Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Kartographie, Geodäsie, Geoinformationswissenschaften
1. Einleitung
2. Partizipative Ansätze in der Entwicklungszusammenarbeit
2.1 Participatory Mapping
2.2 Entwicklung von Participatory Mapping
2.3 Anwendungen
2.3.1 Kommunikation des räumlichen Wissens einer Gemeinschaft an externe Akteure
2.3.2 Aufzeichnung und Archivierung lokalen Wissens
2.3.3 Unterstützung bei der Landnutzungsplanung und dem Ressourcenmanagement
2.3.4 Lösung ressourcenbezogener Konflikte
2.3.5 Unterstützung von Forderungen
2.3.6 Förderung von Kompetenzen innerhalb einer Gemeinschaft
2.3.7 Katastrophenhilfe
2.4 Methoden
2.4.1 Skizzenhaftes Kartieren
2.4.2 Kartieren mit maßstabsgetreuen Basiskarten oder Luftbildern/Satellitenbildern
2.4.3 Dreidimensionale Modelle
2.4.4 Computergestützte Systeme: Geoinformationssysteme (GIS), Grafiksoftware/Multimedia und internetbasierte Anwendungen
2.4.4.1 Geoinformationssysteme (GIS)
2.4.4.2 Grafiksoftware/Multimedia
2.4.4.3 Internetbasierte Anwendungen
2.5 Kritik
3. Aktuelle OpenStreetMap-Projekte: Haiti
3.1 Auswertung von Satellitenbildern
3.2 OSM vor Ort
3.2.1 Akteure
3.2.2 Ziele
3.2.3 Methoden
3.2.4 Ausblick
4. Aktuelle OpenStreetMap-Projekte: MapKibera
4.1 Auswertung von Satellitenbildern
4.2 OSM vor Ort
4.2.1 Akteure
4.2.2 Ziele
4.2.3 Methoden
4.2.4 Probleme
4.2.5 Weitere Pläne
4.2.6 Ausblick
5. Synthese
5.1 Implikationen des Einsatzes von OpenStreetMap-Daten für die Anwendungsfelder des Participatory Mapping
5.1.1 Kommunikation des räumlichen Wissens einer Gemeinschaft an externe Akteure
5.1.2 Aufzeichnung und Archivierung lokalen Wissens
5.1.3 Unterstützung bei der Landnutzungsplanung und dem Ressourcenmanagement
5.1.4 Lösung ressourcenbezogener Konflikte
5.1.5 Unterstützung von Forderungen
5.1.6 Förderung von Kompetenzen
5.1.7 Katastrophenhilfe
5.2 Erkenntnisse aus Beispielprojekten
5.2.1 Haiti
5.2.2 Kibera
5.3 Allgemeine Aspekte
5.3.1 Verfügbarkeit des Internets
5.3.2 Kosten
5.3.3 Qualität und Qualitätskontrolle
5.3.4 Akzeptanz und Vertrauen
5.3.5 Lizenz
5.3.6 Vergrößern von Projekten
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial von OpenStreetMap-Daten als Instrument für partizipative Planungsprozesse in Entwicklungsländern. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und wie OpenStreetMap-Daten, kombiniert mit den Methoden des Participatory Mapping, einen Beitrag zur Identifizierung räumlicher Zusammenhänge leisten und dabei den Anforderungen an eine freie und zugängliche Geodateninfrastruktur gerecht werden können.
3.1 Auswertung von Satellitenbildern
Im Zuge der auf das Erdbeben folgenden internationalen Hilfsmaßnahmen stellten die beteiligten Hilfsorganisationen sehr schnell fest, dass es von der betroffenen Region keinerlei brauchbares, aktuelles Kartenmaterial gab – daraufhin begann die OpenStreetMap-Community anhand von Satellitenbildern (u.a. von Yahoo und GeoEye zur Verfügung gestellt) die Topographie von Port-au-Prince und Umgebung mit sehr hohem Detailreichtum (zum Teil konnten anhand aktuellster Bilder auch die Schäden, wie etwa eingestürzte Brücken, kartiert werden) zu erfassen, so dass in nur 8 Tagen etwa 50.000 OpenStreetMap-User über das Internet eine ergiebige Kartengrundlage für die Akteure vor Ort schufen (siehe Abbildungen 1 und 2) (DOYLE 2010, HONSEL 2010). Diese in einer globalen Form der Arbeitsteilung erfolgte Bündelung von Arbeitskraft stellt eine besondere Form von „Crowdsourcing“ dar, einem von „Outsourcing“, also der Verlagerung von (Produktions-)Prozessen aus einem Unternehmen heraus, abgeleiteten Begriff, der sich jedoch ursprünglich auf privatwirtschaftliche, profitorientierte Online-Geschäftsmodelle bezog (siehe z.B. BRABHAM 2008). Im Zusammenhang mit OpenStreetMap eignet sich der Begriff des „Crowdsourcing“, um eine neuartige, durch die globale Vernetzung ermöglichte, unentgeltliche Arbeitsteilung zu beschreiben; durch das Zusammenführen einer sehr großen Anzahl an freiwilligen Helfern entsteht binnen kürzester Zeit ein umfangreiches Produkt, in diesem Falle die erste freie Karte von Haiti.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Grundidee von OpenStreetMap als partizipatives Werkzeug vor und skizziert das Ziel der Arbeit, deren Anwendung in Entwicklungsländern anhand von zwei Fallbeispielen zu analysieren.
2. Partizipative Ansätze in der Entwicklungszusammenarbeit: Das Kapitel erläutert den Wandel von Experten-orientierten Methoden hin zu partizipativen Ansätzen (Participatory Mapping) und diskutiert verschiedene Methoden sowie die Rolle moderner Technologien in diesem Kontext.
3. Aktuelle OpenStreetMap-Projekte: Haiti: Die Analyse beschreibt die schnelle, kollaborative Erstellung von Kartenmaterial im Zuge der Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben 2010 und beleuchtet die Rolle der verschiedenen Akteure vor Ort.
4. Aktuelle OpenStreetMap-Projekte: MapKibera: Dieses Kapitel betrachtet das Projekt in Nairobi, das darauf abzielt, durch Kartierung einem informellen Siedlungsgebiet zu mehr Identität und Sichtbarkeit zu verhelfen.
5. Synthese: Hier werden die Erkenntnisse aus den Fallbeispielen mit den klassischen Ansätzen des Participatory Mapping verknüpft und allgemeine Erfolgsfaktoren sowie Herausforderungen wie Infrastruktur und Datenqualität kritisch diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz über das Potenzial von OpenStreetMap-Daten als Instrument für nachhaltige, partizipative Projekte und hebt die Bedeutung offener Lizenzmodelle hervor.
OpenStreetMap, Participatory Mapping, Entwicklungszusammenarbeit, Haiti, MapKibera, Crowdsourcing, Geoinformationssysteme, PGIS, Wissensarchivierung, Katastrophenhilfe, Web 2.0, Datensouveränität, Partizipation, Urbanisierung, Geodaten
Die Arbeit untersucht, inwiefern OpenStreetMap (OSM) als technisches und partizipatives Instrument genutzt werden kann, um räumliche Daten in Entwicklungsländern zu generieren und Entscheidungsprozesse in marginalisierten Gebieten zu unterstützen.
Die zentralen Themen sind der partizipative Ansatz im Kartierungswesen, die Nutzung von Open-Source-Geodaten unter schwierigen infrastrukturellen Bedingungen sowie die sozialen und politischen Auswirkungen, die durch die Sichtbarmachung von bisher "unbekannten" Räumen auf Karten entstehen.
Ziel ist es, die Grundlagen für erfolgreiche, auf geografischen Daten basierende partizipative Projekte zu benennen und zu prüfen, welchen Beitrag OpenStreetMap bei der Identifizierung räumlicher Zusammenhänge leisten kann.
Der Autor führt eine Literatur- und Projektanalyse durch. Dabei werden theoretische Konzepte des Participatory Mapping mit der praktischen Anwendung von OpenStreetMap in zwei spezifischen Fallstudien (Haiti und MapKibera) verglichen und synthetisiert.
Im Hauptteil werden zunächst die Methoden des Participatory Mapping theoretisch hergeleitet. Darauf folgen detaillierte Analysen der Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben in Haiti 2010 und des Kartierprojekts MapKibera in Nairobi, sowie eine umfassende Synthese der technologischen und methodischen Herausforderungen.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie OpenStreetMap, Participatory Mapping, Crowdsourcing, humanitäre Hilfe, informelle Siedlungen und die Open Database License (ODbL) charakterisiert.
MapKibera ist relevant, da es zeigt, wie Bewohner eines Slums selbst die Kartierung ihrer Umwelt übernehmen, um so ihre Belange gegenüber offiziellen Stellen zu artikulieren und Identität zu stiften, anstatt lediglich als passive Empfänger von Hilfsmaßnahmen zu fungieren.
Das H.O.T.-Package dient als universell einsetzbares Instrumentarium, das auf Basis der Erfahrungen in Haiti entwickelt wurde, um in zukünftigen Krisensituationen standardisierte Vorgehensweisen, Datenmodelle und Schulungsunterlagen schnell zur Hand zu haben.
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