Bachelorarbeit, 2009
66 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Einführung in die Mediensozialisation
2.1 Der Mediensozialisationsprozess und mediale Sozialisationseffekte
2.2 Wichtige Aspekte der Mediensozialisation
3 Partizipativer Journalismus – ein Forschungsüberblick
3.1 Formen des Partizipativen Journalismus’
3.2 Nutzungsmotive der Bürgerjournalisten
3.3 Zwischenfazit
4 Der Forschungsgegenstand: jetzt.de
4.1 Die Entwicklung von jetzt.de
4.2 Das Format jetzt.de
4.3 Die Nutzer von jetzt.de
5 Mediensozialisation in Verbindung mit jetzt.de
6 Untersuchungsdesign der qualitativen Befragung
6.1 Forschungsfrage und Methodenwahl
6.2 Erstellung des Interviewleitfadens
6.3 Stichprobe und Kontaktaufnahme
6.4 Durchführung und Auswertung der Interviews
7 Erkenntnisse und Ergebnisse der qualitativen Befragung
7.1 Der Zugang zu jetzt.de
7.2 Die Nutzungsgewohnheiten der Befragten
7.3 Partizipation als Eigennutz
7.4 Identitätsbildende Anschlusskommunikation
7.5 Gratifikationen und Nutzungsmotive der jetzt.de User
8 Fazit
9 Literaturverzeichnis
10 Anlagen
10.1 Interviewleitfaden
10.2 Interviewprotokolle
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Rolle das Online-Format jetzt.de im Prozess der Mediensozialisation spielt. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Bedeutung der aktiven Teilnahmemöglichkeiten (Partizipation) sowie den Community-Charakter für die Identitätsentwicklung und den Medienumgang der überwiegend erwachsenen Nutzer.
Die interaktionistische Sichtweise
Lange Zeit war die normative Perspektive vorherrschend, dass unter Sozialisation eine Anpassung des Subjekts an die Gesellschaft zu verstehen ist (Aufenanger 2008, S.87). Diese Sichtweise entspricht der Richtung des strukturellen Funktionalismus (Frommer 2006, S.7) und geht von einem einseitigen, monokausalen Wirkungsverlauf der Medien aus (Fritz, Sting, Vollbrecht 2003, S.8).
Diese Sichtweise beherrscht auch heute noch gesellschaftliche Debatten, obwohl sich innerhalb der Sozialisationsforschung ein Paradigmenwechsel vollzogen hat (Aufenanger 2008, S.87).
Abgelöst wurde die normative Sichtweise, durch die Perspektive des symbolischen Interaktionismus, der die Autonomie des Individuums mehr in den Vordergrund stellt (Frommer 2006, S.8). Als Basis dessen gilt die Definition Hurrelmanns. Demnach steht Sozialisation für „den Prozess, in dessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen weiterentwickelt“ (Hurrelmann 2002, S.15).
Mediensozialisation meint also nicht „Sozialisation durch Medien“, sondern man sieht das Subjekt als gesellschaftlich handlungsfähig an, das sich „im symbolischen Feld der Medien selbst sozialisieren kann“ (Fritz, Sting, Vollbrecht 2003, S.8). Zwar sind Individuen, nach dem Ansatz des symbolischen Interaktionismus’, innerhalb der soziokulturellen Sphäre frei, aber auf der anderen Seite wächst der unbewusste Einfluss der Medien zunehmend (Frommer 2006, S.7), da sie die menschliche Lebenswelt mehr und mehr durchdringen und somit wichtige Umwelterfahrungen darstellen (Lukesch 2008, S.286).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die heutige Mediensituation und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Mediensozialisation durch das Format jetzt.de.
2 Einführung in die Mediensozialisation: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen, der Sozialisationsprozess sowie mediale Sozialisationseffekte theoretisch fundiert.
3 Partizipativer Journalismus – ein Forschungsüberblick: Hier werden Formen des partizipativen Journalismus sowie Nutzungsmotive von Bürgerjournalisten basierend auf bestehenden Studien analysiert.
4 Der Forschungsgegenstand: jetzt.de: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung, das Format und die soziodemographischen Nutzerdaten von jetzt.de.
5 Mediensozialisation in Verbindung mit jetzt.de: Hier werden die theoretischen Aspekte der Mediensozialisation auf den speziellen Fall von jetzt.de übertragen.
6 Untersuchungsdesign der qualitativen Befragung: Dieses Kapitel erläutert die qualitative Methodik, die Erstellung des Leitfadens und die Durchführung der Experteninterviews.
7 Erkenntnisse und Ergebnisse der qualitativen Befragung: Hier werden die empirischen Ergebnisse der Befragungen hinsichtlich Zugang, Nutzungsgewohnheiten und Partizipation detailliert interpretiert.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Rolle von jetzt.de zusammen und unterstreicht die Bedeutung der Selbstsozialisation und Anschlusskommunikation für die Nutzer.
Mediensozialisation, jetzt.de, Partizipativer Journalismus, Online-Community, Anschlusskommunikation, Identitätsbildung, Bürgerjournalismus, Mediennutzung, Selbstsozialisation, User Generated Content, Medienkompetenz, qualitative Forschung, digitale Medien, Sozialisationsinstanz, Lebenswelt
Die Arbeit untersucht die Rolle, die das Jugendformat jetzt.de im Prozess der Mediensozialisation seiner Nutzer spielt.
Die Untersuchung verknüpft Theorien zur Mediensozialisation mit aktuellen Formen des partizipativen Journalismus und sozialen Online-Netzwerken.
Die zentrale Frage ist, wie jetzt.de die Sozialisationsbedingungen beeinflusst und welche Bedeutung das Format für die Identitätsentwicklung seiner Nutzer hat.
Die Autorin führt eine qualitative Untersuchung durch, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit sechs unterschiedlichen Nutzertypen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung des Forschungsgegenstandes jetzt.de, eine Verknüpfung der Medientheorie mit dem Format und die anschließende Auswertung der Befragungsergebnisse.
Mediensozialisation, Partizipativer Journalismus, Online-Community, Identitätsbildung und Anschlusskommunikation stehen im Mittelpunkt.
Das Format ist eine Hybridform aus professioneller Nachrichtensite und sozialem Netzwerk, was die Bedingungen für Partizipation und Anschlusskommunikation stark verändert.
Sie ermöglicht den Nutzern, Medieninhalte mit virtuellen Peers zu reflektieren, was wesentlich zur Stabilisierung der eigenen Identität und Medienkompetenz beiträgt.
Die Nutzer befinden sich in einer Lebensphase, in der die Selbstsozialisation gegenüber der Fremdsozialisation durch Eltern oder Schule überwiegt.
Das Netzwerk ermöglicht es, Gleichgesinnte zu treffen, was die Identifikation mit jetzt.de fördert und die Integration des Formats in den täglichen Alltag der Nutzer festigt.
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