Magisterarbeit, 2009
123 Seiten
Einleitung
1. Quellen und Materiallage
2. Forschungsstand
3. Gegenstand und Aufbau der Arbeit
Kapitel 1 – Biographischer Abriss Friedrich Fabris
1. Das Elternhaus unter besonderer Berücksichtigung des Vaters
2. Die Jugend und Studienjahre Friedrich Fabris
3. Das Wirken als Inspektor der Rheinischen Missionsgesellschaft
4. Die letzten Jahre des Friedrich Fabri
Kapitel 2 - Missionsgeschichtliche Situation des 19. Jahrhunderts
1. Die Auslegung von Mission durch die verschiedenen Konfessionen
2. Die Protestantische Missionsgeschichte bis zum Wirken Fabris
3. Die Mission im Zusammenspiel mit dem westlichen Imperialismus
4. Die Funktion der Mission innerhalb des kolonialen Herrschaftsapparats
5. Der Kulturimperialismus und die Mission
6. Die Rheinische Mission innerhalb kolonialistischer Strömungen
Kapitel 3 - Die Rheinische Missionsgesellschaft
1. Geschichtlicher Abriss bis zur Übernahme Fabris
1.1 Die Vorgeschichte der Eberswalder- Gesellschaft
1.2 Die Vorgeschichte der Barmer- Gesellschaft
1.3 Die Gründung der Rheinischen- Missionsgesellschaft
1.4 Die Erweiterung der Rheinischen- Missionsgesellschaft
2. Die Missionsanschauung der RMG
2.1 Die Missionsanschauung unter Richter
2.2 Die Missionsanschauung unter Fabri
3. Fabris Wirken als Leiter der RMG
3.1 Die Übernahme des Amtes
3.2 Kirchwerdung
3.3 Fabris Entgegenwirken der Konfessionellen Krise in der Ausbildung
3.4 Konsensus
3.5 Die Erweiterung des Missionshauses
3.6 Personalpolitik
3.7 Veränderte Weltanschauung Fabris durch die Arbeit in der RMG
3.8 Die Kontinentale Missionskonferenz
3.9 Fabris Idee der Deutschen Kolonien
3.10 Wirken der RMG in Sumatra und Nias
3.11 Wirken der RMG in Südwestafrika
3.12 Fabris Ausscheiden als Leiter der RMG
3.13 Das Wirken in seinen letzten Jahren
Kapitel 4 – Bismarcks Kolonialpolitik
1. Bismarcks Ablehnung gegen Koloniale Bestrebungen
2. Expansionistische Interessenvereine
3. Bismarcks Einlenken in der kolonialen Frage
4. Fabris Verhältnis zu Bismarck
5. Anpassung der evangelischen Mission an die Kolonialpolitik
6. Fabris Kolonial- und Auswandererpolitik unter Caprivi
Kapitel 5 - Missionsgeschichtliche Betrachtung
1. Fabris missionsgeschichtliche Veränderungen innerhalb der RMG
1.1 Ausbildung
1.2 Konfessionsprobleme
1.3 Erweiterung des Missionsgebietes
1.4 Das neue missionsgeschichtliche Sendungsbewusstsein Fabris
2. Vom Konfessionalismus zum Interkonfessionalismus
2.1 Fabris Einfluss auf die Entwicklung der Weltmissionskonferenzen
2.2 Der Beginn der Weltmissionskonferenzen
2.3 Mission während des I. Weltkriegs und seine Konsequenzen
2.4 Die Fortsetzung der Konferenzen
2.5 Der Zweite Weltkrieg und die Wideraufnahme der Konferenzen
3. Fabri und das Zusammenspiel von Kolonialismus und Mission
4. Einfluss auf Persönlichkeiten der Missionsgeschichte
Kapitel 6 – Exkurs über die Realisierbarkeit einer Ausstellung zum Thema Friedrich Fabri
1. Vorbemerkung
2. Vorbereitungen
2.1 Die Terminplanung
2.2 Die Ausleihe
2.3 Ausleihbedingungen, Vorvertrag und Leihvertrag
3. Sachplanung
3.1 Maßstabsgerechte Modelle
3.2 Ein- und Aufbauten
3.3 Die Zeitplanung für den Aufbau
3.4 Das Konzept
4. Aufbau der Exponate
4.1 Ankunft
4.2 Aufbauten und Inszenierungen
4.3 Aufbau von Großobjekten
4.4 Aufbau von Kleinobjekten
4.5 Raumgestaltung und Dekoration
4.6 Audiovisuelle Hilfen
4.7 Wegführung
5. Objektivierung
6. Realisierbarkeit
6.1 Das Ausstellungsdatum
6.2 Die Exponate
6.3 Das Konzept
6.4 Darstellungsformen/Objektivierung
6.5 Der Ausstellungsort
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Bedeutung von Friedrich Fabri für die Missionsgeschichte, wobei insbesondere sein Einfluss auf die Überwindung konfessioneller Konflikte innerhalb protestantischer Missionsgesellschaften und seine Rolle als Wegbereiter für die ökumenische Bewegung im Fokus stehen. Gleichzeitig wird analysiert, wie seine kolonialpolitischen Ambitionen die Arbeit der Rheinischen Missionsgesellschaft sowie das koloniale Zeitalter beeinflussten.
1. Quellen und Materiallage
Die Ausarbeitung der vorgelegten Arbeit zum Thema „Einordnung Friedrich Fabris in den missionsgeschichtlichen Kontext“ bot aufgrund einer schwierigen Materiallage einige Problematiken. Zwar hinterließ Fabri einen umfangreichen Nachlass weshalb die Erstellung einer Biographie noch im Todesjahr Fabris von einem Freund begonnen wurde, jedoch wurde diese nie fertig gestellt. Ähnliches gilt für das Mitte der 1920er Jahre von einem Mitglied der Familie Fabris geplante Lebensbild. Auch nach umfangreichen Recherchen, blieb das meiste Material des Nachlasses Fabris unauffindbar. Somit wird hiermit dem Historiker und Migrationsforscher Klaus Bade zustimmend der Hauptnachlass Fabris als verloren gegangen erachtet.
Laut Bade lässt sich die Spur des Nachlasses von Godesberg bis nach Indonesien vorfolgen. In den Wirren des zweiten Weltkriegs lässt sich der letzte Anhaltspunkt feststellen, da der Nachlass Fabris in diesem beschlagnahmt wurde, jedoch seitdem als verschollen gilt. Ein Restnachlass von Korrespondenzen Fabris befand sich laut Bade noch bis 1940 im Archiv der Rheinischen Mission, ging jedoch ebenfalls während des Krieges verloren.
Der Zeitraum vor der Übernahme Fabris als Leiter der Rheinischen Mission ist ebenfalls schlecht dokumentiert. So existieren hier nur einige, aus dem Nachlass herausgegebene Briefe an seine Verlobte, die Tübinger Promotionsakten und wenige Akten im landeskirchlichen Archiv Nürnberg. Während der Zeit als Missionsleiter stehen hingegen umfangreichere Protokolle, Personalakten und Briefkopien innerhalb des Archivs der Rheinischen Mission zur Verfügung.
Dokumente nach der Zeit der Entlassung Fabris aus der Rheinischen Mission sind ebenfalls Mangelware. So existieren hier hauptsächlich Fabris eigene Schriften welche zu Themen des Außenhandels und der Kolonialpolitik, Kolonialmission sowie zu Problem der Auswanderung verfasst wurden.
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die schwierige Quellen- und Materiallage zur Biographie von Friedrich Fabri und umreißt den aktuellen Forschungsstand sowie den Aufbau der Arbeit.
Kapitel 1 – Biographischer Abriss Friedrich Fabris: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Fabris nach, vom Elternhaus über sein Studium bis hin zu seiner Tätigkeit als I. Inspektor der Rheinischen Missionsgesellschaft.
Kapitel 2 - Missionsgeschichtliche Situation des 19. Jahrhunderts: Hier wird der historische Kontext der protestantischen Mission, die Verflechtung mit dem westlichen Imperialismus und die Rolle des Kulturimperialismus analysiert.
Kapitel 3 - Die Rheinische Missionsgesellschaft: Dieses Kapitel behandelt detailliert die Entstehungsgeschichte, die Entwicklung der Missionsanschauungen sowie das Wirken Fabris als Leiter der Gesellschaft.
Kapitel 4 – Bismarcks Kolonialpolitik: Dieses Kapitel beleuchtet das Verhältnis zwischen Bismarck und der Kolonialbewegung sowie die Einflüsse von Interessenverbänden auf die deutsche Kolonialpolitik.
Kapitel 5 - Missionsgeschichtliche Betrachtung: Hier werden die missionsgeschichtlichen Veränderungen, der Wandel von Konfessionalismus zu Interkonfessionalismus und der Einfluss Fabris auf nachfolgende Generationen diskutiert.
Kapitel 6 – Exkurs über die Realisierbarkeit einer Ausstellung zum Thema Friedrich Fabri: Dieser Exkurs setzt sich theoretisch mit der Planung und Umsetzung einer Ausstellung zu Friedrich Fabri auseinander.
Friedrich Fabri, Rheinische Missionsgesellschaft, Missionsgeschichte, Kolonialismus, Imperialismus, Protestantismus, Konfessionalismus, Ökumene, Weltmissionskonferenzen, Bildungsgeschichte, Auswanderungspolitik, Bismarck, Missionswissenschaft, Kulturimperialismus.
Die Arbeit untersucht die Person Friedrich Fabri im missionsgeschichtlichen Kontext des 19. Jahrhunderts und seine vielschichtige Rolle als Theologe, Missionsleiter und Kolonialpolitiker.
Die zentralen Felder sind die Geschichte der Rheinischen Missionsgesellschaft, die Entwicklung der protestantischen Mission, das Verhältnis von Mission zum deutschen Imperialismus sowie die kirchenpolitischen und kolonialen Theorien Fabris.
Das Ziel ist es, Fabris Einfluss auf die Missionsgeschichte aufzuzeigen, insbesondere seine Bemühungen, konfessionelle Konflikte zu überbrücken und damit Vorläufer für spätere ökumenische Bewegungen zu schaffen.
Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse von Primärquellen, Archivmaterialien und einer kritischen Auseinandersetzung mit bestehender Sekundärliteratur basiert.
Der Hauptteil analysiert die missionsgeschichtliche Situation im 19. Jahrhundert, die Strukturen der Rheinischen Missionsgesellschaft unter Fabris Führung, das komplexe Verhältnis zu Bismarck und die langfristigen Wirkungen von Fabris kirchenpolitischem Handeln.
Wichtige Begriffe sind Friedrich Fabri, Rheinische Missionsgesellschaft, Mission, Kolonialismus, Imperialismus, Konfessionalismus, Ökumene und Weltmissionskonferenzen.
Fabri versuchte durch eine antikonfessionelle Bildungspolitik innerhalb der Missionsschule das Ungleichgewicht zwischen lutherischen und reformierten Einflüssen auszugleichen, um eine breitere Einsatzfähigkeit der Missionare zu ermöglichen.
Der Autor zeigt auf, dass Fabri ein zentraler Akteur in der deutschen Kolonialbewegung war und die Mission teilweise als ein integraler Bestandteil imperialistischer Bestrebungen ansah, auch wenn er gleichzeitig bestrebt war, missionarische Arbeit und koloniale Verwaltung organisatorisch voneinander abzugrenzen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine reine Personenausstellung schwierig ist, empfiehlt jedoch eine breitere thematische Einordnung in den missionsgeschichtlichen Kontext, um sowohl die Exponatlage zu verbessern als auch das Interesse eines größeren Publikums zu wecken.
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