Diplomarbeit, 2010
101 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
1.1 Einleitende Worte
1.2 Aufgabenstellung und Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2. Die EU-Vermittlerrichtline: Brüssels Wunsch nach Einheitlichkeit
3. Struktur der Versicherungsvermittler in Deutschland
3.1 Versicherungsmakler
3.2 Versicherungsvertreter
3.3 Mehrfachagent
3.4 Versicherungsberater
3.5 Produktakzessorische Vermittler und Annexvertrieb
3.6 Banken und Sparkassen
3.7 Maklerpools
3.8 Nebenberufliche Vermittler
3.9 Strukturvertriebe
4. Umsetzung in nationales Recht
4.1 Die IHK als Erlaubnis- und Registrierungsbehörde
4.1.1 Einführung des Vermittlerregisters
4.1.1.1 Nutznießer des Vermittlerregisters
4.1.1.2 Weitere Probleme des Registers
4.1.2 Ausbau der Prüfungen
4.1.2.1 Ablauf und Inhalt der Sachkundeprüfung
4.1.2.2 Prüfungsstatistik
4.1.3 Problematik der Gewerbefreiheit
4.1.4 Kontrolle durch die IHK
4.1.5 Weitere Herausforderungen für die IHK
4.2 Umsetzung in den Versicherungs- und Vertriebsunternehmen
4.2.1 Unternehmen mit eigener Ausschließlichkeit
4.2.2 Unternehmen mit Makler- und Mehrfachagentenanbindung
4.2.3 Kontrolle
4.3 Ausnahmeregelung
4.3.1 Befreiung der Erlaubnispflicht nach § 34d IX GewO
4.3.2 Übernahme der Haftung durch einen Versicherer
4.3.3 „Alte Hasen Regelung“
4.4 Kernpunkte der Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflicht
4.4.1 Informationspflicht beim ersten Gesprächskontakt
4.4.2 Rechtsgrundlage der Beratung
4.4.2.1 Beratungsgrundlage des Versicherungsvertreters
4.4.2.2 Beratungsgrundlage des Versicherungsmaklers
4.4.3 Dokumentationspflicht
4.4.4 Verzichtserklärung
5. Veränderung im Markt
5.1 Problematik der Qualitätsmessung
5.1.1 Qualitätsmessung anhand der Mystery Shopping-Methodik
5.1.2 Bewertung nach Qualitätsmerkmalen der Produkte
5.1.3 Mehr Qualität durch Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflicht
5.1.4 Qualifikation des Beraters
5.1.5 Kundenbefragung als Qualitätsmerkmal
5.2 Haftungsbewusstsein
5.3 Marktbereinigung
5.4 Bisherige Auswirkungen der EUVR auf Konzerne
5.5 Konzentration des Vermittlermarktes
5.6 Relevanz einzelner Vertriebskanäle
5.6.1 Gebundene Versicherungsvermittler
5.6.2 Ungebundener Vermittler
5.6.3 Nebenberufliche Vermittler
5.6.4 Maklerpools
5.6.5 Bankvertrieb
6. Weitere Probleme bei der Umsetzung
6.1 Mangelnde Information
6.2 Rechtssicherheit bei der Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflicht
6.3 Berufshaftpflichtversicherung
7. Vergleich zu Großbritannien
7.1 Anzahl der Vermittler
7.2 Qualifikation
7.3 Vergütung
7.4 Informations- und Dokumentationspflicht
7.5 Haftung
8. Fazit und Ausblicke
Diese Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der EU-Versicherungsvermittlerrichtlinie (EUVR) auf den deutschen Versicherungsvermittlermarkt. Dabei wird analysiert, wie die Umsetzung der EUVR in nationales Recht vollzogen wurde, welche strukturellen Veränderungen im Vermittlermarkt zu beobachten sind und inwieweit die neuen regulatorischen Anforderungen zu einer Erhöhung der Beratungsqualität beigetragen haben.
3.1 Versicherungsmakler
Überlieferungen zufolge ist der Makler der älteste Vermittler, den es je gab. Bereits im alten Babylon gab es Vorläufer des Maklers, welche Geschäfte zwischen den Völkern vermittelt haben. Im Mittelalter war der Handel ohne Makler gar nicht möglich. Nur Personen mit einem tadellosen Leumund durften den Beruf des Maklers ausüben.
Nachweislich traten die ersten Versicherungsmakler im 14. Jahrhundert auf. Die Seeversicherung war das erste Versicherungsprodukt, welches nur über Makler vermittelt werden konnte. Im Jahre 1319 verbuchte ein Tuchhändler aus Florenz eine Provision zugunsten eines Maklers aus Pisa. Die Idee der Versicherung erreichte dann fast 270 Jahre später die Hansestädte Bremen und Hamburg.
Heute genießt der Makler in der Bevölkerung bei Weitem nicht das Ansehen, welches er noch bis Ende des 19. Jahrhunderts genossen hat. Allerdings bieten die neuen rechtlichen Grundlagen der EUVR bzw. anderer Änderungen die Chance, den Ruf des Versicherungsmaklers wieder zu steigern.
Im Gegensatz zum Ausschließlichkeitsvertreter und Mehrfachagenten ist der Makler im Auftrag des Kunden und nicht im Auftrag einer Gesellschaft tätig und zählt zu den ungebundenen Vermittlern. Des Weiteren haftet der Makler für sein Tun, jedoch vor allem für sein Nichtstun. Aus diesem Grund ist es gerade für ihn wichtig, eine ordnungsgemäße Dokumentation vorzuweisen und den Kunden über alle möglichen Risiken zu informieren.
1. Einleitung: Darstellung der gesetzlichen Ausgangslage, der Zielsetzung der Arbeit und der methodischen Vorgehensweise bei der Informationsbeschaffung durch Experteninterviews.
2. Die EU-Vermittlerrichtline: Brüssels Wunsch nach Einheitlichkeit: Erläuterung der europäischen Zielsetzungen bezüglich Marktangleichung, Harmonisierung und Verbraucherschutz.
3. Struktur der Versicherungsvermittler in Deutschland: Detaillierte Betrachtung der verschiedenen Vermittlertypen sowie ihrer historischen Entstehung und Einordnung.
4. Umsetzung in nationales Recht: Analyse der nationalen Gesetzgebung, des Vermittlerregisters, der neuen IHK-Aufgaben sowie der Informations- und Dokumentationspflichten.
5. Veränderung im Markt: Diskussion der Auswirkungen der EUVR auf die Marktqualität, das Haftungsbewusstsein, die Marktdynamik und die Bedeutung einzelner Vertriebskanäle.
6. Weitere Probleme bei der Umsetzung: Betrachtung praktischer Herausforderungen wie mangelnde Information und Fragen zur Rechtssicherheit.
7. Vergleich zu Großbritannien: Gegenüberstellung der deutschen Situation mit den regulatorischen Entwicklungen und Erfahrungen in Großbritannien.
8. Fazit und Ausblicke: Zusammenfassende Bewertung der erreichten Ziele und Prognose zur zukünftigen Entwicklung der Beratungsqualität.
EU-Versicherungsvermittlerrichtlinie, EUVR, Versicherungsvermittler, Versicherungsmakler, Versicherungsvertreter, Vermittlerregister, IHK, Beratungsqualität, Dokumentationspflicht, Haftung, Verbraucherschutz, Marktbereinigung, Provisionssystem, Finanzdienstleistung, Regulierung
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Einführung der EU-Versicherungsvermittlerrichtlinie (EUVR) auf den deutschen Markt der Finanzdienstleistung und die dort agierenden Teilnehmer.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Umsetzung in nationales Recht erfolgte, welche Konsequenzen dies für die Vermittler hatte und ob die gesteckten Ziele wie erhöhter Verbraucherschutz erreicht wurden.
Im Zentrum stehen die Struktur des Vermittlermarktes, die Umsetzung regulatorischer Pflichten (Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflicht) sowie die Frage nach Marktveränderungen und der Qualitätssicherung.
Der Autor führt eine qualitative Analyse durch, die wesentlich auf der Auswertung von elf Experteninterviews mit Branchenvertretern basiert.
Es wird auf die Rolle der IHKs als Aufsichtsbehörde, die verschiedenen Vermittlertypen, Haftungsfragen und die Herausforderungen bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen eingegangen.
Im Kapitel zum Vergleich wird aufgezeigt, dass Großbritannien auf ein einheitliches Aufsichtssystem (FSA) setzt, während in Deutschland die Überwachung auf mehrere Institutionen wie IHKs und Versicherer verteilt ist.
Die Interviews liefern praxisnahe Einblicke und Einschätzungen der Branchenteilnehmer, die über rein theoretische Literaturanalysen hinausgehen, etwa bezüglich der Problematik der "Alten Hasen"-Regelung.
Die Arbeit stellt fest, dass es zwar eine deutliche Verringerung der registrierten Vermittler gab, jedoch eine echte Marktbereinigung primär bei nebenberuflichen Vermittlern stattfand, während viele andere Akteure lediglich ihre Strukturen angepasst haben.
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