Bachelorarbeit, 2010
39 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
2. Grundlagen zur Prinzipal-Agenten-Theorie
2.1. Qualitätsunsicherheit
2.2. Verhaltensunsicherheit
2.3. Kritische Anmerkungen zur Prinzipal-Agenten-Theorie
3. Grundlagen zum Verbriefungsmarkt
3.1. Motivation der Forderungsverbriefung
3.2. Grundstruktur und Beteiligte einer True-Sale-Verbriefungstransaktion
3.3. Grundstrukturen synthetischer Verbriefungstransaktionen
3.4. Anmerkungen zum weiteren Vorgehen
4. Informationsasymmetrien im Verbriefungsmarkt und Lösungsmöglichkeiten
4.1. Identifikation der relevanten Beziehungsfelder
4.2. Beziehungsfeld Kreditgeber – Kreditnehmer
4.2.1. Qualitätsunsicherheit
4.2.2. Verhaltensunsicherheit
4.2.3. Auswirkungen der Forderungsverbriefung
4.3. Beziehungsfeld Investoren – Originator/Service-Agent
4.3.1. Qualitätsunsicherheit
4.3.2. Verhaltensunsicherheit
4.4. Lösungsmöglichkeiten
4.4.1. Selbstbehalt des Originators
4.4.1.1. Grundidee
4.4.1.2. Stärken und Schwächen
4.4.2. Synthetische Verbriefung eines Kreditindexes
4.4.2.1. Grundidee
4.4.2.2. Stärken und Schwächen
4.4.3. Rating von Verbriefungstransaktionen
4.4.3.1. Grundidee
4.4.3.2. Stärken und Schwächen
5. Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Informationsasymmetrien im Verbriefungsmarkt zu identifizieren, die durch die Finanzkrise in den Fokus gerückt sind, und mögliche Lösungsansätze zur Wiederherstellung des Marktvertrauens wissenschaftlich zu analysieren.
4.2.1. Qualitätsunsicherheit
Der Kreditinteressent ist über seine Eigenschaften und die speziellen Risiken seines Investitionsvorhabens, für das er das Kapital benötigt, besser informiert als der Kreditgeber. Daher kann der Kreditinteressent besser einschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit er die vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen erbringen können wird.
Für die Überlassung des Kapitals verlangt der Kreditgeber einen Preis in Form des Kreditzinssatzes. Für Kredite mit hohem Ausfallrisiko möchte der Kreditgeber einen höheren Kreditzins erhalten als für Kredite mit geringerem Ausfallrisiko. Berücksichtigt er die Existenz verschieden ausgeprägter, für ihn nicht beobachtbarer Ausfallrisiken mittels einer Mischkalkulation für den Zinssatz, kommt es zum Problem der Adversen Selektion: Die Kreditinteressenten mit gutem Ausfallrisiko verzichten auf den Kredit und decken ihren Kapitalbedarf über andere Finanzierungsformen, während Kreditinteressenten mit höherem Ausfallrisiko das Angebot annehmen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Verbriefungsmarktes im Kontext der Finanzkrise ein und skizziert die methodische Vorgehensweise auf Basis der Prinzipal-Agenten-Theorie.
2. Grundlagen zur Prinzipal-Agenten-Theorie: Hier werden die theoretischen Rahmenbedingungen definiert, insbesondere die Begriffe Qualitäts- und Verhaltensunsicherheit sowie deren Relevanz für asymmetrische Informationsverteilungen.
3. Grundlagen zum Verbriefungsmarkt: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von Forderungsverbriefungen, unterscheidet zwischen True-Sale- und synthetischen Strukturen und definiert die beteiligten Akteure.
4. Informationsasymmetrien im Verbriefungsmarkt und Lösungsmöglichkeiten: Dieser Hauptteil identifiziert spezifische Beziehungsfelder mit Informationsasymmetrien und bewertet kritisch verschiedene Lösungsansätze wie Selbstbehalt, Kreditindex-Kopplung und Rating-Systeme.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die Notwendigkeit einer verbesserten Markttransparenz und eines effektiven Monitorings durch Aufsichtsbehörden hervorgehoben wird.
Verbriefungsmarkt, Prinzipal-Agenten-Theorie, Informationsasymmetrie, Finanzkrise, Forderungsverbriefung, Adverse Selektion, Moral Hazard, Kreditrisiko, Selbstbehalt, Rating-Agenturen, Credit-Default-Swap, Asset-Backed-Securities, Kreditüberwachung, Markttransparenz, Originate-to-Distribute-Modell.
Die Arbeit analysiert die auftretenden Informationsasymmetrien im Verbriefungsmarkt und untersucht, wie diese als Auslöser für Finanzkrisen wirken und welche Lösungsmechanismen zu ihrer Überwindung beitragen können.
Die zentralen Themen sind die Prinzipal-Agenten-Theorie, die Struktur von Verbriefungstransaktionen (True-Sale und synthetisch), sowie die Probleme von Adverser Selektion und Moral Hazard in Finanzbeziehungen.
Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Informationsprobleme zwischen den Akteuren im Verbriefungsmarkt zu identifizieren und die Effektivität verschiedener Lösungsansätze, wie den Selbstbehalt des Originators oder die Nutzung von Kreditindizes, zu bewerten.
Die Arbeit nutzt die theoretischen Konzepte der Neuen Institutionenökonomik, insbesondere das Modell der Prinzipal-Agenten-Theorie, um Anreizstrukturen und Verhaltensweisen der Marktteilnehmer zu analysieren.
Im Hauptteil werden die Beziehungsfelder zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern sowie zwischen Investoren und Originatoren detailliert untersucht und Lösungsstrategien zur Reduktion von Unsicherheiten diskutiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verbriefungsmarkt, Informationsasymmetrie, Moral Hazard, Adverse Selektion, Selbstbehalt und Rating-Agenturen charakterisiert.
Das Modell entkoppelt den Kreditgeber vom Ausfallrisiko, wodurch der Anreiz für eine sorgfältige Kreditprüfung und laufende Überwachung sinkt, was die Informationsasymmetrien zulasten der Investoren verschärft.
Der Selbstbehalt zwingt den Originator, weiterhin ein eigenes Risiko zu tragen, was als glaubwürdiges Signal für die Qualität des Forderungspools dient und den Anreiz für gewissenhaftes Monitoring aufrechterhält.
Kritisiert werden Interessenkonflikte, der Mangel an Transparenz im Ratingprozess sowie das Phänomen der Rating-Model-Arbitrage, bei dem Originatoren nur die besten erzielten Ratings veröffentlichen.
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