Masterarbeit, 2025
146 Seiten, Note: 1,3
Dieses Capstone-Projekt untersucht die Gründung eines Nachhilfeinstituts für Schüler an Brennpunktschulen in Nordrhein-Westfalen. Das Hauptziel ist die Erstellung eines praxisnahen Businessplans, der sowohl betriebswirtschaftliche als auch gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt, um Möglichkeiten für die Gründung eines solchen Instituts zu ermitteln.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Problem 1: Das deutsche Bildungssystem steht insbesondere in städtischen Ballungsräumen wie z.B. Nordrhein-Westfalen vor erheblichen Herausforderungen. Der letzte PISA-Bericht offenbarte eine alarmierende Verschlechterung der Leistungen deutscher Schüler in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften (OECD, 2023, S. 64ff). Dies ist eine Entwicklung, die hauptsächlich in benachteiligten Regionen wie zum Beispiel dem Ruhrgebiet ausgeprägt ist. Brennpunktschulen, vor allem in Großstädten wie Gelsenkirchen, Köln, Dortmund oder Essen, sind besonders stark betroffen (Bainski, 2020, S. 10ff). Diese Schulen besuchen Schüler der unterschiedlichsten Nationen mit sehr verschiedenen kulturellen Hintergründen. Die Migration, die Integration sowie der Wunsch nach sozialem Aufstieg verschärfen die pädagogischen Anforderungen dieser Schulen zusätzlich. Ein Großteil der Schüler mit Migrationshintergrund hat im Anschluss an die Schulausbildung Schwierigkeiten in das duale Ausbildungssystem überzugehen (Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2022, S. 168ff.).
Problem 2: Gleichzeitig verschlechtert sich die Situation in den Schulen in NRW durch mangelnde Verfügbarkeit neuer Lehrkräfte. In der Vergangenheit wurden vermehrt Seiteneinsteiger eingestellt. Prognosen zeigen, dass vorwiegend in Großstädten das Angebot an qualifizierten Lehrkräften nicht ausreicht, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden (KMK, 2025, S. 10f.). Ebenso ist hier auf Grund der Heterogenität der Schülerschaft eine individuelle Förderung in Form von organisierter Nachhilfe von Nöten, diese funktioniert jedoch nur, wenn die Schüler gelernt haben, sich selbstständig Wissen anzueignen (BZ Münster, 2012, S. 10).
Problem 3: Das Lehrpersonal ist auf Grund dieser Umstände überlastet und die individuelle Förderung bleibt oftmals auf der Strecke. Diese Defizite führen zu einer wachsenden Bildungskluft zwischen NRW und anderen Bundesländern. Die Mängel gefährden langfristig nicht nur die Chancengleichheit, sondern auch die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Zusätzlich berichten Lehrer im Ruhrgebiet vermehrt von psychischer und physischer Gewalt gegenüber Lehrkräften, was die ohnehin angespannte Lage in sozial belasteten Stadtteilen weiter verschärft (GEW NRW, 2025, S. 8ff). Vor diesem Hintergrund gewinnt die außerschulische Bildungsförderung zunehmend an Bedeutung. Insbesondere professionelle Nachhilfeangebote können entscheidend dabei helfen, individuelle Lernlücken zu schließen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung und die Zielsetzung der Arbeit ein, erläutert die verwendete Methodik und skizziert den Aufbau des gesamten Businessplans.
2 Business Plan: Dieser umfassende Hauptteil entwickelt die Geschäftsidee eines Nachhilfeinstituts für Brennpunktschulen in NRW von Grund auf, von der detaillierten Projektbeschreibung bis zum Risikomanagement.
2.1 Projektbeschreibung und Empirie: Beschreibt das geplante Nachhilfeinstitut, seine Zielgruppe und den kooperativen Ansatz zur Unterstützung von Schülern in Kernfächern und fasst die empirischen Ergebnisse aus Interviews zusammen.
2.2 Business Model Canvas: Visualisiert die neun zentralen Bausteine des Geschäftsmodells, um die Unternehmensidee und deren strategische Ausrichtung kompakt darzustellen und die Umsetzbarkeit zu prüfen.
2.3 Wahl der Rechtsform: Untersucht verschiedene Rechtsformen für das Nachhilfeinstitut und begründet die Wahl der gemeinnützigen GmbH (gGmbH) mittels einer Nutzwertanalyse als die geeignetste Form.
2.4 Vision und Mission: Definiert die langfristige Orientierung des Instituts, Bildungsgerechtigkeit zu fördern, und die konkreten Ziele, Lern- und Entwicklungschancen durch individuelle Förderung und Kooperationen nachhaltig zu verbessern.
2.5 Beschreibung des geplanten Dienstleistungsangebotes: Detailliert das maßgeschneiderte Dienstleistungsportfolio, welches individuelle Förderung, Sprachförderung und Integration umfasst, sowie das Alleinstellungsmerkmal (USP) des Instituts.
2.6 Gründerteam: Stellt die Profile der beiden Gründer Benjamin Wagner und Patrizia Fritzen dar, beleuchtet ihre komplementären Kompetenzen und die Aufgabenverteilung im Team.
2.7 Marktanalyse: Analysiert den Markt für Nachhilfeinstitute im Ruhrgebiet, einschließlich Marktgröße, Trends und Wettbewerbern, um die Positionierung und Differenzierung des Instituts zu verstehen.
2.8 Marketing und Vertriebsplanung: Erläutert die strategischen Maßnahmen zur Vermarktung der Dienstleistungen, darunter Preisgestaltung, Absatzförderung und Vertriebskanäle, basierend auf dem 4-P-Modell.
2.9 Five Forces: Wendet Porters Modell der fünf Wettbewerbskräfte an, um die Attraktivität der Branche und die Wettbewerbssituation für das Nachhilfeinstitut zu bewerten und strategische Handlungsfelder zu identifizieren.
2.10 Organisation: Beschreibt die Organisationsstruktur, den Personal- und Raumbedarf sowie die Auslagerung von Dienstleistungen, um Effizienz und Qualität im Bildungsbereich sicherzustellen.
2.11 Finanzplanung und Break-Even-Analyse: Erstellt einen dreijährigen Finanzierungsplan, inklusive Investitions- und Liquiditätsplan, und berechnet die Break-Even-Menge zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Rentabilität.
2.12 SWOT-Analyse: Führt eine systematische Analyse der internen Stärken und Schwächen sowie der externen Chancen und Risiken des Nachhilfeinstituts durch, um die strategische Planung zu fundieren.
2.13 PESTEL-Analyse: Analysiert die externen politischen, ökonomischen, sozialen, technologischen, ökologischen und rechtlichen Einflussfaktoren auf das Unternehmen, um Chancen und Risiken im Makroumfeld zu identifizieren.
2.14 Risikomanagement: Beschreibt die Identifikation, Bewertung und Maßnahmen zur Kontrolle von Risiken, basierend auf ISO 31000 und der Anwendung einer Risikomatrix zur Priorisierung.
3 Fazit: Fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die in der Einleitung formulierten Ziele und gibt einen Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten im Kontext der Bildungsgerechtigkeit.
Nachhilfeinstitut, Brennpunktschulen, NRW, Businessplan, Bildungsgerechtigkeit, Integration, Kooperationen, Fördermittel, Risikomanagement, Sozialkompetenzen, hybrides Lernen, Marktanalyse, Finanzplanung, Lehrermangel, Gelsenkirchen
Die Arbeit befasst sich grundsätzlich mit der detaillierten Planung und Machbarkeitsprüfung der Gründung eines Nachhilfeinstituts, das sich auf die Förderung von Schülern in sozial benachteiligten Brennpunktschulen in Nordrhein-Westfalen konzentriert.
Zentrale Themenfelder sind die Problemanalyse des Bildungssystems in Brennpunktschulen, die Entwicklung eines umfassenden Businessplans, die Wahl der Rechtsform, Marketingstrategien, Finanzplanung, Risikomanagement sowie die Berücksichtigung sozioökonomischer und bildungspolitischer Rahmenbedingungen.
Das primäre Ziel ist die Erstellung eines praxisnahen Businessplans für die Gründung eines Nachhilfeinstituts in NRW, das sowohl betriebswirtschaftliche als auch gesellschaftliche Aspekte abdeckt, und die Ermittlung der Möglichkeiten für eine erfolgreiche Gründung.
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus qualitativen Methoden, insbesondere eine systematische Literaturanalyse und problemorientierte, halbstandardisierte Experteninterviews mit Personen aus dem Bereich Bildung und städtischer Verwaltung.
Der Hauptteil der Arbeit, der "Business Plan", behandelt detailliert die Projektbeschreibung, das Business Model Canvas, die Wahl der Rechtsform, Vision und Mission, die Beschreibung des Dienstleistungsangebots, das Gründerteam, Marktanalyse, Marketing, eine Five Forces Analyse, Organisation, Finanzplanung mit Break-Even-Analyse, SWOT-Analyse, PESTEL-Analyse und Risikomanagement.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Nachhilfeinstitut, Brennpunktschulen, NRW, Businessplan, Bildungsgerechtigkeit, Integration, Kooperationen, Fördermittel, Risikomanagement, Sozialkompetenzen, hybrides Lernen, Marktanalyse, Finanzplanung, Lehrermangel und Gelsenkirchen.
Für die Gründung des Nachhilfeinstituts wird die gemeinnützige GmbH (gGmbH) empfohlen. Dies basiert auf einer Nutzwertanalyse, die die gGmbH als beste Option hervorhebt, da sie Haftungsbeschränkung mit der Möglichkeit zur Gewinnung von Fördermitteln und einer positiven Außenwirkung verbindet.
Die größten Herausforderungen liegen im Recruiting und der langfristigen Bindung von qualifiziertem pädagogischem Personal, da im Nachhilfemarkt, insbesondere in den MINT-Fächern, ein Mangel an adäquaten Kräften besteht und eine hohe Fluktuation droht.
Die Qualität der Angebote wird durch pädagogisch geschultes Personal, individuelle Lernförderpläne, kontinuierliche Qualitätssicherung durch Evaluation und interne Fortbildungen sowie regelmäßige Elternberatung und enge Zusammenarbeit mit Lehrkräften gesichert.
Kooperationen mit Schulen, Jugendämtern, Familienberatungsstellen und kommunalen Trägern sind entscheidend, um den Zugang zur Zielgruppe zu erleichtern, die Akzeptanz zu erhöhen, Fördermittel zu sichern und ein nachhaltiges Lernumfeld zu schaffen, das über das öffentliche Schulsystem hinausgeht.
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