Bachelorarbeit, 2009
38 Seiten, Note: 1,8
I) Einleitung
II) Entwicklung als Begriff
III) Überblick der Entwicklungsgeschichte
1. Modernisierungstheorien (50ger -60ger Jahre)
1.1 Hauptthesen
1.2 Kritik an Modernisierungstheorien
2. Dependenztheorien (60ger -70ger Jahre)
2.1 Hauptthesen
2.2 Kritik an Dependenztheorien
3. Verlorene Entwicklungsdekade und alternative Entwicklungansätze (80ger -90ger Jahre)
IV) Post-Development Ansätze
1. Hauptthesen der Post-Development Ansätze
1.1 Ablehnung des konventionellen Entwicklungsparadigmas
1.2 Hilfe als Konstrukt
1.3 Alternativen zur Entwicklung
1.4 Neopopulistische und radikaldemokratische Ausrichtung des Post-Development
2. Poststrukturalismus und Post-Development
3. Der Entwicklungsdiskurs
3.1 Die Diskursanalyse nach Foucault
3.2 Entwicklung als Diskurs
4. Latouche: ein philosophischer Post-Development Ansatz
5. Der Mythos der Armut (nach Rahnema Majid)
6. Hunger und Bedürfnisse
7. Hybridisierung und der „homo comunis“
V) Kritik an Post-Development Ansätzen
VI) Resumee
VII) Post-Development im Feld
1. Entwicklungstheorien und Praxis
2. Post-Development in der Praxis
3. Beispiele für Intiativen aus der Bevölkerung
3.1 Indigene Basisgemeinschaften
3.2 Der Aufstand der „Zapatistas“
4. Beispiele Initiativen im Rahmen von Entwicklungshilfeprojekten
4.1 Community projekt Jagna
4.2 Das EGS Netzwerk
VIII) Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Thesen des Post-Development auf ihre theoretische Fundierung zu untersuchen und zu erörtern, ob und wie effizient diese auf die Praxis der Entwicklungshilfe übertragen werden können. Die Arbeit befasst sich dabei insbesondere mit der Kritik am konventionellen Entwicklungsbegriff und der dekonstruierenden Sichtweise der Post-Development Vertreter.
1.2 Hilfe als Konstrukt
„Aid that kills“ 32Hilfe kann nicht nur helfen, sondern auch beträchtlichen Schaden anrichten. Post-Development Ansätze wenden sich gegen die Ideologie des Konzepts der „Hilfe“ an sich.Der Begriff Hilfe hat seine positive Konnotation bis heute erhalten, obwohl „Hilfe“ leicht in ein Instrument skrupelloser Machtausübung verwandelt werden kann. Befasst man sich mit Entwicklungshilfeprojekten, wird in manchen fast sogar ein messianisches und quasi-religiöses Gefühl vermittelt, im Sinne einer Errettung der betreffenden Personen. 33 Diese „Errettung“ impliziert, dass es nur einen richtigen Weg gibt, den Weg der westlichen Industrieländer, den es zu beschreiten gilt. Entwicklung erscheint als Licht, dass die Qualitäten oder Ressourcen des Landes wieder in neuem Glanz erstrahlen lässt.
Ein zentraler Punkt dabei ist das Machtgefälle, das dem Konzept der „Hilfe“ inne ist, das ein Über-und Unterlegenheitsverhältnis zwischen Geber und Empfänger konstruiert. Entwicklungshilfe impliziert nicht Hilfe aus Not, sondern Hilfe zur Überwindung eines Defizits.
Post-Development Theorien wehren sich dagegen, dass Entwicklungsinterventionen, und Organisationen wohltätige Handlungen für die Armen sind. Entwicklung wird als Form der Kontrolle und Unterdrückung gesehen, die so stark ist, dass viele Menschen in der dritten Welt sich selbst als unterernährt, unterentwickelt, und ungebildet wahrnehmen und so ihre eigenen kulturellen Ursprünge abwerten. Post-Development richtet sich gegen eine voreingenommene, negative Sichtweise der Industrieländer gegenüber den Entwicklungsländern. Zum Beispiel wurde Südamerika von den USA als „child in need of adult guidance“ bezeichnet, was keine keine ungewöhnliche Metapher im Entwicklungsdiskurs darstellt. 34
I) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die positive Konnotation des Entwicklungsbegriffs trotz des ausbleibenden Erfolgs der Entwicklungshilfe und führt in die Post-Development-These ein.
II) Entwicklung als Begriff: Dieses Kapitel dekonstruiert den Begriff Entwicklung als normativ geprägtes Konstrukt und beleuchtet dessen historische Entwicklung hin zur Beschreibung sozialen Wandels.
III) Überblick der Entwicklungsgeschichte: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss von Modernisierungs- und Dependenztheorien sowie der Krise der Entwicklungstheorien in den 80er und 90er Jahren.
IV) Post-Development Ansätze: Hier werden die zentralen Paradigmen des Post-Development vorgestellt, darunter die Ablehnung des Entwicklungsparadigmas als Diskurs sowie theoretische Einflüsse von Foucault und Latouche.
V) Kritik an Post-Development Ansätzen: Dieses Kapitel widmet sich der akademischen Kritik an Post-Development, insbesondere dem Vorwurf der mangelnden praktischen Umsetzbarkeit und der Ideologiekritik ohne Ideologietheorie.
VI) Resumee: Das Resumee fasst zusammen, wie Post-Development als Werkzeug zur Dekonstruktion von Machtstrukturen im Entwicklungsdiskurs dient und warum eine Neubewertung der Entwicklungshilfe notwendig ist.
VII) Post-Development im Feld: Das Kapitel untersucht die Anwendung von Post-Development-Denkansätzen in der Praxis, unter anderem durch Basisbewegungen und spezielle Entwicklungsprojekte wie die „Hängematte“ oder das EGS-Netzwerk.
VIII) Fazit: Das Fazit bilanziert das Potenzial von Post-Development als Impulsgeber für eine sensiblere Entwicklungszusammenarbeit, die stärker auf lokale Gemeinschaften und Würde statt auf wirtschaftliche Kennzahlen setzt.
Post-Development, Entwicklungshilfe, Entwicklungsdiskurs, Modernisierungstheorien, Dependenztheorien, Michel Foucault, Basisbewegungen, Zapatistas, Endogene Entwicklung, Poststrukturalismus, Armut, Gemeinschaftswirtschaft, Empowerment, Machtstrukturen, Diskursanalyse
Die Arbeit untersucht kritisch das Konzept des Post-Development, welches die gängigen westlichen Vorstellungen von Entwicklung und Entwicklungshilfe hinterfragt und als Machtinstrument dekonstruiert.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Entwicklungstheorien, die theoretischen Grundlagen des Post-Development, die Rolle von Diskursen nach Foucault sowie die praktische Umsetzung durch Graswurzelbewegungen.
Das Ziel ist es, die Effizienz und Wirkungsweisen von Post-Development Ansätzen zu analysieren und zu prüfen, ob sie tragfähige Alternativen zum traditionellen Entwicklungsparadigma darstellen.
Die Autorin verwendet primär eine diskursanalytische Methode, um die Machtstrukturen und die ideologische Konstruktion hinter dem Entwicklungsbegriff offenzulegen.
Der Hauptteil analysiert die Kernvertreter des Post-Development, dekonstruiert Begriffe wie „Armut“ und „Hunger“, beleuchtet den „Homo comunis“ und untersucht konkrete Fallbeispiele der praktischen Umsetzung.
Wichtige Begriffe sind Post-Development, Entwicklungsdiskurs, Machtverhältnisse, lokale Basisbewegungen, Hybridisierung und die Kritik am ökonomischen Wachstumsdogma.
Er wird abgelehnt, weil er als eurozentrisches Konstrukt gesehen wird, das koloniale Machtverhältnisse fortsetzt und die Vielfalt kultureller Identitäten zugunsten einer westlichen Einheitskultur unterdrückt.
Die Zapatistas dienen als exemplarisches Beispiel für eine indigene Basisbewegung, die sich aktiv gegen das Entwicklungsparadigma zur Wehr setzt und eine Rückbesinnung auf lokale Autonomie und Würde fordert.
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