Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Parmigiano Reggiano
2.1 Geschichte
2.2 Produktion
2.2.1 Das Produktionsgebiet
2.2.2 Die Milchherstellung
2.2.3 Die Herstellung von Parmigiano Reggiano
2.2.4 Die Rolle des Käsers
2.2.5 Reifung und Vermarktung
2.2.6 Typizität von Parmigiano Reggiano
2.3 Parmigiano Reggiano als geschützte Ursprungsbezeichnung
2.3.1 Begriffsdefinition „geschützte Ursprungsbezeichnung“
2.3.2 Gesetzlicher Schutz durch die EU
2.3.3 Das Consorzio
2.3. Konkurrenzprodukte
2.4 Auswirkungen auf das Produktionsgebiet
3. Modellcharakter des Parmigiano Reggiano Produktionssystems
3.1 Hat das Produktionssystem Modellcharakter?
3.2 Übertragbarkeit des Systemmodells
4. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie das traditionell handwerkliche Produktionssystem des Parmigiano Reggiano trotz des Trends zur industriellen Rationalisierung erfolgreich bestehen kann und ob dieses Modell auf andere Regionen und Produkte übertragbar ist.
2.2.4 Die Rolle des Käsers
Die Rolle des Parmigiano-Reggiano-Käsers ist eine ganz besondere. Ein P.R.-Käser überwacht nicht nur einfach den Produktions- und Reifeprozess des Käses, er selbst – oder besser gesagt sein persönlicher Fähigkeitsgrad – nimmt entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Parmesans. Auch ist es in erster Linie der Käser, der die Herstellung von Parmigiano Reggiano zur Handwerkskunst macht.
Eine Ausbildung zum P.R.-Käser erfolgt rein traditionell: sieben bis neun Jahre lang begleitet der Lehrling einen bereits erfahrenen Käser und lernt so alles über den Herstellungsprozess; das sind etwa fünf Jahre mehr, als eine normale Ausbildung zum Käser dauert. Auch beinhaltet die Ausbildung keinen Schulbesuch. Nur das Wissen und die Erfahrung des lehrenden Käsers werden weitergegeben. Die Ausbildungsphase erscheint vor allem dann lang, wenn man weiß, dass ein P.R.-Käser im Durchschnitt zwischen 18 und 28 Jahre (inklusive Ausbildung) aktiv tätig ist. Aber die Dauer der Ausbildung lässt auch den hohen Schwierigkeitsgrad erkennen, der mit dem Beruf verbunden ist.
Die Handwerkskunst des Käsers zeigt sich in seiner Fähigkeit den täglichen Qualitätsschwankungen der Milch erfolgreich zu begegnen; denn die Qualität der Milch ist immer anders, je nach Produktionsgebiet, je nach Produzent, von Jahreszeit zu Jahreszeit und von Tag zu Tag. Milch ist ja ein lebendiges Produkt. Sie enthält Millionen von Mikroorganismen, die wiederum mit dem Fett-, Kasein- und Laktosegehalt der Milch zusammenhängen. Stündlich ändert sich deshalb der Fermentationszustand der Milch. Diese Vorgänge muss der Käser bei allen Arbeitsschritten stets beachten: er legt fest, wie lange die Milch bei welcher Temperatur zum Entrahmen gelagert wird, wann genau der Milch im Kochkessel welche Menge an Molke und Lab zugefügt wird und wann die geronnene Käsemasse die Idealtemperatur und -körnung erreicht hat. Bei all diesen elementaren Entscheidungen muss sich der Käser jeden Tag aufs Neue auf seine Erfahrung verlassen; er ist die Schlüsselfigur die Qualität des Käses betreffend.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Konflikt zwischen globaler Standardisierung und der Rückbesinnung auf traditionelle Qualitätsprodukte sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Parmigiano Reggiano: Dieses Kapitel erläutert detailliert die Geschichte, die komplexen Produktionsprozesse, die unverzichtbare Rolle des Käsers, die Reifung sowie die rechtliche Absicherung des Produkts.
3. Modellcharakter des Parmigiano Reggiano Produktionssystems: Hier wird analysiert, ob die Prinzipien der Parmesanherstellung als Vorbild für andere Regionen dienen können, insbesondere am Beispiel von Flachs und Hanf.
4. Fazit: Das Fazit bestätigt die Einzigartigkeit des Systems und betont die Bedeutung von Tradition und Handwerk für die Zukunftsfähigkeit regionaler Wirtschaftsweisen.
Parmigiano Reggiano, Tradition, Handwerkskunst, geschützte Ursprungsbezeichnung, Consorzio, Produktionssystem, Milchherstellung, Käser, Reifung, Qualität, Regionalentwicklung, Modellcharakter, Naturprodukte, Nachhaltigkeit, Lebensmittelwirtschaft.
Die Arbeit befasst sich mit dem Parmigiano Reggiano als Beispiel für ein erfolgreich fortbestehendes, traditionelles handwerkliches Produktionssystem im Zeitalter der industriellen Globalisierung.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den spezifischen Produktionsschritten der Milchverarbeitung, der Rolle der Dachorganisation (Consorzio) und den sozioökonomischen Auswirkungen auf die Produktionsregion.
Das Ziel ist es, den Modellcharakter des Parmigiano-Reggiano-Produktionssystems zu identifizieren und zu prüfen, ob dieses Modell auf andere Regionen und Kulturpflanzen übertragbar ist.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Datenanalyse, unter anderem basierend auf der Studie des Agrarökonomen Kees de Roest, sowie einer vergleichenden Betrachtung verschiedener Produktionsmodelle.
Im Hauptteil wird der gesamte Lebenszyklus des Parmigiano Reggiano von der Milchgewinnung über die handwerkliche Verarbeitung durch den Käser bis hin zur Reifung, Kennzeichnung und Vermarktung detailliert analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Parmigiano Reggiano, handwerkliche Tradition, geschützte Ursprungsbezeichnung, regionale Wertschöpfung und Nachhaltigkeit charakterisiert.
Sie erfolgt rein traditionell durch eine sieben- bis neunjährige Lehrzeit ohne Schulbesuch, da die komplexen, nicht technisierbaren Entscheidungen allein auf der persönlichen Erfahrung des Meisters beruhen.
Die strengen Futterregularien, insbesondere das Verbot von Silage, führen zu einer flächendeckenden Dominanz des Anbaus von Alfalfa, was das optische Erscheinungsbild der gesamten Region nachhaltig prägt.
Als Beispiel für eine mögliche Übertragung des Modells auf die Region Niederbayern werden die Kulturpflanzen Flachs und Hanf diskutiert.
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