Masterarbeit, 2025
60 Seiten, Note: 2.0
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das Erleben und Verhalten in Organisationen. Sie geht der Forschungsfrage nach, wie der Einfluss von Extraversion auf Organizational Citizenship Behavior (OCB) unter der Berücksichtigung von Work Self-Esteem (WSE) als Mediator und Self-control effort – resisting distraction als Moderator im Arbeitskontext ausfällt.
2.1 Extraversion
Das Verständnis von Extraversion hat sich in den letzten hundert Jahren deutlich gewandelt. Werden die Ursprünge des Konstrukts untersucht, dürfte kein Weg an die Typenlehre von Carl Gustav Jung vorbeiführen, in der Extraversion als eine Grundeinstellung des Menschen galt, die psychischen Funktionen wie Denken, Fühlen, Empfinden und Intuieren auf die Außenwelt ausrichten würden, während Introvertierte sie auf die Innenwelt lenken (Jung 1921/1971, zitiert nach Frey-Wehrlin & Liebscher, 2020). Zwanzig Jahre später entwickelten Katharine Cook Briggs und Isabel Briggs Myers (1940) den Myers-Briggs Indicator (MTBI), in der Extraversion in der Dimension „E-I“ (für: Extraversion-Introversion) Anwendung findet. Auf Basis eines Schwellenwerts gelten Menschen als extra- oder introvertiert. Obwohl in wissenschaftlicher Literatur häufig darauf verwiesen wird, dass der MTBI auf C. G. Jungs Typenlehre aufbaut, bleibt fraglich, ob die Überführung seines diametralen Ansatzes zwischen Subjekt und Objekt in ein dichotomes Zwei-Klassen-Denken nicht vielmehr eine Reduktion darstellt (vgl. Stein & Swan, 2019). Heute scheinen typologische Persönlichkeitsmodelle, sei es der MTBI oder vergleichbare Modelle (z.B. DISC) weiterhin populär zu sein, insbesondere im Management und Coaching, während sie auf wissenschaftlicher Ebene vielseitig kritisiert werden (z. B. Pittenger, 2005; Stein & Swan, 2019). Die Erstellung eines persönlichen Profils, welches gleichzeitig Ausprägungen in beide Richtungen berücksichtigt, wird damit erschwert und dürfte der Diversität menschlicher Persönlichkeit nicht gerecht werden. Ambiversion kann ein passender Begriff an dieser Stelle sein, der keinen Spielraum für Entweder-Oder-Kategorien lässt. Studien zeigen darüber hinaus, dass gerade jene Verkäufer*innen erfolgreich sind, die sowohl extra- wie introvertierte Persönlichkeitszüge besitzen (Grant, 2013).
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewinnen Persönlichkeitsmodelle wie das Big-Five-Modell (Akronym: OCEAN) im wissenschaftlichen Diskurs an Bedeutung und geltend heute als valide (Anglim & O'Connor, 2019). Entgegen der Typenlehre gründen sie auf empirischen Daten, die durch faktoranalytische, lexikalische Verfahren erhoben werden (Thalmayer, Saucier & Eigenhuis, 2011). Im kulturellen Vergleich führt dies zu Herausforderungen, wenn beispielsweise Dominanz als Facette von Extraversion im asiatischen Raum weniger mit direkter Kommunikation und Durchsetzungsvermögen assoziiert wird als im westlichen Raum (Schmitt, Allik, McCrae & Benet-Martínez, 2007).
Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Forschungslücke im Bereich des "self-control effort - resisting distraction" angesichts zunehmender digitaler Ablenkungen dar und leitet die Forschungsfrage zu Extraversion, Work Self-Esteem (WSE) und Organizational Citizenship Behavior (OCB) ab.
Theorie: Hier werden die Konzepte von Extraversion, WSE, Self-control effort (resisting distraction) und OCB detailliert erläutert, ihre theoretischen Grundlagen diskutiert (u.a. COR-Theorie, Ego-Depletion) und die Hypothesen der Arbeit hergeleitet.
Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign als empirische Tagebuchstudie über zehn Werktage mit drei täglichen Messzeitpunkten, die Rekrutierung von 221 Teilnehmenden an der Universität Bielefeld und die verwendeten Messinstrumente.
Ergebnisse: Die deskriptive Statistik und die Regressionsanalyse zeigen, dass die Hypothesen 1 bis 3 (Extraversion beeinflusst WSE positiv, WSE beeinflusst OCB positiv, WSE mediiert den Einfluss von Extraversion auf OCB) bestätigt wurden, während die angenommenen Moderationseffekte von "resisting distraction" nicht signifikant waren.
Diskussion: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, ordnet sie theoretisch ein, beleuchtet die Stärken und Schwächen der Studie (z.B. selektive Stichprobe, fehlende Moderationseffekte) und leitet Implikationen für zukünftige Forschung sowie praktische Anwendungen ab.
Extraversion, Organizational Citizenship Behavior (OCB), Work Self-Esteem (WSE), Self-control effort, Resisting distraction, Persönlichkeitsmodelle, Conservation of Resources Theory (COR), Ego-Depletion, Tagebuchstudie, Moderierte Mediation, Arbeitskontext, Selbstwertgefühl, Prosoziales Verhalten, Mitarbeiterengagement, Aufmerksamkeitsleistung.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Persönlichkeitseigenschaft Extraversion auf prosoziales Verhalten im Arbeitskontext (Organizational Citizenship Behavior) auswirkt, wobei das arbeitsbezogene Selbstwertgefühl (Work Self-Esteem) als vermittelnder Faktor und die Anstrengungen zur Selbstkontrolle bei Ablenkungen (resisting distraction) als moderierender Faktor berücksichtigt werden.
Die zentralen Themenfelder sind Extraversion, Work Self-Esteem (WSE), Self-control effort – resisting distraction und Organizational Citizenship Behavior (OCB).
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten: "Wie wirkt sich Extraversion auf Organizational Citizenship Behavior aus unter der Berücksichtigung von Selbstwertgefühl und Selbstkontrollanstrengungen im Arbeitskontext?"
Es wird eine empirische Tagebuchstudie mit einem quantitativen, längsschnittlichen Design über zehn Werktage mit drei täglichen Messzeitpunkten eingesetzt. Die Auswertung erfolgt mittels SPSS-Regressionsanalysen.
Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Schlüsselkonstrukte (Extraversion, WSE, resisting distraction, OCB), der Herleitung der Hypothesen, der detaillierten Beschreibung der verwendeten Methode sowie der Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Charakterisierende Schlüsselwörter sind Extraversion, Organizational Citizenship Behavior (OCB), Work Self-Esteem (WSE), Self-control effort, Resisting distraction, Persönlichkeitsmodelle, Conservation of Resources Theory (COR), Ego-Depletion, Tagebuchstudie, Moderierte Mediation, Arbeitskontext, Selbstwertgefühl, Prosoziales Verhalten, Mitarbeiterengagement, Aufmerksamkeitsleistung.
Mögliche Gründe sind, dass im Erhebungszeitraum die Ausprägung der Moderatorvariable nicht ausreichend hoch war, die ressourcenzehrenden Effekte von resisting distraction überschätzt wurden, oder dass extravertierte Personen Ablenkungen aktiv aufsuchen und daher resisting distraction für sie weniger relevant ist, wie die Arousal-Theorie nahelegt.
Unternehmen können das WSE ihrer Mitarbeitenden gezielt fördern, z.B. durch regelmäßige Feedbackgespräche, um OCB zu stärken. Zudem sollten sie negative Ablenkungen reduzieren und die Entwicklung positiver Coping-Strategien fördern, um das Wohlbefinden und die Produktivität zu steigern.
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