Examensarbeit, 2005
109 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Emotionen
2.1 Emotionen im Sport
2.2 Die Entstehung der Gefühle
2.3 Kognitive Beeinflussung
2.4 Funktionen von Emotionen
2.5 Befindlichkeitsveränderungen nach sportlichen Aktivitäten
2.6 Zusammenhang von Belastung und Befinden
3 Methode
3.1 Beschreibung der Versuchspersonen
3.2 Untersuchungsplan
3.3 Versuchsplan
3.4 Die Datenerhebung
3.4.1 Aufbau und Beschreibung des Fragebogens
3.4.2 Aufbau und Beschreibung des Spielerbeobachtungsbogens
3.4.3 Aufbau und Beschreibung der Trainingsdokumentation
3.5 Operationalisierung der Variablen
3.6 Gütekriterien
3.7 Herleitung der empirischen Hypothesen
3.8 Untersuchungsablauf
3.9 Technik der Datenauswertung
4 Darstellung der Untersuchungsergebnisse
4.1 Ergebnisdarstellung der Versuchsperson 1
4.1.1 Darstellung der Mittelwerte
4.1.2 Korrelationsanalyse der Trainingsdaten
4.1.3 Korrelationsanalyse der Wettkampfdaten
4.1.4 Zeitreihen der Trainingseinheiten
4.1.5 Zeitreihen der Wettkämpfe
4.2 Ergebnisdarstellung der Versuchsperson 2
4.2.1 Darstellung der Mittelwerte
4.2.2 Korrelationsanalyse der Trainingsdaten
4.2.3 Korrelationsanalyse der Wettkampfdaten
4.2.4 Zeitreihen der Trainingseinheiten
4.2.5 Zeitreihen der Wettkämpfe
4.3 Vergleich beider Versuchspersonen
4.3.1 Vergleich der Mittelwerte
4.3.2 Vergleich der Korrelationskoeffizienten
4.3.3 Vergleich der Zeitreihen
4.4 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse
5 Überprüfung der Hypothesen
6 Diskussion
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die psychischen Befindensveränderungen von zwei Handballtorhütern im mittleren Leistungsbereich über einen Saisonverlauf hinweg zu untersuchen. Dabei wird analysiert, inwieweit unterschiedliche sportliche Situationen wie Trainingseinheiten und Wettkämpfe, sowie Faktoren wie Leistung und Erwartungserfüllung, das Befinden und die Stimmung der Sportler beeinflussen.
2.3 Kognitive Beeinflussung
Der Zusammenhang von Emotion und Kognition wird schon in der beschriebenen Zweikomponententheorie von Schachter und Singer (1962) deutlich, bei der die Kognition die Qualität der erlebten Emotion bestimmt (vgl. Rethorst, 1992). Sportliche Leistungssituationen, die mit Erfolg und Misserfolg verbunden sind, rufen bei Sportlern unterschiedlichste Emotionen hervor. Beispielsweise fühlt sich Boris Becker nach einem gewonnenen Tennismatch einfach nur glücklich oder Carl-Uwe Steeb ist nach einer Niederlage enttäuscht. Durch die kognitive Verarbeitung versucht der Handelnde Erklärungsversuche für sein Ergebnis zu finden. Sportler sprechen bei Erfolgen von ihrer guten Verfassung oder führen ihre Niederlage auf Benachteiligung durch den Schiedsrichter zurück, wodurch sie die Ursache für ihr Ergebnis finden wollen. Bierhoff-Alfermann (1986) vermutet, dass Sportwettkämpfe häufig den Anlass für Kausalattributionen bieten. Einerseits aufgrund ihrer besonderen Stellung im Alltagsgeschehen und andererseits, weil sie die Bedingungen für Kausalattributionen bieten. Rethorst und Willimczik (1991) beschreiben im Sinne Heiders (1958) Sportler als „naive Psychologen“, welche Erklärungen für ihr Handlungsergebnis suchen. Durch die kognitive Verarbeitung eines Ergebnisses treten unterschiedlichste Emotionen auf. Einerseits empfinden manche Sportler Enttäuschung über das letzte Ergebnis, andererseits empfinden sie Zufriedenheit über das erreichte Gesamtergebnis im Turnier. Einige Emotionen, wie Stolz oder Ärger, sind an eine Attribution von Ergebnissen gebunden, andere Emotionen sind nur vom Ergebnis abhängig, beispielsweise das Empfinden von Glück nach einem Sieg. Die Annahme von Rethorst (1994), dass verschiedene Personen auf identische Situation mit unterschiedlichen Emotionen reagieren, ist in dieser Arbeit von besonderem Interesse, da zwei Torhüter in identischen Situationen verglichen werden.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Interesse an der Thematik aus der Perspektive eines selbst aktiven Handballtorhüters und skizziert das Ziel, Einflussfaktoren auf das Befinden systematisch zu erfassen.
2 Emotionen: Dieses Kapitel vermittelt ein theoretisches Verständnis von Emotionen im Sport, deren Entstehung und Funktionen, und beleuchtet den Zusammenhang zwischen Belastung und Befinden.
3 Methode: Hier werden die Rahmenbedingungen, die Beschreibung der Versuchspersonen, das Untersuchungsdesign sowie die eingesetzten Erhebungsinstrumente detailliert dargelegt.
4 Darstellung der Untersuchungsergebnisse: Das umfangreichste Kapitel präsentiert die erhobenen Daten beider Versuchspersonen getrennt und vergleichend mittels Mittelwerten, Korrelationsanalysen und Zeitreihen.
5 Überprüfung der Hypothesen: Die zuvor aufgestellten empirischen Hypothesen werden hier anhand der Datenanalyse auf ihre Bestätigung oder Widerlegung hin untersucht.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, in den sportpsychologischen Kontext eingeordnet und mögliche Ansätze für zukünftige Forschung aufgezeigt.
Handballtorhüter, psychisches Befinden, Sportpsychologie, Trainingsbelastung, Wettkampf, Motivationsstruktur, Kognitive Bewertung, Leistungsanalyse, Emotionen, Einzelfallanalyse, Stimmung, Zielerreichung, Anstrengungsbereitschaft, Spielwirksamkeit, attributionale Theorie
Die Arbeit untersucht das psychische Befinden von zwei Handballtorhütern im mittleren Leistungsbereich über einen gesamten Saisonverlauf hinweg, um Ursachen für Befindensveränderungen zu identifizieren.
Zentrale Themen sind der Zusammenhang zwischen sportlicher Belastung (im Training und Wettkampf), der persönlichen Leistung, der Motivation und dem daraus resultierenden emotionalen Befinden der Sportler.
Das Ziel ist es, herauszufinden, welche Einflüsse das Befinden eines Torhüters positiv oder negativ beeinflussen können und ob die Leistung im Wettkampf einen direkten Einfluss auf das Befinden ausübt.
Es handelt sich um eine Langzeit-Einzelfallstudie, bei der über 152 Tage hinweg Daten mittels standardisierter Fragebögen zur Befindlichkeit und eines Spielerbeobachtungsbogens erhoben wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Emotionen im Sport sowie einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse durch Mittelwertvergleiche, Korrelationsanalysen und Zeitreihendarstellungen aufbereitet werden.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Handballtorhüter, psychisches Befinden, Sportpsychologie, Motivationsstruktur, Wettkampf, Leistungsanalyse und attributionale Theorie.
Die Untersuchung zeigt, dass bei beiden Torhütern ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Einsatzzeit und der Stimmung besteht, wobei eine hohe Einsatzzeit auch bei Niederlagen tendenziell einen positiven Einfluss auf die Stimmung haben kann.
Die Datenanalyse ergab keinen signifikanten direkten Zusammenhang zwischen der objektiven Leistung (z. B. gehaltene Bälle) und der Stimmung; stattdessen zeigte sich, dass individuelle Faktoren wie Zielerreichung und Erwartungserfüllung eine stärkere Rolle für das Befinden spielen.
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