Forschungsarbeit, 2010
27 Seiten, Note: 1,3
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, den Umgang der Christenheit mit dem vierten Gebot anhand einiger Gottesdarstellungen zu beleuchten. Dabei soll aufgezeigt werden, dass die Interpretation eines scheinbar eindeutigen Satzes immer von der ihn interpretierenden Gesellschaft abhängig ist.
Das erste Kapitel führt in das Thema der Gottesdarstellung in der christlichen Kunst ein und stellt das vierte Gebot der hebräischen Bibel als Ausgangspunkt dar. Das zweite Kapitel legt die theoretischen Grundlagen für die Analyse von Gottesdarstellungen, indem es sich mit dem theologischen Problem der Darstellung, Goffmans Rahmenanalyse und Panofskys Ikonografie auseinandersetzt. Das dritte Kapitel untersucht die Gottesdarstellung am Beispiel von Christus Imperator, wobei die byzantinische Ikonographie und die Symbolik der Darstellung analysiert werden. Das vierte Kapitel widmet sich der Gottesdarstellung in Massacios Fresko „Die Dreifaltigkeit“, wobei die kompositorischen Elemente, die Symbolik und die Verbindung von göttlicher und menschlicher Welt analysiert werden. Das fünfte Kapitel behandelt Michelangelos Erschaffung von Adam, wobei die Einordnung des Bildes in die Schöpfungsgeschichte, der Einfluss der Genesis und die Interpretation des Purpurs als Symbol des Papstes beleuchtet werden.
Die zentralen Begriffe der Arbeit sind Gottesdarstellung, christliche Kunst, Ikonografie, Rahmenanalyse, Byzanz, Renaissance, Schöpfungsgeschichte, Trinität, Christus Imperator, Massacio, Michelangelo, Bilderstreit, Ikonoklasmus.
Obwohl das Gebot besagt „Du sollst dir kein Bildnis machen“, zeigt die Geschichte der christlichen Kunst, dass die Auslegung dieses Satzes stark von der jeweiligen Epoche und Gesellschaft abhängt.
Panofskys Methode besteht aus drei Stufen: der vor-ikonographischen Beschreibung (Form), der ikonographischen Analyse (Bedeutung von Symbolen) und der ikonologischen Interpretation (tieferer kultureller Kontext).
Diese Darstellungsform zeigt Christus als herrscherliche Figur, oft mit kaiserlichen Attributen, was die Verbindung von göttlicher Macht und weltlicher Symbolik in der byzantinischen Zeit verdeutlicht.
In der „Erschaffung Adams“ stellt Michelangelo Gott als dynamischen, kraftvollen Greis dar, was einen Wendepunkt in der Vermenschlichung göttlicher Darstellungen markiert.
Goffmans Theorie hilft zu verstehen, wie Bilder als kommunikative Akte innerhalb eines gesellschaftlichen „Rahmens“ interpretiert werden, der definiert, was als heiliges oder darstellbares Bild gilt.
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