Forschungsarbeit, 2010
30 Seiten, Note: 2,3
1) Einleitung
2) Krämer, Benjamin, Serres – Kommunikation?
2.1) Von Engeln und Parasiten
3) Crystal Frontiers & Diasporic Optic
3.1) Referenzen zu Babel
3.2) Aspekte von Übersetzbarkeit
3.3) Medien als Übersetzer
3.4) Vom Motiv der Löcher und Kinder zu einem Verständigungsdilemma
4) Der Film als Referenzinstrument und Schnittmenge sprachlicher Differenzen
4.1) Ohnmacht in Marokko
4.2) Mexico is a dangerous place
4.3) Chiekos Wüste Tokio
5) Ausblick
Die Arbeit analysiert den Film "Babel" unter medien- und sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten, um die komplexen Strukturen von Kommunikation, Missverständnis und Übersetzung in einer globalisierten, von postmodernen Medienscapes geprägten Welt offenzulegen.
3.2) Aspekte von Übersetzbarkeit
Innerhalb des Filmes begegnet der Rezipient differenten Modi von Übersetzung. Es ist erstaunlich, dass Iñárritu in der Konzeption seines Filmes auf alle Weltsprachen Bezug nimmt und diese mit verschiedensten Mitteln einsetzt sowie übersetzt; so beispielsweise das Arabische, welches an fünfter Stelle der am weitesten verbreiteten Sprachen steht, daneben Spanisch und Englisch die sich auf Platz zwei und drei der Rangliste befinden sowie schließlich das Japanische auf Rang neun der meist gesprochenen Sprachen.
Bereits in der ersten Sequenz, die in Marokko spielt wird die arabische Sprache der Akteure mittels Untertitel übersetzt. Die darauffolgende Sequenz zeigt das Grenzland zwischen Amerika und Mexiko und eine Familie (bestehend aus der spanischen Haushälterin Amelia und ihren beiden amerikanischen Zöglingen Debbie und Mike), die interdiegetisch eigenständig zwischen dem Spanischen sowie dem Englischen übersetzen sowie miteinander agieren. An dieser Stelle erhält der Rezipient keinerlei Untertitelung; der Kontext, das Schauspiel oder die englischen beziehungsweise spanischen Antworten, die gegeben werden, erzeugen hier selbstbildend Sinnhaftigkeit. Die dritte Sequenz des Filmes zeigt das US-amerikanische Ehepaar im fremden Urlaubsland, sie selbst, die Mitreisenden sprechen Englisch, ihr marokkanischer Reiseführer ebenfalls.
In Tokio angekommen, spielt die Narration mit einer zweifachen Untertitelung. Diese Dopplung zeigt sich zum einen in der Übersetzung der Gebärdensprache, die von Chieko und ihren Freundinnen gesprochen wird, zum anderen in der Übersetzung der gesprochenen japanischen Sprache selbst. Eine Steigerung dessen erfolgt, als sich Chieko quasi selbständig untertitelt; indem sie ihre Gedanken und Gefühle aufschreibt, kann sie sich ihren sprechenden Mitmenschen mitteilen.
1) Einleitung: Die Einleitung etabliert den Film "Babel" als Fallbeispiel für eine medien- und sprachwissenschaftliche Untersuchung zur Unfähigkeit menschlicher Kommunikation in einer globalisierten Welt.
2) Krämer, Benjamin, Serres – Kommunikation?: Dieses Kapitel theoretisiert Kommunikation durch die Gegenüberstellung technischer (postalisch) und personaler (erotisch/dialogisch) Modelle sowie die Rolle von Medien und Rauschen.
3) Crystal Frontiers & Diasporic Optic: Hier wird der Begriff der "crystal frontier" eingeführt, um transparente, aber trennende kulturelle Grenzen im Film und ihre narrativen Auswirkungen zu untersuchen.
4) Der Film als Referenzinstrument und Schnittmenge sprachlicher Differenzen: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Konzepte mit der konkreten filmanalytischen Darstellung von Sprachbarrieren und Identitätskrisen in den drei Schauplätzen Marokko, Mexiko und Japan.
5) Ausblick: Der Ausblick resümiert, dass moderne Filmstrategien Kommunikation zunehmend jenseits klassischer Theorien thematisieren und fordert eine weitere interdisziplinäre Auseinandersetzung.
Babel, Kommunikation, Medien, Übersetzung, Crystal Frontier, Globalisierung, Sprachlosigkeit, Identität, Interkulturalität, Film, Semiotik, Postmoderne, Dialog, Differenz
Die Arbeit untersucht den Film "Babel" vor dem Hintergrund medien- und sprachwissenschaftlicher Theorien, insbesondere im Hinblick auf die Mechanismen der Kommunikation und die Schwierigkeit wechselseitigen Verstehens.
Die Arbeit konzentriert sich auf die Begriffe der Kommunikation, Übertragung, das Phänomen der "crystal frontier" (kristallene Grenzen), diasporische Identitäten sowie das Motiv der Sprachlosigkeit.
Ziel ist es, die dem Medium Film inhärenten Strategien zur Darstellung von Kommunikationsproblemen aufzuzeigen und zu analysieren, wie Sprachbarrieren und kulturelle Differenzen die Charaktere beeinflussen.
Die Arbeit nutzt eine exemplarische Filmanalyse, die durch medientheoretische Ansätze von Denkern wie Sybille Krämer, Michel Serres und Walter Benjamin fundiert wird.
Im Hauptteil werden zentrale Konzepte wie die Differenzierung zwischen postalischem und erotischem Kommunikationsmodell auf den Film übertragen und die spezifischen Episoden in Marokko, Mexiko und Japan analysiert.
Wesentliche Begriffe sind "Babel", "Kommunikation", "Übersetzung", "Crystal Frontier", "Sprachlosigkeit" und "Medien".
Die Autorin stellt fest, dass das Motiv des verlorenen oder sterbenden Kindes als zentrales Dilemma fungiert, das die Folgehandlungen der Figuren in allen drei Episoden maßgeblich prägt und motiviert.
Chiekos Taubstummheit verdeutlicht die existenzielle Kommunikationsbarriere und zwingt sie zur Suche nach non-verbalen oder körperlichen Ausdrucksmitteln, was die im Film thematisierte allgemeine Sprachlosigkeit besonders scharf zuspitzt.
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