Sinne“.
5 Darstellung und Analyse ausgewählter Unterrichtsstunden: Detaillierte Dokumentation und kritische Analyse der drei Unterrichtseinheiten zum Sehen, Hören und Tasten anhand des geplanten Stundenverlaufs.
6 Gesamtreflexion: Beantwortung der in der Einleitung formulierten Fragestellungen auf Basis der durchgeführten Unterrichtsbeobachtungen und Protokolle.
7 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Effektivität von Differenzierung im jahrgangsgemischten Unterricht sowie ein Ausblick auf die soziale Bedeutung des Miteinanders.
8 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten allgemeinen und fachspezifischen Quellen sowie Fachzeitschriften und Internetadressen.
Differenzierung, Binnendifferenzierung, jahrgangsübergreifendes Lernen, JüL, Schulanfangsphase, Sachunterricht, Sinne, Handlungsorientierung, Heterogenität, Lerntypen, Selbstkonzept, Gruppenarbeit, Unterrichtsplanung, Grundschule, Förderung
Die Arbeit untersucht, wie das Unterrichtsprinzip der Differenzierung in jahrgangsgemischten Lerngruppen der Schulanfangsphase effektiv umgesetzt werden kann.
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der inneren Differenzierung, Konzepte des jahrgangsübergreifenden Lernens, die Bedeutung des Selbstkonzepts sowie die praktische Gestaltung von Sachunterrichtseinheiten.
Das primäre Ziel ist es, den Begriff „Differenzierung“ im Grundschulkontext zu erläutern, theoretisch zu begründen und Möglichkeiten der inneren Differenzierung im jahrgangsgemischten Sachunterricht zu bewerten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche sowie einer praxisorientierten Analyse mittels Gedächtnisprotokollen und eigenen schriftlichen Aufzeichnungen während der Unterrichtsphasen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Rahmenbedingungen geklärt, dann die konkreten Voraussetzungen der Lerngruppe dargestellt und schließlich die Planung sowie die Analyse der Unterrichtsbeispiele zu den Themen Sehen, Hören und Tasten dokumentiert.
Zu den prägenden Begriffen zählen Differenzierung, jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL), Heterogenität, Handlungsorientierung und die Förderung des individuellen Lernprozesses.
Es zeigte sich, dass die Kinder das Tastspiel zwar erfolgreich durchführen konnten, jedoch bei der Dokumentation aufgrund der verschiedenen Lese- und Schreibfertigkeiten (Malen vs. Druck- vs. Schreibschrift) Schwierigkeiten auftraten, die eine Anpassung der Spielregeln erforderten.
Es fördert das soziale Lernen, da ältere Kinder als Ansprechpartner fungieren, Hilfestellungen geben und durch ihre Rolle als Helfer ihr eigenes Wissen festigen, während jüngere Schüler sich sicherer fühlen, Fragen zu stellen.
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