Bachelorarbeit, 2010
78 Seiten
1 Einleitung
2 Hintergründe zur Einführung des ELENA- Verfahrens
2.1 Die Problematik eines obsoleten Bescheinigungswesens
2.1.1 Probleme durch Eingriffe in die Rechte von Beschäftigten und Arbeitgebern
2.1.2 Defizite bei Nachkontrollen
2.1.3 Grundrechtseingriffe gegenüber Arbeitgebern
2.2 Vorläufiger Ausblick auf das elektronische Bescheinigungsverfahren
2.2.1 Ziel und Zweckmäßigkeit des ELENA- Verfahrens
2.2.2 Vom Modellversuch bis zum Gesetz- ein Rückblick
3 Das ELENA- Verfahren unter der Lupe
3.1 Zum bisherigen Ablauf
3.2 Zukünftige Aussichten des ELENA- Verfahrens
3.3 Die Beteiligten am ELENA- Verfahren
3.3.1 Der Arbeitgeber im Verfahren
3.3.1.1 Die Anmeldung ausgewählter Teilnehmergruppen
3.3.1.2 Die Protokollierung und Löschung von Daten
3.3.1.3 Die ZSS in Zusammenarbeit mit den Trustcenter und der Registratur Fachverfahren
3.3.1.4 Die Trustcenter bzw. Zertifizierungsdienstanbieter
3.3.2 Leistungsgewährende/ Abrufende Stellen
3.3.3 Der Arbeitnehmer im Verfahren
3.4 Zum Inhalt des multifunktionalen Verdienstdatensatzes
4 Kritik am ELENA- Verfahren
4.1 Die Freiwilligkeit der Einwilligung von Betroffenen
4.2 Ausweitung durch Gesetz
4.3 Zur Sicherheit des ELENA- Verfahrens
4.4 Die Gefahr menschlichen Fehlverhaltens
4.4.1 Verwendung der Daten durch öffentliche Stellen
4.4.2 Abhandenkommen des PIN
4.4.3 Verlust der Karte
4.5 Wirtschaftliche Kritik
4.5.1 Risiko der Arbeitgeber bei Ablösung der Bescheinigungspflicht
4.5.2 Das ELENA- Verfahren in KMU
4.5.3 Der Finanzielle Aspekt
4.6 Das ELENA- Verfahren aus der Datenschutzperspektive
4.6.1 Zweckbindung der Verfahrensdaten
4.6.2 Datenvermeidung und Datensparsamkeit/ Berechtigungskonzept
4.6.3 Fehlende Transparenz für Beschäftigte
4.6.3.1 Freitextfeld „Kündigung/ Entlassung“
4.6.3.2 Datenerhebung bei besonderen Personengruppen
4.7 Das ELENA- Verfahren aus verfassungsrechtlicher Sicht
4.7.1 ELENA im Lichte des Volkszählungsurteiles
4.7.2 ELENA im Lichte der BVerfG Entscheidung zur BND- Telekommunikationsüberwachung
4.7.3 ELENA im Lichte der jüngsten BVerfG Entscheidung zur Vorratsdatenspeicherung
4.8 Zusammenfassung der Kritiken
5 Fazit
Die Arbeit untersucht das ELENA-Verfahren (Elektronischer Entgeltnachweis) im Spannungsfeld zwischen ökonomischen Effizienzerwartungen des E-Governments und den daraus resultierenden rechtlichen und datenschutzrechtlichen Herausforderungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
2.1 Die Problematik eines obsoleten Bescheinigungswesens
Regelmäßig werden administrative Belastungen unter dem Anhaltspunkt „Bürokratieabbau“ als enormes Hindernis für die Dynamik und das Wachstum in einer gesunden Volkswirtschaft diskutiert. Dieser ungenaue politische und globale Ruf nach Bürokratieabbau muss greifbarer gemacht werden, um die Forderungen als solche spezifizieren zu können. Im bisherigen Papierverfahren gab und gibt es dazu mehrere Wege. Einerseits ist die Möglichkeit einer Verfahrensstraffung zu prüfen und andererseits, die Opportunität einer Senkung materieller und gesetzlicher Anforderungen mit dem Resultat eines verringerten Prüfaufwandes, denn Bürokratie als solche kann zu erheblichen Beeinträchtigungen der Bürger führen, die für eine Vielzahl von Verwaltungs-, und Gerichtsverfahren die Ausstellung von Bescheinigungen nötig ist. Besonders davon betroffen ist die Arbeitgeberseite.
Arbeits- und sozialpolitisch ist mit der Pflicht des elektronischen Einkommensnachweises ein bisheriges kaum ernst genommenes Verfahren in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Sozialleistungen setzen je nach Tatbestandsvoraussetzung eine wirtschaftliche Notlage voraus. Gesetzlicher Maßstab für die Notlage und konkrete Bedürftigkeit ist hierbei das erzielte Einkommen, welches regelmäßig aus einer abhängigen Beschäftigung stammt. Verwaltungen und Gerichte ermittelten dieses dadurch, dass der Arbeitnehmer einen vom Arbeitgeber ausgestellten Einkommensnachweis vorlegen musste.
Diese Methode schien bisher ohne Alternative, da die überkommene Infrastruktur auf Papierbasis kein anderes Nachweisverfahren zuließ. Ein Fortschritt zu unseren gegenwärtigen papiergebundenen Archiven gab es lange Zeit nicht. Durch die Ausweitung der modernen Datenübertragung und den großen Kapazitätssteigerungen der modernen EDV- Systeme besteht nunmehr erstmalig der nötige Spielraum, dass überkommene Bescheinigungswesen zu erneuern und zur Disposition zu stellen.
1 Einleitung: Einführung in das Thema, Motivation und Zielsetzung der Untersuchung im Kontext des E-Governments.
2 Hintergründe zur Einführung des ELENA- Verfahrens: Darstellung der historischen Entwicklung und der Problematik des bisherigen Papier-Bescheinigungswesens.
3 Das ELENA- Verfahren unter der Lupe: Erläuterung des technischen Ablaufs, der Beteiligten und des Inhalts des multifunktionalen Verdienstdatensatzes.
4 Kritik am ELENA- Verfahren: Detaillierte Analyse der datenschutzrechtlichen, verfassungsrechtlichen und wirtschaftlichen Kritikpunkte am Verfahren.
5 Fazit: Abschließende Einschätzung des ELENA-Verfahrens als Chance für E-Government vs. Risiko für den Datenschutz.
ELENA-Verfahren, E-Government, Datenschutz, Bürokratieabbau, Arbeitgeberpflichten, Vorratsdatenspeicherung, Digitale Signatur, Soziale Sicherung, Verwaltungseffizienz, Datensicherheit, Einkommensnachweis, Personelle Daten, Verfassungsrecht, KMU, Sozialgesetzbuch.
Die Arbeit behandelt das staatliche ELENA-Verfahren zur elektronischen Übermittlung von Entgelt- und Beschäftigungsdaten und beleuchtet die damit verbundenen rechtlichen sowie wirtschaftlichen Herausforderungen.
Die zentralen Felder sind der Prozess des Bürokratieabbaus, die Anforderungen an den Datenschutz, verfassungsrechtliche Bedenken sowie die praktischen Auswirkungen für Arbeitgeber.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob ELENA ein wirksames Instrument zur Effizienzsteigerung darstellt oder ob die datenschutzrechtlichen und verfassungsrechtlichen Risiken überwiegen.
Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse der entsprechenden Gesetzesgrundlagen (SGB, BDSG) sowie der Auswertung von Fachliteratur und aktuellen Rechtsprechungstendenzen des BVerfG.
Im Hauptteil werden der Ablauf des Verfahrens, die Beteiligten sowie eine umfassende Kritik beleuchtet, die von der Datensicherheit bis hin zur wirtschaftlichen Belastung von Unternehmen reicht.
Kernbegriffe sind ELENA, E-Government, Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung, Bürokratieabbau und Verfassungsrecht.
Für KMU stellt das Verfahren eine besondere Herausforderung dar, da der administrative Aufwand der elektronischen Meldung trotz erhoffter Einsparungen gerade für kleinere Betriebe zunächst eine Hürde bildet.
Der Autor äußert erhebliche datenschutzrechtliche und verfassungsrechtliche Bedenken, insbesondere im Hinblick auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und die fehlende Zweckbindung der massenhaften Datenerhebung.
Ein Verlust kann den Zugriff auf staatliche Leistungen blockieren, was die Abhängigkeit von komplexen Sperr- und Identifikationsprozessen verdeutlicht und ein Sicherheitsrisiko darstellt.
Die Arbeit kritisiert, dass eine faktische Freiwilligkeit kaum gegeben ist, da die Teilnahme für den Bezug bestimmter Sozialleistungen unumgänglich ist und alternative, nicht-digitale Nachweiswege zunehmend erschwert werden.
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