Examensarbeit, 2010
83 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Zur Integration von Außenseitern
2.1 Definition und Typologie von Außenseitern
2.2 Soziometrie: Identifikation und Analyse von Außenseitern
2.3 Möglichkeiten der Integration von Außenseitern
3. Trendsportarten im Schulsport
3.1 Merkmale von Trendsportarten
3.2 Sozial-integrative Funktionen von Trendsportarten
3.3 Legitimation von Trendsportarten im Schulsport
4. Le Parkour
4.1 Warum diese Trendsportart?
4.2 Sinn und Ziele von Le Parkour: Die „Philosophie“
4.3 Entstehung von Le Parkour und seine Aktualität
4.4 Bewegungselemente und ihre Funktion
5. Sportdidaktische Überlegungen: Modell nach Kurz
5.1 Bedeutung des mehrperspektivischen Sportunterrichts
5.2 Sinndimensionen
5.3 Sportdidaktische Anforderungen an den Schulsport im Bildungsplan Baden-Württemberg
5.4 Zur Methodik des Probierens und Imitierens
6. Soziometrische Untersuchung: Methoden
6.1 Zur Datenerhebung
6.2 Zur Datenauswertung
6.2.1 Soziomatrix
6.2.2 Soziogramm
6.2.3 Kohäsionsindex
7. Ergebnisse der ersten soziometrischen Untersuchung
7.1 Folgerung für die Unterrichtsreihe
8. Unterrichtsentwürfe und Durchführung: Le Parkour-Einheit
8.1 Vorüberlegungen zum Unterricht
8.2 Unterrichtsentwürfe
9. Ergebnisse der zweiten soziometrischen Untersuchung
10. Diskussion: Auswertung und Vergleich der beiden Untersuchungen
11. Fazit und Ausblick
12. Literaturverzeichnis
13. Anhang (Sachregister)
Diese Arbeit untersucht den exemplarischen Versuch, durch die Trendsportart Le Parkour bestehende, oft verfestigte Sozialstrukturen innerhalb einer Schulklasse aufzubrechen und weniger integrierten Schülern den Anschluss an den Klassenverband zu erleichtern.
4.1 Warum diese Trendsportart?
Als erstes muss man Le Parkour klar von Free Running abgrenzen. Oft werden nämlich diese beiden Sportarten miteinander gleichgesetzt. So vermittelt bspw. Rochhausen in seinem aktuell erschienenen Buch „Parkoursport im Schulturnen“ (2009) ein völlig falsches Bild von Le Parkour, indem er Parkour und Freerunning einfach als Parkoursport zusammenfasst. Das Free Running basiert zwar auf den Grundtechniken von Le Parkour, besteht aber hauptsächlich aus athletisch anspruchsvoller und waghalsiger Akrobatik. Le Parkour beruht hingegen auf effizienten Bewegungen, mit denen man ein Hindernis überwindet, und nicht auf „Show“ (vgl. Natterer, 2007). Die Überwindung eines Parkours auf Zeit nennt man Parkouring. Die untenstehende Tabelle verdeutlicht, welche unterschiedlichen Hauptintentionen mit dem Betreiben der jeweiligen Sportart verfolgt werden.
Le Parkour lässt sich sehr gut mit Schülern betreiben, da jeder Einzelne angesprochen wird, die für seinen Könnensstand effektivste Bewegung über ein bestimmtes Hindernis anzuwenden. Dafür werden den Schülern die Grundtechniken von Le Parkour aufgezeigt, die sie erlernen und trainieren sollen. Den Einsatz der Techniken bestimmen sie selbst. Diese „Problemlösungsstrategien“ sind auch gut auf andere Fächer übertragbar (vgl. Krons, 2007, S. 42).
Den motorischen Defiziten, die laut Kinder- und Jugendgesundheitsstudie „KIGGS“ über ein Drittel der 17000 untersuchten Mädchen und Jungen aufweisen, würde das Erlernen, Üben und Anwenden der verschiedenen Grundelemente entgegenwirken (vgl. Paulsen, 2007, S. 52).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik sozialer Ausgrenzung in Schulklassen ein und skizziert das Ziel der Arbeit, diese durch die Einführung von Le Parkour als integrative Maßnahme zu mildern.
2. Zur Integration von Außenseitern: In diesem Kapitel werden Außenseiter definiert, typologisiert und Möglichkeiten zu deren Identifikation und Integration in den Klassenverband theoretisch erörtert.
3. Trendsportarten im Schulsport: Hier werden die Merkmale von Trendsportarten und deren Potenzial zur Förderung sozial-integrativer Funktionen sowie deren Legitimation für den Sportunterricht diskutiert.
4. Le Parkour: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten, die Philosophie, die historische Entstehung sowie die spezifischen Bewegungselemente von Le Parkour.
5. Sportdidaktische Überlegungen: Modell nach Kurz: Es wird dargelegt, wie Le Parkour in das Konzept eines mehrperspektivischen Sportunterrichts integriert werden kann, um Schülern verschiedene Sinndimensionen zu eröffnen.
6. Soziometrische Untersuchung: Methoden: In diesem Abschnitt werden die soziometrischen Erhebungsmethoden wie die Soziomatrix und das Soziogramm als Werkzeuge zur Analyse sozialer Strukturen beschrieben.
7. Ergebnisse der ersten soziometrischen Untersuchung: Die Ergebnisse der Eingangsbefragung werden ausgewertet, um Außenseiterpositionen zu identifizieren und Konsequenzen für die Unterrichtsplanung zu ziehen.
8. Unterrichtsentwürfe und Durchführung: Le Parkour-Einheit: Dieses Kapitel enthält die Vorüberlegungen und konkreten Unterrichtsentwürfe für die vier Doppelstunden der Le Parkour-Einheit.
9. Ergebnisse der zweiten soziometrischen Untersuchung: Hier werden die Ergebnisse der Abschlussbefragung präsentiert und die Veränderungen gegenüber der ersten Erhebung aufgezeigt.
10. Diskussion: Auswertung und Vergleich der beiden Untersuchungen: Es folgt ein Vergleich beider Untersuchungen, um die Effekte der Le Parkour-Einheit auf das soziale Gefüge der Klasse zu reflektieren.
11. Fazit und Ausblick: Diese abschließende Reflexion fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial von Le Parkour zur Förderung der sozialen Integration sowie zukünftigen Forschungsbedarf.
Le Parkour, soziale Integration, Außenseiter, Schulsport, Sportdidaktik, Soziometrie, Trendsport, mehrperspektivischer Sportunterricht, Sozialkompetenz, Gruppendynamik, Bewegungsförderung, Inklusion, Sportpädagogik, Schüler, Klassengemeinschaft
Die Arbeit untersucht die sozial-integrativen Wirkungen der Trendsportart Le Parkour auf das Klassengefüge einer Unterstufenklasse an einem Gymnasium, insbesondere im Hinblick auf die Einbindung von Außenseitern.
Die Schwerpunkte liegen in der soziometrischen Analyse von Schulklassen, der Didaktik des Trendsports im Schulsport und der praktischen Anwendung von Le Parkour zur Förderung sozialer Bindungen.
Ziel ist es herauszufinden, ob durch eine gezielte Le Parkour-Unterrichtseinheit gefestigte Außenseiterstrukturen aufgebrochen und die soziale Integration weniger beliebter Schüler verbessert werden kann.
Der Autor verwendet eine empirische soziometrische Untersuchung in Form einer zweistufigen schriftlichen Befragung (vor und nach der Sporteinheit), ergänzt durch eine theoriegeleitete sportdidaktische Unterrichtsplanung.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen zur Außenseiterproblematik, eine Einführung in Trendsportarten, die spezifische Philosophie von Le Parkour sowie die detaillierte Planung und soziometrische Auswertung einer vierwöchigen Unterrichtsreihe.
Zentrale Begriffe sind Soziometrie, Le Parkour, soziale Integration, Außenseiter, mehrperspektivischer Sportunterricht, Gruppendynamik und sportliche Handlungskompetenz.
Um die Vertraulichkeit der sensiblen Daten zu gewährleisten, wurde den Schülern zugesichert, dass nur der Autor Einblick in die Wahlen hat, wobei die Anonymisierung für die Auswertung bereits vor der Analyse stattfand.
Le Parkour gilt aufgrund seiner Unnormiertheit, der hohen Gestaltungsoffenheit und des Verzichts auf ein klassisches, wettkampforientiertes Leistungskonzept als ideal, um individuelle Stärken in den Vordergrund zu rücken und soziale Hemmschwellen abzubauen.
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