Wissenschaftliche Studie, 2010
118 Seiten
Max 9
Prinz Hans 13
Elefanten können nicht in die Luft springen, weil sie zu dick sind -oder wollen sie nicht- 14
ErSieEs 16
Edvige Scimitt 20
Brut 21
Der Wilde Mann 24
Die Alphabeten 25
Piraten 28
Der reiche Freund 34
Der dicke Dichter 36
Erhöhte Waldbrandgefahr 38
Die Exzentrischen 41
Das lose Glück 43
Die Einladung 46
Die singende Kommissarin 49
Ein neuer Nachbar 52
Raghadan 56
Maurice mit Huhn 58
Auf Reisen 61
Die vorliegende Publikation widmet sich dem Werk des Autors Matthias Zschokke und untersucht dessen literarische sowie dramaturgische Entwicklung zwischen 1981 und 2010. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Zschokke durch seine experimentelle und fragmentarische Schreibweise die Grenzen traditioneller Gattungen wie des Romans oder des Theaters Stück für Stück dekonstruiert.
Max
Lesern mit konventionellen Lektüre-Gewohnheiten dürfte Max wie ein epischer Trümmerhaufen vorkommen. In Wirklichkeit jedoch handelt es sich bei dem Buch um eine höchst kunstvolle Zertrümmerung des literarischen Phänotyps "Roman". Adorno hat, Hegel vom Kopf auf die Füße stellend, in Zusammenhang mit Literatur einmal geschrieben: "Das Ganze ist das Unwahre."
Ein changierendes Vexierbild: um sich an ihre vielfältige Eigentlichkeit vorsichtig heranzutasten, hat der Autor seine Figur Max episch atomisiert, dem Leser wird es überlassen, sie sich selbst wieder zu synthetisieren. Vor aller Augen knetet Zschokke aus dem Werkstoff Sprache sich einen Max zurecht, lesend nimmt man teil am Aufbau dieser Person, an dem Prozeß ihrer Kreation, und nie ist oder wird Max eine fix und fertige Romanfigur, der Autor hat sich als Ziel gesetzt, allenfalls eine größtmögliche Annäherung an sie zu erreichen, weil er davon überzeugt ist, daß Menschen nicht bis zum letzten Grund auslotbar sind (und bestimmt nicht zwischen zwei Buchdeckeln). Das Problem der "Identität". Max oder: ein Enkel von Gantenbein.
Max: Der Erstlingsroman wird als bewusste Dekonstruktion der klassischen Romanform analysiert, bei der die Figur Max episch atomisiert wird.
Prinz Hans: Eine Untersuchung des zweiten Buches, das die Titelfigur als melancholischen Flaneur und Zwillingsgeist zu Max einführt.
Elefanten können nicht in die Luft springen, weil sie zu dick sind -oder wollen sie nicht-: Eine Besprechung des Theaterstücks, das in einer Berliner Fabrikhalle spielt und existenzielle Überlebensfragen verhandelt.
ErSieEs: Analyse des Romans, in dem die Hauptfigur zwischen den Geschlechtern oszilliert und die Grenze zwischen Konstruktion und Realität verwischt.
Edvige Scimitt: Betrachtung des Spielfilm-Debüts, das Zschokke als souveränes Spiel zwischen Dokument und Fiktion inszeniert.
Brut: Zusammenfassung des zweiten Theaterstücks, das eine Piratengeschichte als Diskurs über Tatenlosigkeit und Sehnsucht nutzt.
Der Wilde Mann: Interpretation des Films, der als "helvetischer Grusel- und Liebesfilm" und als eine Torte ohne Boden charakterisiert wird.
Die Alphabeten: Diskussion des Theaterstücks, das den Literaturbetrieb als Metapher für das menschliche Leben und die Unfähigkeit, dessen Hieroglyphen zu entziffern, verwendet.
Piraten: Einordnung des Romans im Kontext der Zschokkeschen Figuren, die aus anderen Zusammenhängen in diesen Text zurückkehren.
Der reiche Freund: Kritik der Komödie, die trotz ihres "zerfaserten" Aufbaus durch ihre sprachliche Brillanz überzeugt.
Der dicke Dichter: Untersuchung des depressiven Sturzflugs und der moribunden Stimmung dieses Romans zur Jahrtausendwende.
Erhöhte Waldbrandgefahr: Analyse des Spielfilms, der durch seine asynchrone Liebesgeschichte und die Produktionsbedingungen des "unmöglichen" Filmens besticht.
Die Exzentrischen: Besprechung des No-Action-Plays, das in einem Bahnhofsrestaurant spielt und das existentielle Ringen der Figuren Rhetorik-basiert darstellt.
Das lose Glück: Würdigung des Romans als "fragiles, schwebendes Kunststück" über die menschliche Sehnsucht nach Gelöstsein.
Die Einladung: Analyse des moralisch-verzweifelten Theaterstücks über den "Tanz ums Goldene Kalb" in einem bürgerlichen Setting.
Die singende Kommissarin: Betrachtung des Stücks, das den "mikroskopischen Blick aufs Mikrokosmische" in einer Berliner Polizeistation fokussiert.
Ein neuer Nachbar: Überblick über die Prosastücke des Bandes und die Poetik des "Alltäglichen".
Raghadan: Einblicke in die Arbeit am Stück und die Bedeutung der musikalischen Exaltiertheit für das Schaffen des Autors.
Maurice mit Huhn: Analyse des letzten Romans, der die Gegenwart ohne "Ächzen" zu bewältigen versucht und Zschokkes bisher größter Verkaufserfolg ist.
Auf Reisen: Würdigung der Reiseerzählung, die den Blick für das Unscheinbare und die Poetik des Alltäglichen schärft.
Matthias Zschokke, Schweizer Literatur, Postmoderne, Dekonstruktion, Theater, Roman, Berlin, Existenzialismus, Fragmentierung, Ironie, Flaneur, Schreibprozess, Alltag, Literaturkritik, Sehnsucht.
Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über das literarische und filmische Gesamtwerk von Matthias Zschokke von 1981 bis 2010.
Zentrale Themen sind die Zerbrechlichkeit menschlicher Identität, die Sinnlosigkeit des Daseins, die kritische Distanz zum Literaturbetrieb und die Poetik des Alltäglichen.
Das Ziel ist es, Zschokkes "chaotisch-anarchische" Schreibmethode und die formale Dekonstruktion seiner Texte für den Leser nachvollziehbar zu machen.
Der Autor wählt eine deskriptiv-analytische Methode, die Werkanalysen mit Aussagen des Autors selbst sowie zeitgenössischen Kritiken verwebt.
Der Hauptteil gliedert sich kapitelweise in eine Analyse der verschiedenen Romane, Theaterstücke und Filme, jeweils begleitet durch Zitate und kritische Einordnungen.
Begriffe wie "Fragmentarische Kunst", "Ironie", "Melancholie" und "Dekonstruktion" sind essenziell, um Zschokkes einzigartigen Ton zu verstehen.
Weil der Autor bewusst eine "Zertrümmerung des literarischen Phänotyps Roman" vornimmt und dem Leser die Aufgabe der Synthese überlässt.
Es thematisiert die Diskrepanz zwischen der hohen Sprachkultur bei Preisverleihungen und der Unfähigkeit der Beteiligten, die eigentlichen "Hieroglyphen des Lebens" zu entziffern.
Zschokke bezeichnet sich selbst als Dichter und Fabulierer, der nicht das psychologische Abbild der Welt sucht, sondern einen poetischen Freiraum jenseits der "Gebrauchsliteratur".
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