Diplomarbeit, 2010
67 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretische und konzeptionelle Grundlagen zu steuerlichen Risiken
2.1 Definition eines steuerlichen Risikos
2.2 Abbildung steuerlicher Risiken im US-GAAP Abschluss gem. FIN 48
2.2.1 Ziele der Interpretation
2.2.2 Anwendungsbereich und Ansatzvorschriften
2.2.3 Bewertungs- und Ausweisvorschriften
2.2.4 Anhangangaben
3 Ergebnisse der empirischen Forschung zu FIN 48
3.1 Hintergrund der Untersuchungen
3.2 Abbildung steuerlicher Risiken vor Anwendung des FIN 48
3.2.1 Steuerrückstellungen als Instrumente der Bilanzpolitik
3.2.2 Auswirkungen der Verabschiedung des FIN 48 auf die Bilanzierungspraxis
3.3 Abbildung steuerlicher Risiken nach Anwendung des FIN 48
3.4 Reaktion des Kapitalmarkts auf FIN 48
3.5 Aussagekraft der zusätzlichen Offenlegungspflichten
3.5.1 Qualität der veröffentlichten Angaben und Einschätzungen von Steuerabteilungen
3.5.2 Veröffentlichte Angaben als Maß für Steueraggressivität
3.6 Offene Forschungsfragen
4 Zielerreichung des FIN 48 vor dem Hintergrund der empirischen Forschungsergebnisse
4.1 Vermittlung zuverlässiger und vergleichbarer Informationen
4.2 Vermittlung entscheidungsrelevanter Informationen
5 Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der "FASB Interpretation No. 48" (FIN 48) auf die Bilanzierung steuerlicher Risiken nach US-GAAP. Das Hauptziel besteht darin, anhand empirischer Forschungsergebnisse zu prüfen, ob die durch den Standardsetter FASB verfolgten Ziele – insbesondere die Verbesserung der Transparenz und Vergleichbarkeit von Abschlüssen sowie die Vermeidung bilanzpolitischer Spielräume – durch die Einführung von FIN 48 erreicht wurden und wie der Kapitalmarkt auf diese Regelung reagierte.
2.2 Abbildung steuerlicher Risiken im US-GAAP Abschluss gem. FIN 48
Vor FIN 48 war die Bilanzierung steuerlicher Risiken nach US-GAAP mittelbar durch SFAS 5 „Accounting for Contingencies“ reglementiert. Danach wurde ein unsicherer Steuervorteil bilanziell als Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten berücksichtigt, wenn das sogenannte „probable“-Kriterium erfüllt war, was allgemein mit einer Mindestdurchsetzungswahrscheinlichkeit gegenüber der Finanzbehörde von 70 % gleichgesetzt wurde. Sofern ein temporäres Steuerrisiko vorlag, wurde dieser Sachverhalt nicht auf seine Durchsetzbarkeit hin analysiert und häufig nur eine Verbindlichkeit für etwaige Steuernachzahlungszinsen, Bußgelder und Strafzahlungen gebildet. In der Bilanzierungspraxis ergaben sich jedoch Anwendungsinkonsistenzen, sodass teilweise die für sich betrachtet unwesentlichen Steuerpositionen zusammengefasst und die daraus resultierenden Steuervorteile auf einer aggregierten Basis bewertet wurden. Darüber hinaus wurde das Risiko, ob die Finanzbehörden einen Sachverhalt überhaupt prüfen werden und ob sie den darin enthaltenen unsicheren Teil aufdecken (Entdeckungsrisiko), in das Bewertungskalkül einbezogen.
Ein primärer Auslöser für die Notwendigkeit einer konsistenten Anwendung war jedoch, dass die nach US-GAAP bilanzierenden Unternehmen unabhängig von der gewählten Ansatz- und Bewertungsmethode für unsichere Steuervorteile regelmäßig Bilanzpolitik betrieben haben. Besonders kapitalmarktorientierte Unternehmen, bei denen die „earnings-per-share“ als bedeutendes Performancemaß angesehen werden, ergab die Abschätzung der Durchsetzbarkeit steuerlicher Positionen und die damit einhergehende Höhe der Rückstellung ein „management tool“, um gewünschte Ergebnisse zu erreichen.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema steuerliche Risiken unter US-GAAP und die Notwendigkeit der Einführung von FIN 48 zur Eindämmung von Bilanzpolitik.
2 Theoretische und konzeptionelle Grundlagen zu steuerlichen Risiken: Definition steuerlicher Risiken und detaillierte Darstellung der Ansatz-, Bewertungs- und Anhangsvorschriften nach FIN 48.
3 Ergebnisse der empirischen Forschung zu FIN 48: Analyse empirischer Studien zur Bilanzierungspraxis, Kapitalmarktreaktionen und der Aussagekraft der durch FIN 48 erweiterten Offenlegungspflichten.
4 Zielerreichung des FIN 48 vor dem Hintergrund der empirischen Forschungsergebnisse: Kritische Reflexion, inwieweit die Ziele der Transparenz sowie der Vermittlung zuverlässiger und entscheidungsrelevanter Informationen tatsächlich erreicht wurden.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen von FIN 48 auf Unternehmen und Investoren sowie Einschätzung der künftigen Bedeutung im Kontext internationaler Harmonisierungsbestrebungen.
FIN 48, US-GAAP, Steuerrisiken, Steueraggressivität, Bilanzpolitik, Steuerrückstellungen, Transparenz, Offenlegungspflichten, Kapitalmarkt, IAS/IFRS, FASB, Ertragsteuern, Rechnungslegung, empirische Forschung, Steuerabteilungen.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Standards FIN 48 auf die Bilanzierung steuerlicher Unsicherheiten bei US-amerikanischen Unternehmen und deren Konsequenzen für die Transparenz und das Managementverhalten.
Im Fokus stehen die bilanzielle Behandlung unsicherer Steuerpositionen, der Einfluss auf das Gewinnmanagement von Unternehmen und die Reaktion von Investoren auf die durch den Standard gesteigerte Transparenz.
Das Ziel ist es, auf Basis vorliegender empirischer Studien zu evaluieren, ob FIN 48 die vom FASB angestrebte einheitliche und transparente Rechnungslegung bei steuerlichen Risiken erfolgreich umsetzt.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse empirischer Studien, die hauptsächlich auf der Auswertung von Geschäftsberichten, Marktdaten und Befragungen im US-amerikanischen Kontext basieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Zusammenfassung empirischer Forschungsergebnisse zur Bilanzierungspraxis und Kapitalmarktreaktion sowie eine kritische Analyse der Zielerreichung von FIN 48.
Zentrale Begriffe sind FIN 48, US-GAAP, Steueraggressivität, Bilanzpolitik, Steuerrisiken und Offenlegungspflichten.
FIN 48 sollte bilanzpolitische Spielräume einschränken, führte jedoch teilweise dazu, dass Unternehmen Anreize entwickelten, Erträge durch Auflösung von Rückstellungen vor der Erstanwendung zu beeinflussen oder auf steueraggressive Gestaltungen zu verzichten, um Prüfungen zu vermeiden.
Unternehmen fürchten, dass die durch FIN 48 geforderte detaillierte Offenlegung von Steuerpositionen den Finanzbehörden (IRS) als „Roadmap“ für gezielte Steuerprüfungen dient, was zu Steuermehrbelastungen führen kann.
Investoren reagieren ambivalent: Einerseits wird erhöhte Transparenz begrüßt, andererseits werden hohe ausgewiesene Risiken oft als Indikator für drohende finanzielle Belastungen gewertet, was zu negativen Marktreaktionen führen kann.
Aufgrund von Konvergenzbestrebungen und neuen Entwürfen (wie ED/2009/2) ist die langfristige Zukunft von FIN 48 ungewiss, wobei eine Angleichung an IFRS-Standards als langfristige Perspektive diskutiert wird.
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