Diplomarbeit, 2003
119 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1 Rundfunk als Demokratisierungsinstanz
1.1 Rundfunk – Erklärungen, Funktionen und Strukturen
1.1.1 Der Versuch einer Definition
1.1.2 Rundfunkfreiheit
1.1.3 Funktionen von Massenmedien
1.1.3.1 Information
1.1.3.2 Meinungsbildung
1.1.3.3 Kontrolle und Kritik
1.1.3.4 Politische Funktion
1.1.4 Organisation des Rundfunks in Deutschland
1.1.4.1 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
1.1.4.1.1 Struktureller Aufbau
1.1.4.1.1.1 Rundfunkrat
1.1.4.1.1.2 Der Verwaltungsrat
1.1.4.1.1.3 Die Intendanz
1.1.4.2 Privater Rundfunk
1.1.4.2.1 Aufbau und Kontrolle
1.1.4.2.1.1 Die Versammlung / Der Medienrat
1.1.4.2.1.2 Der Vorstand
1.1.5 Programmarten
1.1.5.1 Vollprogramm (integrierte Mischprogramme)
1.1.5.2 Spartenprogramme
1.1.5.3 Satellitenfenster- und Regionalfensterprogramme
1.1.5.4 Musikdominierte Tagesbegleitprogramme
1.1.5.5 Kulturprogramme
1.1.5.6 Zielgruppenprogramme
1.2 Unterscheidung des öffentlich-rechtlichen vom privaten Rundfunk anhand der Ausgewogenheitspflicht
1.3 Zusammenfassung der Aussagen
2 Radionutzung in der Bundesrepublik
2.1 Grundlegende Hörermotivationen
2.2 Qualitative Rezeption
2.3 Kirche im Radio aus Hörersicht
3 Statistische Zahlen, rechtliche Regelungen und Mitwirkung im Rundfunk der katholischen Kirche Deutschlands
3.1 Katholische Kirche heute – statistische Entwicklung der Mitgliederzahlen
3.1.1 Mitgliederzahlen absolut
3.1.2 Gottesdienstbesucher als Kennzahl
3.2 Rechtliche Regelungen und Mitwirkung der katholischen Kirche im Rundfunk
3.2.1 Grundlage der Drittsendungsrechte
3.2.1.1 Kritik an der Grundlage der Drittsendungsrechte
3.2.2 Aussagen anhand grundlegender Dokumente der katholischen Kirche zur sozialen Kommunikation und Verkündigung in den Medien
3.2.2.1 Das Konzilsdekret „Inter Marifica“, 1963
3.2.2.1.1 Struktur und Inhalt
3.2.2.2 Die Pastoralinstruktion „Communio et Progressio“, 1972
3.2.2.2.1 Struktur und Inhalt
3.2.2.3 Die Pastoralinstruktion „Aetatis Novae“, 1992
3.2.2.3.1 Inhalt
3.2.2.4 Aussagen des kirchliche Gesetzbuches (CIC)
3.2.2.5 Die Erklärung „Chancen und Risiken der Mediengesellschaft“, 1997
3.2.2.6 Abschließende Zusammenfassung zu den lehramtlichen Aussagen
4 Entwicklung der kirchlichen Initiative im Rundfunk und heutiger Stand des Engagements
4.1 Rundfunkinitiativen im öffentlich-rechtlichen und privaten Sektor
4.1.1 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
4.1.1.1 Versuch des Senderaufbaus in Bamberg
4.1.1.2 Diözesane Kleinsender
4.1.1.3 Radio Vatikan
4.1.1.4 Bistumsradio K1
4.1.1.5 Pfarrfunk Breitenberg
4.1.1.6 Radio des Katholikentages
4.1.2 Private Hörfunksender
4.1.2.1 Radio Horeb
4.1.2.2 Radio Campanile
4.1.2.3 Domradio Köln
4.2 Kirchliche Rundfunkarbeit heute
4.3 Zusammenfassung
5 Kirchliche Rundfunkarbeit im Spannungsdreieck
5.1 Entertainment und Verkündigung
5.2 Desinteresse an religiösen Themen
5.3 Das Gottesbild von Kirche und Volk
5.4 Identität
5.5 Aufmerksamkeitsdefizit
5.6 Zusammenfassung
6 Resümee des Engagements der katholischen Kirche in der Hörfunklandschaft Deutschlands
Die Arbeit untersucht das Medienengagement der katholischen Kirche in Deutschland im Rundfunk und analysiert, warum die Kirche im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern kaum eigene Sender unterhält. Sie erforscht die rechtlichen Grundlagen des Rundfunkengagements, die kirchlichen lehramtlichen Dokumente sowie die Hörermotivationen und statistischen Entwicklungen der Kirchenbindung.
1 Rundfunk als Demokratisierungsinstanz
Schon 1923, als der preußische Innenminister Karl Severing den ersten Radioempfänger vorführte, erkannte er die Möglichkeiten der Einflussnahme auf den Hörer. Er meinte: „Wenn jeder einen derartigen Apparat im Haus hat, dann ist es eine Kleinigkeit, die Monarchie auszurufen“.
In dieser Zeit lag das Monopol am Rundfunk bei der Reichspost und war der Staatskontrolle unterstellt. Doch auch auf der anderen Seite erkannte man die Macht des neuen Mediums. Viele Schriftsteller, Musiker und Linksintellektelle beschäftigten sich mit dem Rundfunk und dessen Nutzung. Kritikpunkt war die einseitige Produktion massenmedialer Inhalte, bei denen sich der Hörer nicht aktiv beteiligen könne. Ein Ausgangspunkt dieser Kritik war Bertolt Brecht, der schon 1927 in seiner Radiotheorie eine Demokratisierung des Rundfunks verlangte. Seine Skepsis über das Radio und dessen eindimensionale Inhalte, welche von der Bourgeoisie produziert wurden, die eigentlich nichts zu sagen habe, gab er mit folgenden Worten Ausdruck:
„Ich wünsche sehr, das diese Bourgeoisie zu ihrer Erfindung des Radios noch eine weiter Erfindung mache; die es ermöglicht, das durch Radio Mittelbare auch noch für alle Zeiten zu fixieren. Nachkommende Geschlechter hätten dann die Gelegenheit, staunend zu sehen, wie hier eine Kaste dadurch, dass sie es ermöglichte, das, was sie zu sagen hatte, dem ganzen Erdball zu sagen, es zugleich dem Erdball ermöglichte, zu sehen, das sie nichts zu sagen hatte. Ein Mann, der was zu sagen hat, und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.“
1 Rundfunk als Demokratisierungsinstanz: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen und die historische Entwicklung des Rundfunks in Deutschland sowie dessen demokratische Funktionen.
2 Radionutzung in der Bundesrepublik: Hier wird das Nutzungsverhalten der Bevölkerung analysiert, inklusive der Motive der Hörer und der spezifischen Wahrnehmung kirchlicher Inhalte.
3 Statistische Zahlen, rechtliche Regelungen und Mitwirkung im Rundfunk der katholischen Kirche Deutschlands: Das Kapitel bietet eine statistische Einordnung der Kirchenmitgliederentwicklung und analysiert die kirchenrechtlichen Dokumente zur Medienarbeit.
4 Entwicklung der kirchlichen Initiative im Rundfunk und heutiger Stand des Engagements: Hier wird die Geschichte der kirchlichen Sendeversuche und der aktuelle Stand der Rundfunkarbeit der katholischen Kirche beleuchtet.
5 Kirchliche Rundfunkarbeit im Spannungsdreieck: Dieses Kapitel diskutiert die Herausforderungen für die Kirche zwischen den Polen Mediengemäßheit, kirchlichen Vorgaben und den Erwartungen der Hörer.
6 Resümee des Engagements der katholischen Kirche in der Hörfunklandschaft Deutschlands: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine Verstärkung des kirchlichen Engagements im Rundfunk.
Radio, katholische Kirche, Rundfunk, Medienethik, Drittsendungsrechte, Hörerverhalten, Evangelisierung, Medienkompetenz, Rundfunkrat, Verkündigung, Duales System, Medienpädagogik, Publizistik, Kirchliches Medienengagement, Christentum
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und das Engagement der katholischen Kirche im deutschen Hörfunk, insbesondere die Spannungsfelder zwischen kirchlichem Auftrag und medialen Anforderungen.
Die zentralen Felder sind die Rundfunkgeschichte in Deutschland, rechtliche Rahmenbedingungen für Kirche im Rundfunk, das Nutzungsverhalten der Hörer sowie die kirchliche Medienstrategie.
Das Ziel ist es, die Grundlagen und die heutige Nutzung des Mediums Radio durch die katholische Kirche zu analysieren und zu verstehen, warum die Kirche in Deutschland kaum eigene Sender betreibt.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse, der Auswertung kirchlicher Statistiken sowie der Analyse von Medientheorien und Ergebnissen der Medienforschung.
Im Hauptteil werden rechtliche Grundlagen (Drittsendungsrechte), lehramtliche Dokumente wie „Inter Marifica“, die statistische Entwicklung der Kirche und konkrete Initiativen in verschiedenen Sendegebieten untersucht.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Rundfunkethik, Evangelisierung, Medienregulierungen und kirchliches Medienengagement beschreiben.
Während in Ländern wie Italien oder Frankreich zahlreiche kirchliche Sender existieren, fehlt eine solche Tradition in Deutschland weitgehend, was primär auf die starke Integration in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zurückzuführen ist.
Aufgrund der historisch gewachsenen, starken Mitwirkungsmöglichkeiten in den Gremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Absicherung durch Drittsendungsrechte sah die Kirche lange Zeit keinen Bedarf für den aufwendigen Aufbau eigener Sender.
Sie sind das verfassungsrechtlich verankerte Instrument, das der Kirche Sendezeiten bei Rundfunkanbietern garantiert und damit die Verkündigung des Evangeliums auch ohne eigene Sendestationen ermöglicht.
Da das Radio heute primär als „Nebenbei-Medium“ genutzt wird, stehen kirchliche Beiträge vor der Herausforderung, trotz kurzer Sendezeit und musikorientierter Programmgestaltung Aufmerksamkeit zu erzielen und verständlich zu sein.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

