Bachelorarbeit, 2007
100 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Herleitung des Themas
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Untersuchungsmethode
2 Der Qualitätsbegriff
2.1 Ein philosophischer Exkurs
2.2 Qualität im allgemeinen Sprachgebrauch
2.3 Qualität im Dienstleistungsbereich
3 Qualität in Einrichtungen der Altenpflege
3.1 Vom Armenhaus zum Altenpflegeheim
3.2 Lebenswelt Pflegeheim
3.2.1 Totale Institution
3.2.2 Pflege als spezielle Dienstleistung
3.3 Was bedeutet Heimqualität
3.4 Exkurs: Österreichisches Heimrecht
3.5 Qualität aus Sicht der Bewohner
4 Untersuchungen zur Qualität in Pflegeheimen
4.1 Studie I: Qualität in Pflegeheimen
4.1.1 Einführung
4.1.2 Rechercheergebnisse
4.1.3 Resümee
4.2 Studie II: „Pflegequalität“
4.2.1 Ziel, Methode, Datenerhebung
4.2.2 Ergebnisse
4.2.3 Diskussion und Empfehlungen
4.3 Studie III: Lebensqualität im Pflegeheim
4.3.1 Konzept und Datenerhebung
4.3.2 Ergebnisse
4.3.3 Resümee
4.4 Studie IV: Aktivierungsangebote in Pflegeheimen
4.4.1 Ziel, Methode
4.4.2 Ergebnisse
4.4.3 Diskussion und Empfehlung
5 Qualitätsmanagement
5.1 Geschichte des Qualitätsmanagement
5.2 Pioniere des Qualitätsmanagements
5.3 Was ist Qualitätsmanagement
6 Qualitätsmanagement-Systeme im Überblick
6.1 International Organisation for Standardisation (ISO)
6.2 Total Quality Management (TQM)
6.3 European Foundation for Quality Management (EFQM)
6.4 SIESTA
6.5 Qualibest
6.6 E-Qalin
6.7 Homes are for living in
7 Qualitätsverfahren im Vergleich
7.1 Die wesentlichen Gemeinsamkeiten der QM-Systeme:
7.2 Die festgestellten Unterschiede der QM-Systeme
7.3 Stärken und Schwächen der vorgestellten Systeme
8 Diskussion
9 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Kriterien für die Qualität in stationären Altenpflegeeinrichtungen ausschlaggebend sind und inwieweit verschiedene Qualitätsmanagement-Systeme zur Erbringung dieser qualitativen Leistungen beitragen können. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Wirtschaftlichkeit mit den Bedürfnissen der Bewohner vereinbart werden kann.
3.2.1 Totale Institution
In einem Pflegeheim fallen die drei Bereiche Arbeiten, Privatleben und Freizeitgestaltung über längere Zeit am gleichen Ort unter der gleichen Autorität zusammen. Heime können somit in die Kategorie der „totalen Institution“ eingereiht werden, in dem Sinn, dass sich das gesamte Leben „total“ in einer Institution abspielt. Dieser Begriff wurde von Goffman bereits in den 50er Jahren für Institutionen wie Altenheime, geschlossene Klöster, Kriegsgefangenenlager, Gefängnisse usw. geprägt. Er beschrieb hauptsächlich die negativen Auswirkungen für die Betroffenen und bezeichnete totale Institutionen als nicht normal, da sie die individuelle Freiheit einschränken, die Würde des Individuums tangieren, nach starren Regeln funktionieren und Anpassung erzwingen (vgl. Gebert, Kneubühler, 2003, 163ff).
Diese Ausprägungen haben seither einen massiven Wandel erfahren. Gebert und Kneubühler erachten es trotzdem als wichtig, das Modell der totalen Institution zu diskutieren, da jedes Reden und Schreiben über Qualität, bzw. die Inszenierung von Qualitätsbeurteilung und – Förderung sonst problematisch ist, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der Realität vorbeizuziehen droht (ebd. 171).
Ein Pflegeheim von heute kann sicher nicht mehr mit den von Goffman beschriebenen Institutionen verglichen werden. Pflegemodelle haben sich von defizitorientierten hin zu ressourcenorientierten Modellen entwickelt. Pflegeheime haben sich in ihrem gesamten Erscheinungsbild geändert und haben sich gegenüber der Umwelt mehr geöffnet. Das ändert jedoch nichts daran, dass ein Heimeintritt eine massive Neu- und Umorientierung für einen alten Menschen mit sich bringt. Der Handlungsspielraum ist durch bauliche, soziale und normative Vorgaben eingeschränkt es gilt sich an „hausübliche“ Gegebenheiten anzupassen und sich dem Leben in einer „totalen Institution“ zu stellen.
1 Einleitung: Einführung in das Thema Qualität in der Altenpflege unter Berücksichtigung gesetzlicher Rahmenbedingungen und der Notwendigkeit von Qualitätsmanagementsystemen.
2 Der Qualitätsbegriff: Philosophische und allgemeine Annäherung an den Begriff der Qualität sowie Übertragbarkeit auf den Dienstleistungssektor.
3 Qualität in Einrichtungen der Altenpflege: Analyse der Besonderheiten des Lebensraums Pflegeheim und der Definition von Heimqualität aus Bewohnerperspektive sowie ein Exkurs in das österreichische Heimrecht.
4 Untersuchungen zur Qualität in Pflegeheimen: Vorstellung und Diskussion ausgewählter Studien zur Qualität und Bewohnerzufriedenheit in Pflegeeinrichtungen.
5 Qualitätsmanagement: Geschichtliche Entwicklung, theoretische Grundlagen und die Bedeutung der wichtigsten Pioniere für das Qualitätsmanagement.
6 Qualitätsmanagement-Systeme im Überblick: Vorstellung branchenübergreifender Normen (ISO, TQM, EFQM) und spezifischer Modelle für die Altenpflege (SIESTA, Qualibest, E-Qalin, Homes are for living in).
7 Qualitätsverfahren im Vergleich: Synoptischer Vergleich der vorgestellten Systeme hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Stärken und Schwächen.
8 Diskussion: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und kritische Reflexion des Forschungsbedarfs und der methodischen Anforderungen.
9 Resümee: Fazit zur Situation der Qualitätsarbeit in der Altenpflege und Ableitung von Handlungsbedarf.
Altenpflegeheim, Qualität, Qualitätsmanagement, Pflegequalität, Lebensqualität, Heimrecht, Bewohnerzufriedenheit, Prozessmanagement, Pflegestandards, Zertifizierung, Dienstleistungsqualität, Bewohnerbedürfnisse, Evaluation.
Die Arbeit analysiert die Qualitätsanforderungen an stationäre Altenpflegeeinrichtungen und die Rolle von Qualitätsmanagement-Systemen bei der Sicherung und Verbesserung dieser Leistungen.
Die zentralen Themen sind der Qualitätsbegriff in der Pflege, die Lebenswelt "Pflegeheim", die Anwendung von QM-Systemen (wie ISO oder E-Qalin) und der Vergleich dieser Verfahren.
Das Ziel ist es, die für Altenpflegeheime relevanten Qualitätskriterien zu identifizieren und zu prüfen, welchen Beitrag QM-Systeme zur Erfüllung dieser Kriterien leisten können.
Die Autorin wählt eine fundierte Literaturrecherche als Methode, die durch die Einbeziehung von Fachbüchern, Fachzeitschriften, Studien und Internetquellen sowie Kontakte zu Experten gestützt wird.
Im Hauptteil werden der Wandel des Qualitätsbegriffs, spezifische Modelle für die Altenpflege, die Durchführung von Bewohnerstudien sowie ein systematischer Vergleich verschiedener Qualitätsverfahren detailliert dargestellt.
Die Arbeit lässt sich am besten durch die Schlagworte Altenpflegeheim, Qualität, Qualitätsmanagement, Bewohnerzufriedenheit und Pflegequalität beschreiben.
Der Begriff verdeutlicht die Einschränkung der individuellen Freiheit in Heimen, was eine besondere Auseinandersetzung mit Qualitätskriterien erforderlich macht, um Bewohner nicht nur zu verwahren, sondern ihr Leben menschenwürdig zu gestalten.
Die Angst vor Sanktionen oder Repressalien durch das Personal führt dazu, dass Bewohner in Befragungen oft sozial erwünschte, positive Antworten geben, was die Validität der Daten beeinträchtigen kann.
Die Ausbildung ist entscheidend, da professionelles Handeln und die Fähigkeit zur Reflexion die Basis für eine hohe Pflegequalität und die Reduktion von Personalfluktuation bilden.
Es handelt sich um ein staatliches britisches Programm, das nicht nur technische Standards setzt, sondern durch regelmäßige Kontrollen (inklusive unangemeldeter Besuche) die Lebensqualität im Sinne der Bewohner in den Mittelpunkt stellt.
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