Diplomarbeit, 2010
129 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Deutsches Management in China
1.1 Die Rolle des deutschen Managers in China
1.2 Das Management-Umfeld
1.3 Konflikte
2 Gesicht und Sinn für Scham
2.1 Begriffe
2.1.1 Gesicht
2.1.2 Die Scham und das Selbst
2.2 Die Bestandteile von Gesicht
2.3 Die Verquickung von Gesicht und Scham
2.4 Konfuzianismus und Scham
2.4.1 Die historischen Lehren
2.4.2 Gesicht in Japan und Korea gestern und heute
2.5 Die öffentliche Beschämung
2.6 Scham, Macht und Status
3 Forschungsprozess
3.1 Ziel der empirischen Untersuchung
3.2 Teilnehmer der empirischen Untersuchung
3.3 Interviews
3.3.1 Interviewvorbereitung
3.3.2 Interviewinhalt
3.3.3 Interviewdurchführung
3.4 Auswertung der Daten
4 Ergebnisdarstellung
4.1 Gesicht und Sinn für Scham
4.1.1 Gesichtsverlust und Scham
4.1.2 Beabsichtigte Beschämung / Gesicht nehmen
4.1.3 Gesicht wahren / öffentliche Scham vermeiden
4.1.4 Gesicht geben und Gesicht gewinnen
4.2 Weitere Besonderheiten der chinesischen Geschäftskultur
4.2.1 Indirektes Denken und Kommunizieren
4.2.2 Indirekte Konflikte
4.2.3 Motivieren von Mitarbeitern
4.2.4 Sanktionieren von Mitarbeitern
4.2.5 Aversion Verantwortung zu übernehmen
4.2.6 Anderes Priorisieren
4.2.7 Serielles Abarbeiten von Aufgaben
4.2.8 Flexibilität
4.2.9 Umgang mit Problemen
4.2.10 Resistenz gegen Veränderungen
4.2.11 Unterbrechungen
4.2.12 Hierarchie- und Rollendenken
4.2.13 Abteilungsorientierung
4.2.14 Guanxi
4.2.15 Notwendigkeit von Vorgaben und Richtlinien
4.2.16 Als deutsche Führungskraft in China
4.2.17 Geschäftskultur im Wandel
4.2.18 Die andere Kulturrealität
5 Zusammenfassung und Diskussion
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die chinesischen Konzepte von "Gesicht" und "Sinn für Scham" in ihrem professionellen Kontext durch die Perspektive deutscher Manager in China zu beleuchten und in den weiteren kulturellen Rahmen der chinesischen Geschäftskultur einzuordnen.
Gesichtsverlust und Scham
Ein Gesichtsverlust ist immer von Scham umgeben, dass die beiden eng miteinander verbunden sind, erwähnen einige Manager:
Schamgefühl und diesen Gesichtsverlust kann man ja so gleichstellen, so ungefähr. (Herr Lorenz, S. 172)
Also ich würde sagen, Scham und Gesichtsverlust sind sehr ähnliche Sachen, oder arbeiten Hand in Hand. Wenn Gesichtsverlust eintritt, ist es mit Sicherheit auch eine beschämende Situation für ihn gewesen. Ich denke Gesichtsverlust und Scham kommen zusammen. (Herr Peters, S. 204)
In der Folge des Gesichtsverlusts schämt sich die Person, den eigenen oder fremden Erwartungen oder Rollenvorstellungen nicht entsprochen zu haben. Die Scham geht einher mit einem Sich-klein-Fühlen, mit Minderwertigkeitsgefühlen, mit einer Neubewertung der eigenen Person.
Scham kann, wie weiter oben erwähnt, auch auftreten, wenn der Gesichtsverlust nicht oder noch nicht eingetreten ist. Dieses geheime Vorausahnen des Gesichtsverlustes und das Sich-im-Voraus-Schämen ist für einen Manager in nur wenigen Fällen feststellbar. Deshalb kommt, wie ein Manager sagt, der Gesichtsverlust nur „ungefähr“ dem Gefühl von Scham gleich.
Eine Situationsart, bei welcher Personen im Unternehmen Gesicht verlieren, ist die, wenn sie sich regelwidrig verhalten. Sie wird an erster Stelle genannt, nicht weil sie am häufigsten von den Managern genannt wird, sondern weil das Gefühl von Scham bei regelwidrigem Verhalten besonders stark ausgeprägt ist.
1 Deutsches Management in China: Beleuchtung der Rolle deutscher Manager im chinesischen Umfeld unter Berücksichtigung kultureller Diskrepanzen und Konfliktpotenziale.
2 Gesicht und Sinn für Scham: Theoretische Fundierung der zentralen Begriffe Gesicht und Scham im konfuzianischen Kontext sowie deren Bedeutung für das Selbstbild.
3 Forschungsprozess: Methodische Beschreibung der qualitativen Interviewstudie mit elf in China tätigen Managern zur explorativen Erfassung ihrer Erfahrungen.
4 Ergebnisdarstellung: Analyse der empirischen Befunde zu Gesichtssituationen sowie weiterer Besonderheiten der chinesischen Geschäftskultur wie Hierarchie und Guanxi.
5 Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der Ergebnisse und kritische Reflexion des Forschungsansatzes mit Ausblick auf weitere Untersuchungsmöglichkeiten.
Gesicht, Sinn für Scham, chinesische Geschäftskultur, deutsches Management, interkulturelle Kommunikation, Guanxi, Hierarchie, Konfuzianismus, Konfliktmanagement, Mitarbeiterführung, Selbstbild, soziale Harmonie, Regelrelativismus, Beschämung, Motivation.
Die Diplomarbeit untersucht die kulturellen Besonderheiten des chinesischen Geschäftsumfelds, insbesondere die zentralen Konzepte des „Gesichts“ und des „Sinns für Scham“, aus der Sicht von deutschen Managern vor Ort.
Die Arbeit fokussiert auf die Dynamiken von Gesichtsverlust und Scham, die Bedeutung von Hierarchien, das Guanxi-Netzwerk, Konfliktvermeidung und die Motivationsstrukturen chinesischer Mitarbeiter.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die sozialen psychologischen Kräfte zu schaffen, die hinter dem chinesischen Konzept des Gesichts stehen, und diese für Führungskräfte in der Praxis nutzbar zu machen.
Der Autor führt eine qualitative empirische Untersuchung durch, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit elf deutschen Managern, die in verschiedenen Regionen Chinas tätig sind.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Konzepte, eine methodische Beschreibung des Forschungsprozesses und eine detaillierte Auswertung der geführten Experteninterviews zu spezifischen Arbeitssituationen.
Gesicht, Sinn für Scham, chinesische Geschäftskultur, interkulturelle Kommunikation, Guanxi, Hierarchie und Konfliktmanagement stehen im Zentrum der Arbeit.
In China werden Fehler oft verdeckt, da sie mit Inkompetenz und Gesichtsverlust gleichgesetzt werden, während sie in der deutschen Kultur eher als Lernchancen offen diskutiert werden.
Es beeinflusst maßgeblich die Kommunikation, die Motivation der Mitarbeiter und die Stabilität von Geschäftsbeziehungen; das Unverständnis der Gesichts-Dynamik führt oft zu Missverständnissen und Ineffizienz.
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