Diplomarbeit, 2003
69 Seiten, Note: 3,0
1. Vorwort
2. Begriffsbestimmung
2.1 Mann
2.2 Mannsein
2.3 Männliche Sozialisation
2.4 Initiation
2.5 Sozialarbeit
2.6 Gender Mainstream
2.7. Der neue vs. andere Mann
3. Befragung/Stichprobenerhebung
3.1 Erhebungsmethode
3.2 Datenauswertung – methodisch
3.3 Datengrundlage
4. Mannsein in der Gesellschaft
4.1. Geschichte des Männerbildes
4.1.1 Frühgeschichte
4.1.2 Altertum
4.1.3 Industrialisierung
4.1.4 Neuzeit
4.2 Frauenbewegung vs. Männerbewegung
4.3 Kommunikation und Mann
5. Männer in der Sozialarbeit
5.1 Geschichte der Sozialarbeit
5.2 Männer in der Sozialarbeit
5.2.1 Der Alte Mann
5.2.2 Der andere Mann
5.3 Beziehungsarbeit
5.4 Der Mann als Vorbild
5.5 Die männliche Sichtweise
5.6 Gender Mainstream
5.7 Authentizität des Sozialarbeiters
5.7.1 Männliche Sexualität
5.7.2 Männliche Kommunikation
5.7.3 Das Frauenbild der Männer
5.7.4 Männer und Homosexualität
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Mannes im Berufsfeld der Sozialarbeit vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Rollenbilder und des „Mannseins“ in einem traditionell weiblich dominierten Bereich. Sie fragt danach, wie männliche Sozialarbeiter ihre Identität konstruieren, welche Herausforderungen sie bei der Annäherung an eine gleichberechtigte Lebensführung erleben und inwiefern sie durch ihr Handeln einen Beitrag zu einer neuen Männlichkeit leisten können.
5.5 Die männliche Sichtweise
Wie auch schon angesprochen bringt der männliche Sozialarbeiter andere Kompetenzen mit sich, als weibliche Sozialarbeiterinnen. Grob zusammengefaßt kann man sagen, während die männliche Denkrichtung eher linear und problemlösungsorientiert ist, ist die weibliche eher zirkulär und am Fortgang des Kommunikationsprozesses interessiert.
In der Sozialarbeit einem Arbeitsgebiet welches so vielschichtig problemüberhäuft und gleichzeitig so gesellschaftlich sanktioniert ist, sind alle Denkweisen notwendig. Was in Konstellation A richtig und gut sein kann, kann in Konstellation B schon lange das Falsche sein.
Von daher müssen beide Sichtweisen nicht nur nebeneinander existieren, sondern mit einander verbunden werden. Dazu ist es notwendig, daß sich die jeweils andere Seite darauf einläßt. Der andere Mann, der in letzter Zeit in die Sozialarbeit drängt, bringt dafür die besten Vorraussetzungen mit. Das Bewusstsein, daß Emotionalität oder Empathie genauso gleichwertig sind, wie eine materielle Hilfe von Betrag X, daß der Umgang der Menschen miteinander und die Art und Weise der Kommunikation mehr verändern, als mehrstündige Monologe, da0 Leistungsorientierung und Konkurrenzkampf eher schädlich als förderlich sind und auch daß „Ämterhäufung“ und die Angst vor Delegation von Verantwortung und Macht eher bedeutet, persönliche Einbußen wie Mangel an Freizeit oder bestimmte Krankheitsbilder mit sich bringt.
Gleichzeitig bewahrt er sich männliche Eigenschaften wie Stärke (nicht Gewalt), die weitere Sinnsuche (nicht Konsum und Kommerz) oder der Gestaltende und Schaffende zu sein, dabei jedoch nicht mehr zum Zerstörenden zu werden.
Der Konflikt innerhalb der Sozialarbeitsinstitutionen, Administrationsebene = männlich geprägt und Klientenebene = weiblich geprägt, kann nur gelöst werden, wenn die jeweils andere Sichtweise Einzug hält und sich so als Korrektiv bzw. Ergänzung eine neue und nicht mehr nach den alten Geschlechtsmustern geprägte Sichtweise entwickelt.
1. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation und die bewusste Provokation durch den Titel im Kontext der Gleichberechtigungsdiskussion.
2. Begriffsbestimmung: Es werden grundlegende Definitionen von Mann, Mannsein, Sozialisation und Gender Mainstreaming erarbeitet, um das theoretische Fundament der Arbeit zu legen.
3. Befragung/Stichprobenerhebung: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise und die Datengrundlage der durchgeführten Befragung männlicher Studenten.
4. Mannsein in der Gesellschaft: Der historische Wandel des Männerbildes von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit wird analysiert, inklusive des Spannungsfeldes zur Frauenbewegung.
5. Männer in der Sozialarbeit: Das Hauptkapitel untersucht die Rolle des Mannes in der Sozialarbeit, die Differenzierung zwischen Führungs- und Klientenebene sowie die spezifischen Anforderungen an männliche Authentizität.
6. Zusammenfassung: Der Autor resümiert die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umbruchs und fordert eine geschlechtsunabhängige Kompetenzorientierung.
Männer in der Sozialarbeit, Mannsein, Geschlechterrollen, Sozialisation, Initiation, Gender Mainstreaming, Beziehungsarbeit, Männliche Identität, Frauenbewegung, Kommunikation, Rollenbilder, Sozialpädagogik, Geschlechtergerechtigkeit, Empowerment, Männerbewegung
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und das Selbstverständnis von Männern im Bereich der Sozialarbeit, wobei insbesondere der Kontrast zwischen traditionellen Männerbildern und dem beruflichen Kontext eines "Frauenberufs" beleuchtet wird.
Zu den Schwerpunkten gehören die männliche Sozialisation, historische Entwicklungen des Männerbildes, die Rolle des Mannes als Sozialarbeiter, Geschlechterbeziehungen sowie Fragen der Kommunikation und Identität.
Das Ziel ist es, den "anderen Mann" in der Sozialarbeit zu identifizieren und zu untersuchen, wie er sich mit seinem Rollenbild auseinandersetzt und welche spezifischen Kompetenzen er in die Arbeit mit Klienten einbringen kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer quantitativen Datenerhebung durch einen Fragebogen unter männlichen Studenten der Sozialarbeit in Mittel- und Ostdeutschland.
Der Hauptteil analysiert die Geschichte der Sozialarbeit aus einer geschlechtsspezifischen Perspektive, die Differenzierung zwischen Verwaltungs- und Klientenebenen sowie die Notwendigkeit von Authentizität bei männlichen Sozialarbeitern.
Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Gender Mainstreaming, männliche Identität, Rollenbilder, Beziehungsarbeit, Geschlechtergerechtigkeit und der Wandel der Männlichkeit.
Der Autor sieht die männliche Perspektive als wichtige Ergänzung zur weiblichen Sicht, die durch Empathie und eine bewusste Auseinandersetzung mit eigenen Rollenkonflikten neue Impulse in die Beziehungsarbeit bringen kann.
Der Autor kritisiert das Konzept der Androgynität als "Uniformierung", die individuelle Unterschiede negiert, und plädiert stattdessen für eine bewusste, reflektierte Geschlechtlichkeit.
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