Diplomarbeit, 2007
111 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Motive
2.1 Zwei Analyseperspektiven: Druck oder Zug
2.2 Motivstärke
2.3 Motivkomponenten
2.4 Primäre und sekundäre Motive
2.5 Die klassische Motivtrias: Leistung, Macht und Anschluss
2.5.1 Das Leistungsmotiv
2.5.2 Das Machtmotiv
2.5.3 Das Anschlussmotiv
2.6 Implizite versus explizite Motive
2.6.1 Implizite Motive
2.6.2 Explizite Motive
2.6.3 Die Interaktionshypothese
2.6.4 Validitätsbereiche impliziter und expliziter Motive
2.7 Motivdiagnostik
2.7.1 Projektive Verfahren
2.7.2 Fragebogenverfahren am Beispiel der Personality Research Form
2.7.3 Semiprojektive Verfahren am Beispiel des Multi-Motiv Gitters
3. Persönliche Homepages
3.1 Definition persönlicher Homepages
3.2 Klassifikation persönlicher Homepages
3.3 Verbreitung persönlicher Homepages
3.4 Inhalte persönlicher Homepages
3.5 Motive für persönliche Homepages
3.6 Zielgruppen persönlicher Homepages
3.7 Selbstdarstellungstheorie
4. Ziel der Untersuchung
5. Fragestellung und Hypothesen
6. Methode
6.1 Allgemeine Beschreibung der Untersuchung
6.1.1 Untersuchungsinstrumente
6.1.2 Untersuchungsmaterialien
6.1.3 Umgang mit Störvariablen
6.2 Stichprobenbeschreibung
6.3 Untersuchungsdesign
6.3.1 Prädiktorvariablen
6.3.2 Responsevariablen
6.3.3 Zusätzliche Variablen
6.4 Untersuchungsablauf
7. Ergebnisse
7.1 Interraterübereinstimmungen
7.2 Motivthematische Homepageinhalte und Motive der Probanden
7.3 Fragebogen „Persönliche Homepages“
7.3.1 Gewünschte Rubriken auf persönlichen Homepages
7.3.2 Gründe für eine persönliche Homepage
7.3.3 Erfahrungen mit persönlichen Homepages
7.3.4 Teilnahme an der „Untersuchung zur Wahrnehmung von Persönlichkeitsmerkmalen“
8. Diskussion
9. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht erstmals empirisch die motivationalen Hintergründe für die Gestaltung persönlicher Homepages. Das primäre Ziel besteht darin, zu klären, ob sich explizite Motive (bewusste Werte/Selbstbilder) oder implizite Motive (unbewusste Bedürfnisse) der Person in der Selbstdarstellung auf einer persönlichen Homepage widerspiegeln.
Die Rolle expliziter und impliziter Motive bei der Gestaltung persönlicher Homepages
Im Zeitalter des Internets sind Homepages inzwischen weit mehr als nur eine Modeerscheinung und längst nicht mehr Großunternehmen und der Prominenz vorbehalten. Der Besitz einer persönlichen Homepage ist heute viel mehr allen Altersgruppen vom Teenager bis zum Senior, allen Personengruppen vom Single über das Pärchen bis zur Großfamilie und nahezu allen Nationalitäten zugänglich und aufgrund der weiterhin steigenden Zahlen zur Domainentwicklung (DENIC, 2006) offensichtlich noch längst nicht gesättigt.
In den vergangenen Jahren sind mit dem Trend zur persönlichen Homepage auch eine Reihe von Untersuchungen zu diesem Thema einhergegangen (Machilek, Schütz & Marcus, 2004; Schütz, Machilek & Marcus, 2003; Döring, 2001). Die meisten der etwa 40 empirischen Arbeiten zum Forschungsgegenstand persönliche Homepages weisen aufgrund von Problemen einer adäquaten Stichprobenziehung jedoch eher explorativen Charakter auf (Schütz, Machilek & Marcus, 2003).
Das Beispiel der Homepage eines 17-Jährigen, der derzeit als Austauschschüler in Chile lebt und seine Erlebnisse vor Ort im Blog mit Bildern und Texten dokumentiert, ist ebenso charakteristisch für die Vielfalt der Selbstdarstellungen im Internet, wie die Seite der Bürokauffrau, die über ihre Bewerbungshomepage nach ihrer Elternzeit versucht zurück in den Beruf zu kehren. Albert, der privat auf seiner Homepage Informationen über erforderliche Rechnereinstellungen für den Internetzugang mit T-Online sammelt und diese interessierten Besuchern zu Verfügung stellt, ist ein weiteres Exempel. Und schließlich die Homepage der Großfamilie, die von A wie Auto, bis Z wie Zwergkaninchen alles über sich preisgibt und Verwandte und Freunde mittels ausführlicher Fotodokumentationen, Webcam und Gästebuch über die aktuellsten Geschehnisse auf dem Laufenden hält.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Verbreitung persönlicher Homepages ein und stellt die forschungspsychologische Relevanz der Frage nach den zugrunde liegenden impliziten und expliziten Motiven dar.
2. Motive: Das Kapitel bietet einen theoretischen Überblick über die Motivationspsychologie, insbesondere die klassische Motivtrias (Leistung, Macht, Anschluss) sowie die theoretische Fundierung der Unterscheidung zwischen impliziten und expliziten Motiven.
3. Persönliche Homepages: Hier wird der Forschungsstand zu persönlichen Homepages dargelegt, inklusive Definitionen, Klassifikationsmöglichkeiten, inhaltlicher Gestaltung und bisheriger Erkenntnisse zu Nutzer-Motiven.
4. Ziel der Untersuchung: Dieses Kapitel definiert die Ziele der Arbeit, die darin bestehen, die motivationalen Hintergründe der Web-Selbstdarstellung empirisch zu erhellen und die Validität der Testinstrumente in diesem neuen Kontext zu prüfen.
5. Fragestellung und Hypothesen: Basierend auf der Selbstdarstellungstheorie werden spezifische Hypothesen zum Ausdruck expliziter und impliziter Motive in verschiedenen Themenbereichen der Homepage-Gestaltung aufgestellt.
6. Methode: Das Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, inklusive der verwendeten Testinstrumente (MMG, PRF), der Stichprobenbeschreibung und des experimentellen Untersuchungsdesigns mittels multipler linearer Regressionen.
7. Ergebnisse: Die statistischen Auswertungen der Regressionsanalysen und der Fragebogendaten zur Rubrikenpräferenz und den Beweggründen der Probanden werden hier detailliert präsentiert.
8. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert und kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die Rolle des Machtmotivs und der Einfluss des impliziten Anschlussmotivs erörtert werden.
9. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel rekapituliert die theoretischen Grundlagen, die methodische Umsetzung und die zentralen empirischen Befunde der Diplomarbeit.
Persönliche Homepages, implizite Motive, explizite Motive, Leistungsmotiv, Machtmotiv, Anschlussmotiv, Multi-Motiv Gitter, MMG, Personality Research Form, PRF, Selbstdarstellung, Impression Management, Motivationspsychologie, Internet, Web-Design
Die Arbeit untersucht die motivationalen Hintergründe, die Menschen dazu bewegen, sich auf persönlichen Homepages darzustellen, und analysiert, inwieweit diese durch implizite oder explizite Motive gesteuert werden.
Die zentralen Felder sind die Motivationspsychologie, die Selbstdarstellungstheorie (Impression Management) und die psychologische Erforschung der Internetnutzung.
Die zentrale Frage ist, ob und wie sich implizite (unbewusste) und explizite (bewusste) Motive der Homepagebesitzer in der Gestaltung ihrer persönlichen Homepages widerspiegeln.
Zur Erfassung der Motive werden das Multi-Motiv-Gitter (für implizite Motive) und die Personality Research Form (für explizite Motive) genutzt; zur Analyse der Homepage-Inhalte dient der Auswertungsschlüssel für fließenden Text nach Winter.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Motiven und Homepages, gefolgt von einer empirischen Untersuchung, in der 40 Probandinnen eine fiktive Homepage gestalteten, deren Inhalte anschließend ausgewertet wurden.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Selbstdarstellung, Motivdiagnostik, Leistungs-, Macht- und Anschlussmotiv sowie die Unterscheidung von impliziten und expliziten psychologischen Konstrukten definiert.
Überraschenderweise erwies sich das explizite Machtmotiv als einer der stärksten Prädiktoren für macht- und leistungsmotivthematische Inhalte auf den Homepages, was auf eine soziale Akzeptanz dieses Motivs in der Zielgruppe hindeutet.
Aufgrund bekannter Geschlechterunterschiede bei der Internetnutzung und der Erfassung impliziter Motive wurde die Stichprobe aus Gründen der methodischen Kontrolle auf weibliche Psychologiestudentinnen begrenzt.
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