Magisterarbeit, 1999
72 Seiten, Note: gut
I. Einleitung
II. Die privatrechtliche Stellung der Frau in der römischen Republik
1. patria potestas
2. manus-Ehe und manusfreie Ehe
3. tutela
III. Ausgewählte Frauen der späten römischen Republik
1. Servilia
2. Hortensia
3. Clodia
4. Fulvia
5. Octavia minor
IV. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den politischen Einfluss von Frauen der römischen Aristokratie in der späten Republik. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Frauen trotz des Ausschlusses von offiziellen Ämtern und Institutionen durch informelle Netzwerke und den sogenannten "vorpolitischen Raum" Einfluss auf die politische Konsensbildung nehmen konnten.
III.2. Hortensia
Dieses Können stellte sie im Jahre 42 v.Chr. unter Beweis, als sie inmitten von Frauen der römischen Oberschicht auf dem Forum in der Versammlung der Männer das Wort ergriff.
Diese Rede der Hortensia, von Appian überliefert, zeigt einerseits gängige römische Wertvorstellungen und Normen römischer Frauen, weist jedoch andererseits auch auf die Brüchigkeit derselben hin. Denn es war völlig unüblich, dass sich Frauen in die Versammlung der Männer auf das Forum begaben und dort das Wort ergriffen.
Problematisch ist es, die Veranstaltung auf dem Forum, in welche die Frauen eingriffen, näher zu klassifizieren. Handelte es sich um eine Volksversammlung, hätten wir eindeutig einen politischen Raum; handelte es sich aber um eine contio, so wäre diese laut Definition noch dem vorpolitischen Raum zuzuordnen. Die Anwesenheit der Triumvirn mit Liktoren und Leibgarde könnte eher auf eine Volksversammlung deuten.
I. Einleitung: Definiert den vorpolitischen Raum als essenzielles Feld für den gesellschaftlichen und politischen Einfluss aristokratischer Frauen.
II. Die privatrechtliche Stellung der Frau in der römischen Republik: Erläutert die rechtlichen Abhängigkeiten wie patria potestas, verschiedene Eheformen und das Vormundschaftswesen (tutela) sowie deren Einfluss auf die Handlungsfreiheit.
III. Ausgewählte Frauen der späten römischen Republik: Detaillierte Analyse der politischen Aktivitäten, Strategien und des Einflusses von fünf prägenden Frauenfiguren jener Epoche.
IV. Zusammenfassung: Resümiert die individuellen Unterschiede im Auftreten dieser Frauen und ordnet ihre Bedeutung in die historische Entwicklung vom Ende der Republik zum Prinzipat ein.
Römische Republik, Aristokratie, vorpolitischer Raum, patria potestas, tutela, Konsensbildung, Politische Einflussnahme, Servilia, Hortensia, Clodia, Fulvia, Octavia minor, Triumvirat, Nobilität, Familienpolitik
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen politischen Einflusses von Frauen aus der römischen Aristokratie in der späten Republik.
Die rechtliche Stellung der Frau, die Organisation von Konsens im vorpolitischen Raum und die spezifische Heirats- und Familienpolitik der späten Republik.
Es soll geklärt werden, wie und in welchem Ausmaß Frauen Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nehmen konnten, obwohl ihnen der offizielle Zugang zu Ämtern versperrt war.
Die Arbeit basiert auf einer Quellenanalyse antiker Texte (u.a. Cicero, Appian, Sueton, Plutarch) unter Berücksichtigung moderner historischer Interpretationen.
Nach einer rechtlichen Grundlegung werden fünf prominente Frauen (Servilia, Hortensia, Clodia, Fulvia, Octavia minor) als Fallbeispiele für die unterschiedlichen Formen politischer Partizipation untersucht.
Vorpolitischer Raum, Nobilität, manus-Ehe, tutela, Klientel und Familienpolitik.
Sie gilt als herausragendes Beispiel für ein direktes, für Frauen höchst ungewöhnliches Vorgehen auf dem Forum, um gegen die Besteuerung von Frauen zu protestieren und eine formale Gleichstellung bei politischer Bestrafung einzufordern.
Fulvia wird als eine Frau am Ende der republikanischen Entwicklung betrachtet, die ihre Einflussmöglichkeiten konsequent von einer rein vermittelnden Rolle hin zur aktiven, militärisch und politisch agierenden Akteurin ausweitete.
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