Diplomarbeit, 2008
98 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Hintergründe
2.1. Was ist Trauer?
2.2. Todesbilder im Wandel der Zeit
2.2.1. Der ins Gegenteil verkehrte Tod – der Tod verbirgt sich
2.2.2. Vom „gezähmten“ Tod zum „wilden“ Tod
2.3. Sterben, Tod und Trauer in der modernen Gesellschaft
3. Formen der Trauer
3.1. Trauer als Syndrom
3.2. Phasen und Prozessmodelle der Trauer
3.2.1. Phasen der Trauer nach BOWLBY
3.2.1.1. Die Phase der Betäubung
3.2.1.2. Die Phase der Sehnsucht und der Suche nach der verlorenen Person
3.2.1.3. Die Phase der Desorganisation und Verzweiflung
3.2.1.4. Die Phase eines größeren oder geringeren Grades von Reorganisation
3.2.1.5. Kritische Würdigung des Phasenmodells von Bowlby
3.2.2. Phasen der Trauer nach KAST
3.2.2.1. Die Phase des Nicht – Wahrhaben – Wollens
3.2.2.2 Die Phase der aufbrechenden Emotionen
3.2.2.3. Die Phase des Suchens und Sich – Trennens
3.2.2.4. Die Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs
3.2.2.5. Kritische Würdigung des Phasenmodells von KAST
3.2.3. Der Verlauf der Trauer nach SPIEGEL
3.2.3.1. Die Phase des Schocks
3.2.3.2. Die kontrollierte Phase
3.2.3.3. Die Phase der Regression
3.2.3.4. Die Phase der Adaption
3.2.3.5. Kritische Würdigung des Phasenmodells nach Spiegel
3.2.4. Prozesse der Trauer nach RANDO
3.2.4.1. Die Phase der Vermeidung
3.2.4.2. Die Phase der Konfrontation
3.2.4.3. Die Phase der Anpassung
3.2.4.4. Die sechs R-Prozesse der Trauer
3.2.4.5. Kritische Würdigung des Prozessmodells von RANDO
3.2.5. Phasenmodelle – was sie nützen, was sie schaden
3.3. Das normale Chaos der Trauer
3.4. Trauer und Krankheit
3.4.1. Risikofaktoren
3.4.2. Trauer als psychische Krankheit
3.4.3. Pathologische Trauer
3.4.4. Trauer kann krank machen
4. Erklärungen der Trauer
4.1. Psychoanalyse: Trauer um die verlorene Liebe
4.1.1. Fehlleitungen der Trauerprozesse nach FREUD
4.1.2. Kritische Würdigung
4.1.2.1. Ursache des Trauerns: Bedeutung statt Libido
4.1.2.2. Ziel des Trauerns: Neuverortung statt Ablösung
4.2. Ethologie: Trauer um die verlorene Bindung
4.2.1. Begriffserläuterung Bindung
4.2.2. Trauer nach BOWLBY
4.2.3. Aggressions- und Suchverhalten
4.2.4. Kritische Würdigung
5. Bräuche und Rituale bei Tod und Trauer
5.1. Tod und Trauer in den Weltreligionen
5.1.1. Glaube und Sterben im Christentum
5.1.1.1. Tod als Folge der Sünde
5.1.1.2. Was kommt nach dem Tod?
5.1.1.3. Die Begleitung der Sterbenden
5.1.1.4. Ablauf der christlichen Bestattung
5.1.1.5. Ausdruck der Trauer
5.1.1.6. Der Tod – Teil des Lebens und des Glaubens
5.1.2. Glaube und Sterben im Islam
5.1.2.1. Tod – was ist das?
5.2.2.2. Was kommt nach dem Tod?
5.1.2.3. Die Begleitung der Sterbenden
5.1.2.4. Ablauf der Bestattung
5.1.2.5. Ausdruck der Trauer und der Tod als Teil des Lebens
5.1.3. Resümee der beiden Weltreligionen
5.2. Zeichen der Trauer
5.3. Funktion der Trauerrituale
5.4. Modernisierungstendenz
6. Hilfen für Trauernde
6.1. Angebote der Trauerbegleitung
6.1.1. Selbsthilfegruppen
6.1.2. Trauertherapie
6.1.2.1. Darstellung verschiedener Therapieansätze
6.1.2.2. Klientenzentrierte Trauertherapie
6.2. Eigene Konzeption einer unterstützenden Trauerbegleitung
6.2.1. Musikalischer Ansatz
6.2.2. Gedenkseiten oder –Bücher
6.2.3. Förderung von Ritualen
6.2.4. Prinzip Menschlichkeit
7. Fazit
Die Arbeit untersucht den Umgang mit dem Tod in der modernen Gesellschaft und hinterfragt, wie Trauernden bei der Verarbeitung ihres Verlustes effektiv geholfen werden kann, um der zunehmenden sozialen Isolation Betroffener entgegenzuwirken.
2.2.1. Der ins Gegenteil verkehrte Tod – der Tod verbirgt sich
Der ins Gegenteil verkehrte Tod wird von ARIÈS als ein sich verbergender Tod bezeichnet. Im Laufe des 20. Jahrhunderts ist in einigen der am stärksten industrialisierten, am weitesten urbanisierten und technisierten Bereichen, eine neue Art des Sterbens hervorgetreten. Dieses neue „Verstecken“ des Todes sieht ARIÈS jedoch erst in den Anfängen. „In modernen Großstädten findet der Tod nicht mehr statt; und selbst die schwarz silbernen Leichenwägen wandeln sich zu unscheinbaren grauen Limousinen. Die Gesellschaft legt keine Pause mehr ein. Das Verschwinden eines Einzelnen unterbricht nicht mehr ihren kontinuierlichen Gang. Das Leben der Großstadt wirkt so, als wenn niemand mehr stürbe.“
Die Grundlage dieser Veränderung sind lediglich kleine Modifikationen, die von jeder Generation vorgenommen wurden. Diese Abwandlungen waren eng mit der beginnenden Medikalisierung verbunden. Durch sie wurde die Hoffnung auf neue Heilverfahren geschürt und der Blick von der Sterblichkeit abgewandt. ARIÈS bezeichnet diese Entwicklung als den „Beginn der Lüge“.
Mittlerweile wird der Sterbende nicht mehr darüber informiert, dass sein Tod nahe ist. Der Wunsch, den Tod nicht zu spüren, siegt über das Gefühl sein Ende nahe zu fühlen. Aus Liebe und Angst wird geschwiegen. Es kommt häufig vor, dass die Sterbenden wissen, dass ihr Ende nahe ist, dieses jedoch verschweigen oder nur mit einzelnen Menschen darüber reden, denen sie die nötige Kraft zutrauen. Die Medikalisierung, aber auch die Verlagerung Sterbender von den Familien in Krankenhäuser, gebilligt und durch ihre Mittäterschaft erleichtert, lässt das Krankenhaus zum Ort des einsamen Todes werden.
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch persönliche Verlusterfahrungen und thematisiert die zunehmende soziale Unsicherheit sowie Isolation im Umgang mit Trauernden in der modernen Gesellschaft.
2. Hintergründe: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Trauer, den historischen Wandel der Todesbilder (z.B. vom „gezähmten“ zum „wilden“ Tod) und die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen für Sterben und Trauer.
3. Formen der Trauer: Hier werden bekannte Phasen- und Prozessmodelle der Trauer von Bowlby, Kast, Spiegel und Rando gegenübergestellt und kritisch gewürdigt, ergänzt um die Thematisierung von Trauer als Syndrom und der Abgrenzung von pathologischer Trauer.
4. Erklärungen der Trauer: Dieser Abschnitt beleuchtet Trauer aus Sicht der Psychoanalyse (Freud) und der Ethologie (Bowlby), wobei der Fokus auf Verlustreaktionen und Bindungsmechanismen liegt.
5. Bräuche und Rituale bei Tod und Trauer: Das Kapitel vergleicht christliche und muslimische Bestattungsriten, analysiert die Funktion von Ritualen als Orientierungshilfen und diskutiert die Modernisierungstendenzen in der aktuellen Sterbekultur.
6. Hilfen für Trauernde: Die Autorin gibt einen Überblick über Trauerbegleitung und -therapie und stellt eigene Konzepte wie den Einsatz von Musik, Gedenkbüchern und das „Prinzip Menschlichkeit“ vor.
7. Fazit: Das abschließende Kapitel kritisiert das gesellschaftliche und politische Defizit im Umgang mit Trauernden und appelliert an die Menschlichkeit des sozialen Umfelds, um isolierte Trauerarbeit zu überwinden.
Trauer, Trauerbegleitung, Tod, Sterben, Gesellschaft, Rituale, Verlust, Trauerphase, Psychoanalyse, Ethologie, Christentum, Islam, Trauertherapie, Menschlichkeit, Sozialpsychologie
Die Arbeit befasst sich mit der Situation trauernder Menschen in der heutigen modernen Gesellschaft und untersucht, wie die soziale Umgebung sowie professionelle Angebote unterstützend wirken können.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel der Todesbilder, dem theoretischen Verständnis von Trauerprozessen, der Bedeutung von Ritualen in Religionen sowie praktischen Hilfsansätzen für Hinterbliebene.
Ziel ist es, die bestehenden gesellschaftlichen Defizite im Umgang mit Tod und Trauer aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie ein empathischeres, menschlicheres Miteinander die Trauerarbeit erleichtern kann.
Die Autorin stützt sich auf eine umfassende Literaturrecherche und theoretische Analyse psychologischer, soziologischer und theologischer Fachliteratur, verknüpft mit persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen.
Im Hauptteil werden verschiedene wissenschaftliche Phasen- und Prozessmodelle erläutert, Erklärungsansätze aus Psychoanalyse und Ethologie gegenübergestellt sowie kulturelle und religiöse Trauerriten analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Trauerbegleitung, soziale Isolation, Verlustbewältigung, Trauerrituale, Normalität der Trauer und Menschlichkeit charakterisiert.
Die Autorin sieht in der Musik ein Ventil für Emotionen, die sich nicht in Worte fassen lassen, und ein Mittel, um Verbundenheit auszudrücken und einen individuellen Abschiedsweg zu unterstützen.
Sie kritisiert eine zunehmende Zeit- und Nutzenoptimierung sowie eine „Tabuisierung“ des Todes, die dazu führt, dass trauernde Menschen oft isoliert werden und sich zu schnell wieder in den normalen Alltag einfügen müssen.
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