Bachelorarbeit, 2010
107 Seiten, Note: 2,7
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Abriss des geschichtlichen Hintergrunds des Sports
3.1 Der Beginn des vormodernen Sports
3.1.1 Die vormoderne Gesellschaft und das Mittelalter
3.1.2 Die Verselbständigung des Sports
3.1.3 Die Erfindung der Geschlechterdifferenz
3.1.4 Die Ausdifferenzierung des Sports in den deutschen Staaten
3.1.5 Die Entstehung des modernen Fußballs in England
3.1.6 Die Verbreitung und Entwicklung des Fußballs in Deutschland
4. Adoleszenz und Pubertät
4.1 Definition
4.1.1 Gemeinschaft und Jugendkulturen
4.2 Körperliche und sozial-emotionale Entwicklung
4.2.1 Pubertät – Körper – Vielfalt
4.2.1.1 Jungen machen ihre Adoleszenz
4.3 Identität in der Adoleszenz
4.3.1 Adoleszente Entwicklungsprozesse/Destruktivität
4.3.2 Identität als ein psychoanalytisches Entwicklungskonzept
4.3.3 Interaktive Prozesse
4.3.3.1 Erwachsenenstatus
4.3.4 Innere und äußere Realität
4.3.5 Selbstreflexion in der Adoleszenz
4.3.6 Narzissmus in der Adoleszenz
4.3.7 Trauma und Identität
4.3.7.1 Zerstörung des Urvertrauens
4.3.8 Entwicklung der kognitiven Identität
4.3.9 Ziele der Identitätsfindung
4.3.10 Übernommene Identität
4.3.11 Diffuse Identität
4.3.12 Moratorium
4.3.12.1 Jugend als Bildungsmoratorium
4.3.12.1.1 Die Phasen des Peter Blos
4.3.12.1.2 Mario Erdheim's „zweite Chance“
4.3.12.1.3 Biographie und Identität bei Erikson
4.3.12.1.3.1 Kindheit und Gesellschaft
4.3.12.1.3.2 Konflikt und Krise in der Lebenslauftheorie
4.3.12.1.3.3 Die acht Lebensphasen (Erikson)
4.3.12.1.3.3.1 Ich-Identität
4.3.13 Erweiterte Identität
4.4 Egozentrismus
4.4.1 Folgen für das Verhalten
4.4.1.1 Selbstzufriedenheit bei Jungen und Mädchen
4.4.1.1.1 Eine besondere Begabung?
4.5 Jugendsexualität
4.5.1 Psychosexuelle Entwicklung
4.5.1.1 Die Bedeutung der inneren Genitalität
4.5.1.2 Homosexualität in der Adoleszenz
4.5.2 Zeitpunkt der Ejakularche
4.5.3 Jugendsexualität heute
4.6 Chancen und Risiken in der Adoleszenz
4.6.1 Problemlösungsmuster und Störungen
4.6.2 Was ist normal, was beunruhigend?
4.6.3 Kennzeichen adoleszenter Krisen
4.6.4 Schwere Erkrankungen im Verborgenen
4.7 Das Ende der Adoleszenz – Was kommt danach?
4.7.1 Gewaltentstehung am Beispiel Schule
4.7.2 Ansätze für neue Jungs
5. Sozialisation
5.1 Definition
5.2 Sozialisationstheorien
5.2.1 Der symbolische Interaktionismus bei Mead
5.2.2 Sozialisation als Reproduktion der Gesellschaft bei Durkheim
5.2.3 Die sieben Maximen der Sozialisationstheorie bei Hurrelmann
5.3 Männlichkeit – Der männliche Habitus
5.3.1 Männerforschung und gesicherte Prämissen
5.3.2 Männerforschung in Deutschland
5.3.3 Die Gesellschaftlichkeit des Individuums
5.3.4 Theoretische Annäherungen an Männlichkeit
5.3.5 Kategorien von Männlichkeit?
5.4 Aneignung der Realität aus systemtheoretischer Sicht
5.4.1 Erkenntnis und Realität
5.4.2 Autopoiesis-Theorie bei Maturana
5.4.3 Viabilität als Gütekriterium der Erkenntnisse
5.4.4 Luhmanns Theorie sozialer Systeme
5.4.5 Anriss des Sozialen Konstruktivismus (SK)
5.5 Der Körper im Prozess der Sozialisation
5.5.1 Der zivilisierte Körper bei Elias
5.5.2 Der disziplinierte Körper bei Foucault
5.5.3 Der Körper als Kapital bei Bourdieu
5.5.4 Theoretische Zugänge zum Körper
5.5.4.1 Körper und Diskurstheorie bei Butler
5.5.4.2 Die Verschränkung von Körper und Leib bei Jäger
5.6 Heutige Sozialisation von Jungen – kalt und cool
5.6.1 Lesesozialisation
6. Aspekte des Fußballs zur Sozialisation
6.1 Körper und Identität – Ein Konzept der Selbstbeschreibung?
6.1.1 Das Werkzeug Fußball zur Lebensgestaltung
6.2 Räumliche Sozialisation durch Fußball
6.2.1 Der Beitrag des Fußballs zur nationalen Identität
6.2.2 Sozialisationsprozesse im Fußball
6.2.3 Fußballjugend unterwegs
6.2.4 Anthropologische Grundlagen im Fußballsport
6.2.5 Fußball integriert in den europäischen Raum
6.3 Gewaltprävention
6.4 Resilienz
6.5 Fair-Play
6.6 Macht Fußball schlau?
6.7 Fußball schafft Freundschaft
6.8 Theologische Sichtweisen auf den Fußball
6.8.1 Erfahrung des Heiligen
6.8.2 Kraftfelder des Begehrens
6.8.3 Fußball bildet Gemeinschaft
6.9 Berührung und Empfinden durch Fußball
6.10 Das Training
6.11 Allgemeine sportpädagogische Absichten
6.12 Gesundheit
7. Fazit
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht theoretisch und literaturgestützt, inwieweit der Fußballsport Jungen im Prozess der Adoleszenz sozialisieren kann. Dabei wird die Geschichte des Fußballs mit Konzepten der Identitätsfindung, Männlichkeit und Sozialisation verknüpft, um zu einer theoretischen Modellierung zu gelangen, die als Grundlage für pädagogische Erkenntnisse dient.
3.1.2 Die Verselbständigung des Sports
In der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurde der Sport ein eigenständiges Funktionssystem, dies ist durch die Leistungssteigerung im Beruf erklärbar. Die Systeme Medizin (Untersuchung des Körpers), Gesundheit (Förderung des Gemeinwohls durch Institutionen) und Erziehung (Werkzeug zur Charakterbildung, Prägung wichtiger sozialer Fähigkeiten wie Selbstdisziplin, Kooperation, Konkurrenzfähigkeit, Empathie und Leistungsbereitschaft) bildeten sich heraus. Die Aufklärung des Menschen und dessen propagierte Vervollkommnung der Vernunft trug Ihres dazu bei. Ab sofort stand die Vermessung des Körpers und dessen Leistungsbetrachtung im Vordergrund (körperlich, geistlich). Durch Sport in der Schule sollten Aggressionen abgebaut, und Brutalität gemildert werden. Es kam zur Ideolisierung des Sports. Ich meine, hier ist ein guter Anhaltspunkt für meine Überlegungen aus dem Vorwort, inwiefern Fußball auf die Persönlichkeit einwirken kann. Kann Fußball wirklich fit fürs Leben machen? (vgl. Punkt 5 und 6). Zu einer Spaltung des Sports kam es infolge der Statusrivalität unter den Ständen (Vorstellung von einer verdient erworbenen Lebensführung). Schule bediente sich des Sports zum Zwecke der Formung neuer Führungsqualitäten. Durch eine politisch-religiöse Aufladung des Sports mittels des muskulären Christentums wollte man ein neues männliches Geschlecht schaffen (vernunftgelenkt, kraftvoll, gesunder Körper). Durch einheitliche Regeln sollte Sport vergleichbar werden.
Werner Schmidt spricht in diesem Zusammenhang von der Ausweitung eines Spannungsverhältnisses zwischen zwei Parteien, die immer wieder geändert worden seien, um eine Spannungsbalance zu halten. Zunächst wurde der Ball von Dorf zu Dorf gespielt, dann innerhalb komplexerer Bedingungen (Spielfeldabgrenzung, Regeln etc.). Dies hatte eine Umstellung der Techniken, Taktik (Zwang zu Kooperation in Angriff und Abwehr, zum Spielaufbau bzw. Verteidigung) zur Folge, und ist somit als ein höchst interaktionistischer (Gestik, Mimik, Kommunikation) und sozialer Vorgang zu betrachten. Er sagt, der große päd. Wert der Spielregeln liege in ihrer Veränderbarkeit (Größe des Spielfelds, Anzahl der Spieler, technische Regeln usw.). Einheitliche Regeln begünstigten Wettkämpfe zwischen Schulen und Universitäten, so überwand der Sport schließlich lokale und nationale Grenzen. Sport wurde so zum öffentlichen Gedächtnis.
1. Vorwort: Der Autor erläutert die persönliche Motivation für die Themenwahl und verknüpft seine eigenen sportlichen Erfahrungen mit der Fragestellung.
2. Einleitung: Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die Sozialisationsfunktion des Fußballs für Jungen in der Adoleszenz literaturgestützt und theoretisch zu untersuchen.
3. Abriss des geschichtlichen Hintergrunds des Sports: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung des Sports vom Mittelalter über die britischen Public Schools bis hin zum modernen, integrierenden Fußball in Deutschland nach.
4. Adoleszenz und Pubertät: Hier werden die biologischen und psychologischen Herausforderungen des Jugendalters, einschließlich Identitätskrisen und sexueller Entwicklung, ausführlich theoretisch aufgearbeitet.
5. Sozialisation: Es werden zentrale Sozialisationstheorien (Mead, Durkheim, Hurrelmann) und systemtheoretische Ansätze vorgestellt, um die Einbettung des Individuums in gesellschaftliche Strukturen zu erklären.
6. Aspekte des Fußballs zur Sozialisation: Die theoretischen Erkenntnisse werden konkret auf den Fußballsport übertragen, um dessen Wirkung auf Identität, Gewaltprävention, Resilienz und kognitive Leistung zu analysieren.
7. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Fußball durch seine Struktur und die sozialen Kontakte als bedeutender Modulator für die Identitätsentwicklung und "Lebensbewältigungskompetenzen" von Jungen fungieren kann.
Adoleszenz, Sozialisation, Fußball, Identitätsfindung, Männlichkeit, Pubertät, Systemtheorie, Pädagogik, Sport, Persönlichkeitsentwicklung, Gruppendynamik, Jugendkultur, Resilienz, soziale Kompetenz, Charakterbildung
Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag der Fußballsport zur Sozialisation von Jungen während der Adoleszenzphase leisten kann.
Die Arbeit verknüpft die Geschichte des Sports, Theorien der Identitätsentwicklung und männlichen Adoleszenz mit systemtheoretischen Sozialisationsmodellen und sportpädagogischen Fragestellungen.
Das Ziel ist die Erstellung einer theoretischen Modellierung, die erklärt, wie der Fußball als "Tor" zu sozialen Kompetenzen dienen und Jungen bei der Identitätsfindung unterstützen kann.
Die Autor verwendet eine hermeneutische Methode, um theoretische Konzepte literaturgestützt zu interpretieren und in einen pädagogischen Sinnzusammenhang zu bringen.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung des Fußballs, die psychologischen Prozesse der Adoleszenz sowie Sozialisationstheorien und deren Anwendung auf das Fußballtraining und das Verhalten in der Mannschaft.
Wichtige Begriffe sind Adoleszenz, Sozialisation, Identitätsfindung, Männlichkeit, Systemtheorie und Persönlichkeitsentwicklung durch Sport.
Der Trainer wird als eine wichtige männliche Bezugsperson und Mentor gesehen, der über den sportlichen Drill hinaus zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Abbau von Ängsten beiträgt.
Ja, der Autor führt empirische Belege an, die darauf hindeuten, dass Lernen in Kombination mit aerobem Training die kognitive Leistungsfähigkeit, Kreativität und Vernetzung der Gehirnzellen fördert.
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