Magisterarbeit, 2010
125 Seiten, Note: 1,0
1. VORWORT
2. EINLEITUNG
2.1. FILMBESCHREIBUNG
2.2. HINFÜHRUNG ZUR FRAGESTELLUNG
2.3. GLIEDERUNG DER ARBEIT
2.4. HINWEISE ZUR ARBEITSMETHODE
3. SPORTKLETTERN
3.1. SPEZIELLE ASPEKTE DER SPEEDBEGEHUNG
4. SPEZIELLE ASPEKTE DES SPORTFILMS „AM LIMIT“
4.1. SPIELFILM ODER DOKUMENTARFILM?
4.2. ECKDATEN ZUM FILM
4.3. FILMKRITIKEN
5. ALLGEMEINE ASPEKTE VON MEDIEN
5.1. KONSTRUKTION VON MEDIEN-WIRKLICHKEIT
5.2. MASSENMEDIEN UND MASSENKOMMUNIKATION
5.3. MEDIENWIRKUNGEN
5.4. EINSTELLUNGEN UND MEINUNGEN
5.4.1. EINSTELLUNGSMODELLE
5.4.2. THEORIEN VON EINSTELLUNGEN
5.4.3. KOMPONENTEN VON EINSTELLUNG
5.4.3.1. KOGNITIVE KOMPONENTE
5.4.3.2. AFFEKTIVE KOMPONENTE
5.4.3.3. VERHALTENS-KOMPONENTE
5.5. MODELLE DER KOMMUNIKATIONS- UND MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG
5.5.1. S-R-MODELL DER MEDIENWIRKUNG (MERTEN)
5.5.2. S-O-R- MODELL DER MEDIENWIRKUNGEN (ALLPORT)
5.5.3. USES-AND-GRATIFICATIONS - DER NUTZUNGSANSATZ (SCHENK)
5.5.4. SCHEMATHEORETISCHES PROZESSMODELL (AXELROD)
5.5.5. AGENDA-SETTING-FUNKTION DER MASSENMEDIEN
5.5.6. DAS FELDMODELL DER MASSENKOMMUNIKATION (MALETZKE)
5.6. REZIPIENT(INN)EN UND PUBLIKUM
5.7. ZUSAMMENFASSUNG
6. SPORT UND MEDIEN
6.1. DER SPORTFILM
6.1.1. GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG DES SPORTFILMS
6.1.2. SPEZIELLE ASPEKTE DES KINOS
6.2. BILDINSZENIERUNG UND AUFBAU DES FILMS
6.3. SPEZIELLE ASPEKTE DES MEDIENSPORTS
6.3.1. ÄSTETHISIERUNG IM MEDIENSPORT
6.3.2. DRAMATURGISIERUNG
6.3.3. KÖRPERINSZENIERUNG
6.3.4. IDENTIFIKATION
6.3.5. PARASOZIALE INTERAKTION
7. DAS PHÄNOMEN DES ABENTEUER- UND RISIKOSPORTS
7.1. MEDIENASPEKTE VON ABENTEUER- UND RISIKOSPORT
8. SPORT – MEDIEN – WIRTSCHAFT
8.1. SELBSTINSZENIERUNG VON SPORTATHLET(INNEN)EN
9. SPEZIELLE ASPEKTE VON GENDER UND GESCHLECHT
9.1. GENDER UND MEDIEN
9.2. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ASPEKTE VON REZEPTION
9.3. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ASPEKTE - VON ABENTEUER- UND RISIKOSPORT
9.4. FAZIT
10. ZUSAMMENFASSUNG
11. QUALITATIVE ERHEBUNG UND ANALYSE
11.1. SPEZIELLE ASPEKTE DER FORSCHUNGSMETHODE
11.1.1. METHODEN-BEGRÜNDUNG
11.1.2. STUDIENDESIGN
11.1.3. INTERVIEW-LEITFADEN
11.1.4. SPEZIELLE ASPEKTE DER AUSWERTUNG
11.2. QUALITATIVE AUSWERTUNG DER EINSTELLUNGSKOMPONENTEN
11.2.1. AUSWERTUNG DER KOGNITIVEN EINSTELLUNGSKOMPONENTEN
11.2.2. AUSWERTUNG DER AFFEKTIVEN EINSTELLUNGSKOMPONENTEN
11.2.3. AUSWERTUNG DER KONATIVEN EINSTELLUNGSKOMPONENTEN
12. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die Arbeit untersucht die kurzfristigen Medienwirkungen des Sportdokumentarfilms "Am Limit" auf das Publikum. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Geschlechterkonstruktionen und Männlichkeitsbilder im Film inszeniert werden und inwiefern diese Inszenierungen bei Frauen und Männern, unabhängig von ihrer Vorerfahrung im Klettersport, unterschiedliche Einstellungen und Verhaltensintentionen auslösen.
4.1. SPIELFILM ODER DOKUMENTARFILM?
Damit die Diskussion über die Kategorisierung des Films „Am Limit“ sich nicht in eine subjektive Bewertungs- oder Ansichtssache in Bezug auf das Genre verläuft, werden hier alle Aspekte des Dokumentarfilms angeführt und erörtert. Würde man den Film szenenweise beschreiben, würde man unterschiedliche Grade der Inszenierung, Dramaturgie oder Dokumentation finden. Der Regisseur Pepe Danquart, welcher als erfahrener Dokumentarfilmer bekannt ist, sieht bei seinem Film jedoch keinen Widerspruch zum Dokumentarischen:
„Jeder Film wird anders im Verlauf. Man muss natürlich auch bei Filmen wie diesem, der natürlich zu einem großen Teil inszeniert ist, was aber kein Wiederspruch zum Dokumentarischen sein muss, auf das reagieren was passiert.“ (Film: „Am Limit“)
Des Weiteren wird von Pepe Danquart beschrieben, dass er etwas Neues kreieren wollte und deshalb verschiedene Elemente der Dramaturgie, aber auch des Dokumentarfilms mischte. Eine umstrittene Szene ist sicherlich jene, wo beide Brüder auf dem Berggipfel übernachten und Thomas von einem bösen Traum geplagt wird. In dem Traum wird dargestellt, wie beide Brüder während des Kletterns abstürzen. Dabei bleiben sie reglos im Seil hängen und aufgrund des Gewichts bricht die einzige Sicherung aus, wodurch beide in die Tiefe stürzen. Diese Szene ist natürlich reine Fiktion und wurde auch von den Athleten in Absprache mit dem Kamerateam inszeniert. Dennoch wissen die Zuseher(innen), dass es sich um einen Traum handelt und diese Szene keinen Wirklichkeitsanspruch stellt. Ziel dieser Szene ist wahrscheinlich den Zuseher(innen) vor Augen zu führen, wie ein „Worst-Case-Szenario“ beim Klettern aussehen könnte, und wie die Verarbeitung von Ängsten bei den Athleten vor einem riskanten Projekt ablaufen kann.
1. VORWORT: Persönliche Danksagungen des Autors an Familie und Freunde für die Unterstützung während der Studienzeit.
2. EINLEITUNG: Einführung in den Trend des Sportdokumentarfilms und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage zur Konstruktion von Geschlecht und Medienwirkung.
3. SPORTKLETTERN: Überblick über die historische Entwicklung des Sportkletterns und die verschiedenen Begehungsstile sowie die Besonderheiten der Speedbegehung.
4. SPEZIELLE ASPEKTE DES SPORTFILMS „AM LIMIT“: Diskussion der Genrezugehörigkeit (Dokumentarfilm vs. Spielfilm) sowie Analyse von Eckdaten und Filmkritiken.
5. ALLGEMEINE ASPEKTE VON MEDIEN: Theoretische Grundlagen zu Medienwirklichkeit, Medienwirkung, Einstellungsmodellen und Modellen der Kommunikationsforschung.
6. SPORT UND MEDIEN: Untersuchung der Zusammenhänge von Sport und Medien, insbesondere der Inszenierungsformen von Mediensport und dem Kinoerlebnis.
7. DAS PHÄNOMEN DES ABENTEUER- UND RISIKOSPORTS: Definition von Abenteuer- und Risikosport sowie Analyse der gesellschaftlichen Motive hinter dieser Trendsportbewegung.
8. SPORT – MEDIEN – WIRTSCHAFT: Beleuchtung der ökonomischen Komponente und der Selbstinszenierung von Sportathleten als Markenbotschafter.
9. SPEZIELLE ASPEKTE VON GENDER UND GESCHLECHT: Theoretische Einordnung der Geschlechtertheorien im Sportkontext und Diskussion der geschlechtsspezifischen Rezeption.
10. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenführende Darstellung der theoretischen Erkenntnisse aus den verschiedenen Disziplinen.
11. QUALITATIVE ERHEBUNG UND ANALYSE: Detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, des Studiendesigns und der qualitativen Auswertung der Interviewdaten.
12. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN: Interpretation der Ergebnisse und Ableitung wissenschaftlicher Schlussfolgerungen zu den Medienwirkungen des Films.
Sportklettern, Speedbegehung, Am Limit, Medienwirkung, Einstellungsforschung, Geschlechterkonstruktion, Gender, Abenteuersport, Risikosport, Dokumentarfilm, Inszenierung, Sportsoziologie, Rezeptionsanalyse, Identifikation, Parasoziale Interaktion
Die Arbeit untersucht die kurzfristigen Auswirkungen des Sportdokumentarfilms „Am Limit“ auf die Einstellungen und Wahrnehmungen von Zuschauern im Hinblick auf Geschlechterrollen und Männlichkeitsbilder.
Die zentralen Felder sind die Medien- und Kommunikationswissenschaften, angewandt auf den Sportsektor, mit einem starken Fokus auf die Theorie des Abenteuer- und Risikosports sowie Gender-Aspekte.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu verstehen, wie Geschlecht im Film „Am Limit“ konstruiert und inszeniert wird und wie der Film auf Frauen und Männer sowie auf sportarterfahrene und -unerfahrene Zuschauer wirkt.
Es handelt sich um eine empirisch-qualitative Studie. Der theoretische Teil wird durch qualitative Interviews mit acht Probanden (vier Frauen, vier Männer) ergänzt, deren Ergebnisse mittels Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Begriffe wie Medienwirklichkeit, Einstellungsmodelle und Mediensport definiert, sowie einen empirischen Teil, in dem die gewonnenen Interviewdaten zu kognitiven, affektiven und konativen Komponenten analysiert werden.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Sportdokumentation, Medienwirkung, Einstellungsmodell, Geschlechterkonstruktion, Identifikation und parasoziale Interaktion aus.
Der Film dient als konkretes, dokumentarisches Fallbeispiel, da er als „Sportdokumentarfilm“ moderne Inszenierungstechniken nutzt, um eine Randsportart einem breiten Publikum zugänglich zu machen und dabei traditionelle männliche Rollenbilder transportiert.
Die Arbeit zeigt, dass Männer (insbesondere sportklettererfahrene) den Film eher als Ansporn oder Bewunderung rezipieren, während Frauen den Familienaspekt und die damit verbundenen Risiken häufig kritischer und besorgter bewerten.
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