Examensarbeit, 2008
57 Seiten, Note: 1,0
1 Motivation: Warum ein Konzept zur individuellen Förderung?
1.1 Das neue Schulgesetz
1.2 Individuelle Förderung als pädagogischer, erzieherischer und bildungspolitischer Grundsatz
1.3 Legitimation des Themas durch Bezug zum Kernlehrplan Mathematik und zu den Richtlinien im Fach Musik
1.4 Bedeutung des Themas für die Ludwig-Uhland-Realschule
1.5 Gedanken zur Vorgehensweise bei der Entwicklung des Konzeptes
1.6 Schwerpunktmäßig betrachtete Lehrerfunktionen
2. Dreizehn Möglichkeiten zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern für das zu entwickelnde Konzept
2.1 Vorüberlegungen
2.2 Dreizehn Möglichkeiten zur individuellen Förderung
2.2.1 Das Unterrichtsgespräch / Der Frontalunterricht
2.2.2 Die Partnerarbeit
2.2.3 Die Gruppenarbeit
2.2.4 Die individuelle Gestaltung der Hausaufgaben
2.2.5 Die gegenseitige Hilfe von Schülerinnen und Schülern
2.2.6 Das persönliche Gespräch
2.2.7 Die Förderung von Stärken
2.2.8 Die Berücksichtigung lernbiologischer Aspekte
2.2.9 Die individuelle Bewertung der Schülerleistung
2.2.10 Die Berücksichtigung des Migrationshintergrundes
2.2.11 Evaluation und Diagnose
2.2.12 Der Kontakt zu den Eltern
2.2.13 Die Kooperation mit Fachkolleginnen und -kollegen
3. Ist-Aufnahme und Abfrage der Bereitschaft zur Mitarbeit an dem Konzept
3.1 Tabellarische Auswertung der Fragebögen
3.2 Bemerkungen zu den fächerübergreifenden Fragestellungen
3.3 Bemerkungen zu den fachspezifischen Fragen zum Fach Mathematik
3.4 Bemerkungen zu den fachspezifischen Fragen zum Fach Musik
3.5 Organisatorische Möglichkeiten
4. Das Konzept
4.1 Tabellarische Darstellung
4.4 Möglichkeiten und Vorteile teamorientierter Ansatzpunkte
4.2 Fachspezifische Aspekte im Fach Mathematik
4.3 Fachspezifische Aspekte im Fach Musik
5 Bewertung des Konzeptes
5.1 Vorteile und Hemmnisse
5.2 Übertragbarkeit auf andere Fächer
5.3 Generalisierbarkeit für andere Schulen
5.4 Schlusswort
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines praxisnahen Konzepts zur individuellen Förderung von Schülern in den Fächern Mathematik und Musik, das insbesondere durch teamorientierte Ansätze die Lehrkräfte entlastet und die Unterrichtsqualität steigert. Die Forschungsfrage untersucht, welche Möglichkeiten zur individuellen Förderung bereits genutzt werden und wie durch Kooperation und Teamteaching weitere Potenziale erschlossen werden können.
2.2.5 Die gegenseitige Hilfe von Schülerinnen und Schülern
Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat die Unterrichtsfächer als Neigungs- und Begabungsfächer gewählt und mit großer Wahrscheinlichkeit niemals die Verständnisprobleme einer Realschülerin oder eines Realschülers gehabt. Die fehlende Fähigkeit, sich in die Gedankengänge dieser Schülerinnen und Schüler hineinzuversetzen, erschwert allzu oft die nachvollziehbare Erklärung des mathematischen Sachverhaltes. Schülerinnen und Schüler sind daher meines Erachtens oft sehr gut geeignet, bei Verständnisproblemen von Mitschülerinnen und Mitschülern für die Lehrkraft einzuspringen.
Somit stellt diese Möglichkeit eine individuelle Förderung in zweifacher Hinsicht dar: Schwächere Schülerinnen und Schüler erhalten so Einblick in Sachverhalte, die ihnen möglicherweise ansonsten verborgen geblieben wären, stärkere Schülerinnen und Schüler werden in ihrer Argumentations- und Kommunikationsfähigkeit gefördert und erhalten dadurch oft ein vertiefendes Verständnis. In einer funktionierenden Klassengemeinschaft wirkt sich diese Form gegenseitiger Unterstützung auch im Sozialverhalten positiv aus: Weder ist es negativ, eine Problemstellung nicht zu verstehen (Verlierer), noch ist es negativ, zu den besseren Schülerinnen und Schülern zu gehören (Streber). Im Fach Musik ist eine gegenseitige Hilfestellung beim aktiven Musizieren sinnvoll: Schülerinnen und Schüler, die über instrumentale Vorkenntnisse verfügen, geben diese an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weiter.
1 Motivation: Warum ein Konzept zur individuellen Förderung?: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit individueller Förderung durch Verweise auf das Schulgesetz sowie aktuelle bildungspolitische Diskussionen wie die PISA-Studien. Es wird zudem die Bedeutung des Themas für die Ludwig-Uhland-Realschule hervorgehoben.
2. Dreizehn Möglichkeiten zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern für das zu entwickelnde Konzept: Hier werden dreizehn konkrete pädagogische Methoden vorgestellt, von Frontalunterricht über Partner- und Gruppenarbeit bis hin zur Einbeziehung von Eltern und Fachkollegen, die als Grundlage für das neue Förderkonzept dienen.
3. Ist-Aufnahme und Abfrage der Bereitschaft zur Mitarbeit an dem Konzept: Der Autor dokumentiert die Ergebnisse einer Fragebogenaktion unter den Fachkollegen, um den aktuellen Status Quo der individuellen Förderung sowie die Bereitschaft für neue, teamorientierte Ansätze zu eruieren.
4. Das Konzept: In diesem zentralen Teil wird das Förderkonzept tabellarisch zusammengefasst und die theoretischen sowie praktischen Möglichkeiten und Vorteile teamorientierter Ansätze wie Co- oder Team-Teaching detailliert ausgearbeitet.
5 Bewertung des Konzeptes: Dieses Kapitel kritisiert die Herausforderungen und Hemmnisse bei der Umsetzung, diskutiert die Übertragbarkeit auf andere Fächer sowie andere Schulen und zieht ein positives Fazit zur Umsetzung der Leitidee im Schulalltag.
Individuelle Förderung, Mathematikunterricht, Musikunterricht, Teamteaching, Schulentwicklung, Leistungsdifferenzierung, Unterrichtsqualität, Kooperation, Lehrkräfteentlastung, Sozialverhalten, Lernbiologie, Diagnose, Evaluation, Klassenorchester, Schulgesetz.
Die Arbeit entwickelt ein Konzept zur individuellen Förderung von Schülern, das insbesondere die Zusammenarbeit der Lehrkräfte in den Mittelpunkt stellt, um den unterschiedlichen Voraussetzungen der Lernenden in den Fächern Mathematik und Musik gerecht zu werden.
Die Arbeit behandelt die rechtliche Legitimation individueller Förderung, die Analyse von Unterrichtsmethoden, die Bedeutung von Teamentwicklung im Kollegium und die spezifischen Anforderungen der Fächer Mathematik und Musik.
Das Ziel ist die Erstellung einer unmittelbar umsetzbaren Hilfestellung für das Kollegium, um durch teamorientierte Strukturen (z.B. Teamteaching) individuelle Lernprozesse zu unterstützen, ohne die organisatorischen Möglichkeiten der Schule zu überfordern.
Der Autor kombinierte Literaturrecherche (theoretischer Rahmen) mit einer empirischen Ist-Aufnahme, durchgeführt durch fachbezogene Fragebögen an die Kolleginnen und Kollegen der betroffenen Fächer.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von 13 erprobten Fördermöglichkeiten, die Auswertung der Fragebögen und die detaillierte Ausarbeitung eines Konzepts, das Team-Teaching und klassenübergreifende Ansätze nutzt.
Individuelle Förderung, Teamteaching, Unterrichtsentwicklung, Leistungsdifferenzierung, Kooperation, Fachspezifische Didaktik.
Aufgrund der geringen Stundenzahl und des spezifischen Raumbedarfs für Musik ist eine kontinuierliche individuelle Betreuung schwierig, weshalb der Autor hier gezielt zusätzliche Musik-AGs als Lösung vorschlägt.
Teamfähigkeit wird als Schlüsselqualifikation gesehen. Die Arbeit argumentiert, dass eine erfolgreiche individuelle Förderung nur dann glaubhaft vermittelt werden kann, wenn die Lehrkräfte selbst Kooperation vorleben.
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