Bachelorarbeit, 2010
101 Seiten, Note: 1,1
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
1. Einleitung
1.1. Motivation der Arbeit
1.2. Zielstellung
2. Stand der Forschung
2.1. Bodenerosion in Lössgebieten
2.1.1. Begriffsklärung Bodenerosion
2.1.2. Spezifische Eigenschaften des Lösses
2.1.3. Holozäne Bodenerosion und deren Formen
2.1.4. Eigenschaften und Besonderheiten von Kolluvien
2.2. Bildung, Alter und Erhaltung von Tschernosemen
3. Einführung in das Untersuchungsgebiet
3.1. Geologische Entwicklung und Böden
3.2. Vegetation
3.2.1. Potentiell natürliche Vegetation
3.2.2. Holozäne Vegetationsentwicklung
3.3. Klima
3.3.1. Aktuelles Klima im Untersuchungsgebiet
3.3.2. Klimaentwicklung im Holozän
3.4. Besiedlungsgeschichte
3.5. Eignung des Untersuchungsgebietes
4. Methoden
4.1. Sedimentologisch-pedologische Feldmethoden
4.1.1. Standortauswahl
4.1.2. Profilbeschreibung
4.1.3. Beprobung
4.2. Archäologische Geländemethoden
4.3. Laboranalytik
4.3.1. pH-Wert
4.3.2. Carbonatgehalt
4.3.3. Elementaranalyse (C,N,S)
4.4. Kartographisch-elektronische Datenverarbeitung
5. Auswertung und Diskussion
5.1. Kriterien zur Unterscheidung von Kolluvien und nativen Tschernosemen
5.2. Vorstellung der Aufschlüsse
5.2.1. Profil Zau_S-01
5.2.2. Profil Zau_S-02
5.3. Die Ergebnisse der Bohrstockkartierung
5.3.1. Einteilung in bodengeographische Grundeinheiten
5.3.2. Charakterisierung der Böden der Grundeinheiten
5.3.3. Vorstellung ausgewählter Catenen inklusive präneolithischem Paläorelief
5.4. Degradierung der Tschernoseme
5.5. Implikationen für die Landschaftsgenese
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Verbreitungsmuster von Erosion und Akkumulation in einem mitteldeutschen Lössgebiet bei Zauschwitz, um das präneolithische Paläorelief zu rekonstruieren und die jungholozäne Landschaftsentwicklung besser zu verstehen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern menschliche Landnutzung die Bodendynamik beeinflusst hat und wie sich anthropogene Einflüsse von klimabedingten Veränderungen abgrenzen lassen.
2.1.1. Begriffsklärung Bodenerosion
Der Begriff Bodenerosion umfasst nach RICHTER (1976) all diejenigen Erscheinungen der Abtragung und Akkumulation, welche den jeweiligen Landschaftshaushalt über ein natürliches Maß hinaus verändern. Sie werden naturräumlich durch Wasser, Wind und Schwerkraft prädisponiert, jedoch in gemäßigten Klimaten erst durch den Menschen ausgelöst als ungewolltes Nebenprodukt des Ackerbaus, der eine signifikante Veränderung und zeitweilige Beseitigung der Dauervegetation darstellt. BORK (1988: 2) versteht unter Bodenerosion „die durch Eingriffe des Menschen ermöglichten und durch erosive Niederschläge oder den Wind ausgelösten Prozesse der Ablösung des Transportes und der Ablagerung von Bodenpartikeln – losgelöst von der Problematik der rein natürlichen Abtragung ohne anthropogenen Einfluß.“
Dieser Definition liegt die Auffassung zugrunde, dass unter der natürlichen holozänen Waldvegetation keinerlei Bodenerosion auftritt. In Lössgebieten fällt eine infolge hoher Bodenfruchtbarkeit intensive landwirtschaftliche Beanspruchung mit erosionsfördernden bodenphysikalischen Eigenschaften der Lössböden zusammen. Deshalb sind die Begriffe Bodenerosion und Löss gewissermaßen untrennbar miteinander verbunden.
1. Einleitung: Beschreibt die Motivation durch ein archäologisches Praktikum und definiert das Ziel, die Bodenveränderungen im Umfeld des Fundplatzes Zauschwitz zu analysieren.
2. Stand der Forschung: Erörtert theoretische Grundlagen der Bodenerosion in Lössgebieten und die Entstehung sowie Degradation von Tschernosemen.
3. Einführung in das Untersuchungsgebiet: Gibt einen Überblick über die Geologie, Vegetation, Klimaverhältnisse und die Besiedlungsgeschichte der Region Zauschwitz.
4. Methoden: Erläutert die angewandten Feldmethoden (Bohrungen, Schürfgruben), die archäologische Dokumentation sowie die chemischen und physikalischen Laboranalysen.
5. Auswertung und Diskussion: Präsentiert die Ergebnisse der Profilanalysen und der Bohrstockkartierung und diskutiert die Landschaftsentwicklung in verschiedenen Epochen.
6. Fazit und Ausblick: Fasst die Erkenntnisse über die jahrtausendelange ackerbauliche Nutzung zusammen und bewertet den Nutzen der interdisziplinären Zusammenarbeit von Geowissenschaften und Archäologie.
Bodenerosion, Lössgebiete, Tschernosem, Zauschwitz, Kolluvien, Neolithikum, Bodenentwicklung, Paläorelief, Landschaftsgenese, Geoarchäologie, Catenen, Sedimentologie, Humusgehalt, Besiedlungsgeschichte, Landnutzung.
Die Arbeit untersucht die geomorphologischen und geoarchäologischen Veränderungen des Bodens im Umfeld des prähistorischen Fundplatzes Zauschwitz durch menschliche Landnutzung.
Die Schwerpunkte liegen auf Bodenerosionsprozessen in Lössgebieten, der Genese von Tschernosem-Böden und der Rekonstruktion historischer Landschaftsformen.
Das Ziel ist die Rekonstruktion des präneolithischen Paläoreliefs und die Analyse der jungholozänen Landschaftsentwicklung durch die Untersuchung von Erosions- und Akkumulationsmustern.
Es kamen sedimentologisch-pedologische Feldmethoden (Pürckhauer-Sondierungen, Schürfgruben), archäologische Geländeanalysen sowie laboranalytische Verfahren (pH-Wert, Carbonatgehalt, Elementaranalyse) zum Einsatz.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Vorstellung der Aufschlüsse, die Bohrstockkartierung des Gebiets, eine bodengeographische Grundeinteilung sowie die Diskussion der Degradierung von Böden im Zeitverlauf.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bodenerosion, Tschernosem, Zauschwitz, Geoarchäologie, Löss und Landschaftsentwicklung.
Der Ringgraben ermöglicht eine wichtige stratigraphische Einordnung des Profils, da er in die Bronzezeit datiert werden konnte und somit einen Zeitmarker für die umgebenden Bodenschichten darstellt.
Dies erfolgt anhand eines Kriterienkatalogs, der "starke" Marker (Artefakte, Hüttenlehm) und "schwache" Indikatoren (Färbung, Lagerungsdichte, Carbonatgehalt) verwendet.
Es wurde untersucht, ob die vorhandenen Dellen natürlichen Ursprungs (pleistozän) oder durch den Menschen (Kulturdellen/Runsen) entstanden sind, was Rückschlüsse auf Erosionsereignisse zulässt.
Entgegen früherer Annahmen ist im Untersuchungsgebiet die Degradationsintensität an Mittel- und Oberhängen geringer als auf Verebnungen oder in Senken, wo vertikaler Wasserzug eine stärkere Entkalkung begünstigt.
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