Bachelorarbeit, 2008
28 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Forschungsstand und Quellenlage
3. Das Funktionsprinzip des Ostrakismos
4. Die Einführung des Ostrakismos und deren problematische Datierung
5. Das Ende des Ostrakismos
6. Die Rolle und Intention des Ostrakismos
7. Beispiele bekannter Ostrakismosopfer
8. Antiker Ostrakismos und modernes Misstrauensvotum
9. Fazit und Ausblick
10. Literatur
Diese Arbeit untersucht die historische Bedeutung des Ostrakismos (Scherbengericht) innerhalb der athenischen Demokratie, hinterfragt die Datierung seiner Einführung und analysiert seine Rolle als politisches Instrument zur Wahrung der Isonomia sowie zur Beilegung innerstaatlicher Machtkämpfe.
3. DAS FUNKTIONSPRINZIP DES OSTRAKISMOS
Im Folgenden soll die Funktionsweise des Ratsostrakismos und des Ostrakismos der Volksversammlung dargelegt werden. Dabei sind vor allem Aristoteles und Plutarch als Quellen heranzuziehen, die den Ablauf des Scherbengerichts in der Athenaion Politeia und den Biografien bekannter Römer und Griechen schildern.
In der sechsten Prytanie stimmten die Ratsmitglieder des Rates der Fünfhundert darüber ab, ob es zu einem einmal jährlich stattfindenden Ostrakismosentscheid kommen soll (Arist. AP 43,5). Fand sich eine Mehrheit dafür, so wurde der eigentliche Ostrakismos in der achten Prytanie, etwa im März, ausgerichtet. Hierbei mussten sich wenigstens zweihundert Ratsmitglieder für die Durchführung des Scherbengerichts entscheiden. Allerdings ist ein Ratsostrakismos nie durchgeführt worden, da das Quorum von zweihundert befürwortenden Stimmen ausgesprochen hoch war und auch die politischen Umstände einen Ostrakismos anscheinend nicht notwendig machten, ebenso denkbar wäre sicherlich auch, dass uns schlicht kein derartiges Ereignis überliefert ist.7 Wenn man davon ausgeht, dass der Ostrakismos von Kleisthenes unmittelbar nach dem Sturz der Tyrannis der Peisistratiden um 510 v. Chr. eingeführt wurde, so wäre das Quorum von zweihundert Befürwortern ein Hinweis auf den von Solon eingeführten Rat der Vierhundert.
1. Einleitung: Einführung in das Thema des athenischen Scherbengerichts und Darlegung der zentralen Problemstellungen.
2. Forschungsstand und Quellenlage: Vorstellung der verfügbaren schriftlichen Quellen und archäologischen Belege sowie ein Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung.
3. Das Funktionsprinzip des Ostrakismos: Detaillierte Erläuterung des Ablaufs und der rechtlichen Hürden des Scherbengerichts.
4. Die Einführung des Ostrakismos und deren problematische Datierung: Analyse der kontroversen Forschungsmeinungen zur Urheberschaft und zum historischen Zeitpunkt der Einführung.
5. Das Ende des Ostrakismos: Beschreibung der letzten Anwendung des Verfahrens im Fall des Hyperbolos und dessen Folgen.
6. Die Rolle und Intention des Ostrakismos: Untersuchung des Zwecks und der Wirkung des Ostrakismos als Mittel zur Machtbegrenzung und Sicherung der Gleichheit.
7. Beispiele bekannter Ostrakismosopfer: Vorstellung konkreter Fälle zur Veranschaulichung der praktischen Anwendung des Verfahrens.
8. Antiker Ostrakismos und modernes Misstrauensvotum: Kritische Gegenüberstellung des historischen Instruments mit einem modernen verfassungsrechtlichen Mechanismus.
9. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Identifikation offener Forschungsfragen.
10. Literatur: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Forschungsliteratur.
Ostrakismos, Scherbengericht, Athenische Demokratie, Kleisthenes, Volksversammlung, Verbannung, Politische Macht, Isonomia, Aristoteles, Quellenkritik, Antike, Misstrauensvotum, Ostraka, Partienkampf, Rechtsgeschichte.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Funktionsweise des Ostrakismos, einer speziellen Form der Verbannung im antiken Athen.
Zentrale Themen sind die historische Datierung, das Verfahren des Scherbengerichts, seine Intention sowie seine Rolle innerhalb der demokratischen Strukturen Athens.
Ziel ist es, die Rolle des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie zu analysieren und zu klären, welchen Zweck das Instrument tatsächlich erfüllte.
Der Autor nutzt eine historisch-philologische Analyse, indem er antike Primärquellen (Aristoteles, Plutarch) mit modernen Forschungserkenntnissen abgleicht.
Der Hauptteil behandelt die Funktionsprinzipien, die Datierungsdebatte, die Rolle des Ostrakismos sowie Fallbeispiele und einen Vergleich mit dem modernen Misstrauensvotum.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ostrakismos, Athenische Demokratie, Isonomia, Machtbegrenzung und antike Politik.
Er sieht in der unterschiedlichen Einbindung in das politische System und der direkten Beteiligung des Volkes vs. parlamentarischer Repräsentation fundamentale Unterschiede.
Er fungierte als Ventil für politische Spannungen und diente zur sozialen Kontrolle der Elite durch die Bürgerschaft.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

