Bachelorarbeit, 2009
48 Seiten, Note: 3
1. Einleitung
2. Forschungsmethodik
2.1. Die qualitative Sozialforschung
2.2. Methoden der Datenerhebung
2.2.1. Das Leitfadengestützte ExpertInneninterview
2.2.2. Quantitative Befragung – der standardisierte Fragebogen
3. Begriffbestimmung
3.1. Prosoziales Verhalten
3.2. Altruismus
3.3. Gemeinwesenarbeit
4. Wo wird geholfen?
4.1. Stadt-Land-Unterschiede
4.2. Nationale und kulturelle Unterschiede
4.3. Soziale Schicht
4.4. Zeitliche Trends
5. Motive und Determinanten für prosoziales Verhalten
5.1. Biologischer Ansatz
5.2. Altruismus unter Verwandten
5.3. Reziproker Altruismus
5.4. Auswahlkriterien für die PartnerInnenwahl
5.5. Geschlechterrollen
6. Gefühle
6.1. Empathie
6.2. Gutes Gefühl
7. Normen
7.1. Prosoziale Normen
7.2. Moral
8. Situation und Bedingung für Hilfe
8.1. Prozessmodell der Normaktivierung
8.1.1. Wahrnehmung und Erkennen einer Notlage
8.1.2. Prosoziale Motivation und Verantwortung übernehmen
8.1.3. Kosten der Hilfe und Kosten der Nichthilfe
8.1.4. Wissen wie man hilft
8.1.5. Handlungsinitiierung
8.2. Positive und negative Konsequenz der Hilfe
8.3. Soziale Hemmung
8.4. Ressourcen der Umwelt
8.5. Hilfen intervenieren oder nicht
8.6. Merkmale von Hilfsbedürftigen
9. Psychologie des Hilfeverhaltens
9.1. Selbstwert der HilfeempfängerInnen
9.2. Hilfe zur Selbsthilfe
10. Hypothesen
11. Projekt „Älterwerden in Kleinmünchen“
11.1. Merkmale der Befragten
11.1.1. Alter, Geschlecht und Familienstand
11.1.2. Schulbildung und Berufstatus
11.1.3. Wohndauer und Stadtteilverbundenheit
11.2. Die Vorstellungen vom eigenen Lebensabend
11.3. Ältere Menschen in der Familie und deren Unterstützung
11.4. Kontakte und Unterstützung von alten Menschen im Stadtteil
11.4.1. Interesse an Kontakten
11.4.2. Bereitschaft alte Menschen zu helfen
11.4.3. Bereiche der Unterstützung
11.5. Geschlechterrollen bei der Unterstützung
11.6. Beeinflussung des Hilfeverhaltens durch das Alter
11.7. Beeinflussung des sozialen Netzwerkes
11.8. Einflussfaktor Schulbildung – Berufstatus
11.9. Annahme von Hilfeleistungen im Allgemeinen
11.9.1. Sich helfen lassen – von wem
11.9.2. Annahme von Hilfsleistungen durch ausländische Personen
11.9.3. Annahme einer Hilfeleistung von 15- bis 24-jährigen Personen
12. Exkurs „Struktur und Volumen der Freiwilligenarbeit in Österreich“
12.1. Ergebnisse aller Bundesländer
12.2. Vergleich Oberösterreich mit Kleinmünchen
13. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erforschung der Motive, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren, die Menschen dazu bewegen, anderen uneigennützig zu helfen, wobei das Projekt „Älterwerden in Kleinmünchen“ als zentrale Fallstudie dient.
4.1. Stadt-Land-Unterschiede
Verschiedenste Untersuchungen ergaben das Stadt-Land-Unterschiede bei der Hilfsbereitschaft erkennbar sind. Die Ergebnisse einer Studie von Korte & Ayvalioglu ergaben 1981, dass die Hilfeleistung auf dem Land höher ausfiel als in den Städten. Wobei die Hilfe der BewohnerInnen der Randbezirke der Großstädte eher der Hilfe der Landbevölkerung gleich kam. Das ist damit zu erklären, dass diese Siedlungen meist von Personen bewohnt werden, die im Rahmen der Landflucht in die Großstädte gekommen waren und noch mit ländlichen Gepflogenheiten vertraut waren.
Eine weitere umfangreichere Studie von Amato 1983 untersuchte 55 Dörfer und Städte in Australien. Auch hier nahm die Bereitschaft zu helfen von kleinen zu großen Städten ab. Da diese Studie ebenfalls nur auf ein Land begrenzt war, führte Steblay 1987 eine Metaanalyse der Ergebnisse von 35 Studien durch. Diese Untersuchungen verteilten sich über den Globus in vielen Ländern. Bei dieser zeigte sich, dass die Hilfsbereitschaft ausgehend von Dörfern bis hin zu Städten mit einer Einwohnerzahl zwischen 60.000 und 300.000 anstieg. Größere Städte und Millionenmetropolen wiesen hingegen einen steilen Abfall der Hilfsbereitschaft auf. Steblay bestätigte, dass die Begebenheit, ob in einer ländlichen Gegend oder in einer Großstadt Hilfe notwendig ist, eine große Rolle spielt.
Dieses Ergebnis ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass in Dörfern ein starkes Wir-Gefühl herrscht, aber Fremde eher auf Ablehnung stoßen. Der Anstieg der Hilfe bei Städten bis 300.000 Einwohnern ist darauf rückzuführen, dass die vorsichtige Haltung gegenüber Fremden nicht so groß wie in Dörfern ausgeprägt ist. Bei Großstädten vermittelten die BürgerInnen, dass sie durch unüberlegte Kontakte mit Fremden ihre persönliche Verwundbarkeit erhöhen. Dieses Erklärungskonzept ist auch mit einer Studie von Levine 1994 kompatibel, die auch aufzeigte, wenn die Wohnsituation dichter ist, wird die Hilfeleistung geringer.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik prosozialen Verhaltens ein und begründet die Relevanz der Untersuchung mittels des Projekts „Älterwerden in Kleinmünchen“.
2. Forschungsmethodik: Es werden die angewandten Methoden, insbesondere qualitative Experteninterviews und quantitative Befragungen zur Datenerhebung, beschrieben.
3. Begriffbestimmung: Die für die Arbeit zentralen Fachbegriffe Altruismus, prosoziales Verhalten und Gemeinwesenarbeit werden definiert und in den wissenschaftlichen Kontext gesetzt.
4. Wo wird geholfen?: Dieses Kapitel analysiert externe Einflussfaktoren wie Stadt-Land-Unterschiede, kulturelle Hintergründe und soziale Schichten auf die Hilfsbereitschaft.
5. Motive und Determinanten für prosoziales Verhalten: Hier werden psychologische und evolutionsbiologische Motive wie Verwandtenselektion und reziproker Altruismus erörtert.
6. Gefühle: Das Kapitel beleuchtet, wie Empathie und das Streben nach positivem Wohlbefinden prosoziales Handeln beeinflussen können.
7. Normen: Es wird untersucht, wie soziale und persönliche Normen sowie moralische Grundsätze das Verhalten in der Gemeinschaft steuern.
8. Situation und Bedingung für Hilfe: Die Arbeit beschreibt den psychologischen Prozess der Normaktivierung und die situativen Faktoren, die ein Eingreifen fördern oder hemmen.
9. Psychologie des Hilfeverhaltens: Es wird analysiert, welche Auswirkungen Hilfe auf den Selbstwert des Empfängers hat und welche Bedeutung Hilfe zur Selbsthilfe einnimmt.
10. Hypothesen: Vor dem praktischen Teil werden die aufgestellten Vermutungen zum sozialen Netzwerk und zur Hilfsbereitschaft in Kleinmünchen dargelegt.
11. Projekt „Älterwerden in Kleinmünchen“: Dieser zentrale Abschnitt wertet die erhobenen Daten über die Altersstruktur, Einstellungen zur Pflege und Kontakte der Stadtteilbewohner aus.
12. Exkurs „Struktur und Volumen der Freiwilligenarbeit in Österreich“: Ein Vergleich der lokalen Ergebnisse mit österreichweiten Statistiken zur Freiwilligenarbeit rundet die Untersuchung ab.
13. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Herausforderungen der Unterstützung älterer Menschen.
Altruismus, prosoziales Verhalten, Hilfsbereitschaft, Gemeinwesenarbeit, Kleinmünchen, Empathie, soziale Normen, Freiwilligenarbeit, Älterwerden, soziales Netzwerk, Nachbarschaftshilfe, interkulturelle Unterstützung, Verwandtenselektion, Reziprozität, Altenpflege.
Die Arbeit untersucht die Bedingungen und Einflussfaktoren, die Menschen motivieren, anderen Menschen in Notlagen zu helfen, mit einem besonderen Fokus auf den sozialen Zusammenhalt im Stadtteil.
Die zentralen Felder sind prosoziales Verhalten, Altruismus, die Bedeutung von sozialen Normen und Gefühlen sowie die spezifische Lebenssituation älterer Menschen in einem städtischen Umfeld.
Das Ziel ist herauszufinden, welche Rahmenbedingungen gegeben sein müssen, damit Menschen anderen Menschen unentgeltlich und uneigennützig helfen, geprüft am Beispiel des Projektes „Älterwerden in Kleinmünchen“.
Der Autor nutzt einen Methodenmix aus einer qualitativen Expertenbefragung sowie einer quantitativen standardisierten Fragebogenstudie unter Passanten im Stadtteil.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich, in dem psychologische und soziologische Theorien zum Helfen erläutert werden, und einen empirischen Praxisteil, der die Ergebnisse des Forschungsprojekts in Kleinmünchen detailliert auswertet.
Die wichtigsten Begriffe sind Altruismus, prosoziales Verhalten, Gemeinwesenarbeit, Nachbarschaftshilfe, soziale Netzwerke und die Unterstützung älterer Menschen.
Untersuchungen zeigen, dass die Hilfsbereitschaft in ländlichen Regionen oft höher ist, während in Großstädten aufgrund von Anonymität und persönlicher Verwundbarkeit eher Zurückhaltung beim Eingreifen beobachtet wird.
Die Daten zeigen, dass vorwiegend Personen im mittleren Alter, die selbst bald zur Zielgruppe der Älteren gehören könnten, die höchste Hilfsbereitschaft zeigen, während die Bereitschaft bei anderen Gruppen geringer ausfällt.
Gegenüber Personen mit Migrationshintergrund bestehen teilweise Hemmungen, wobei die Bereitschaft zur Hilfeannahme jedoch steigt, sobald Vertrauen aufgebaut wurde und Barrieren abgebaut sind.
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