Bachelorarbeit, 2009
40 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Die Stellung der Instrumentalmusik im Werk Martins
2. Ausgewählte Aspekte des kompositorischen Prozesses
2. 1. Die frühen Werke
Pavane couleur du temps
2. 2. Ausbildung des persönlichen Stils
Ballade pour flûte et piano
2. 3. Entwicklung des Stils
2. Concerto pour piano et orchestre
3. Musikgeschichtliche Stellung des Komponisten
Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht die kompositorische Entwicklung von Frank Martin anhand dreier repräsentativer Instrumentalwerke, um den Prozess seines Stilwandels und die zugrunde liegenden ästhetischen sowie technischen Prinzipien zu beleuchten.
Pavane couleur du temps
Die Pavane couleur du temps entstand in ihrer ersten Fassung für Streichquintett oder für Klavier zu vier Händen im Jahre 1920. 1954 orchestrierte Martin das Werk nachträglich.
Dem Titel nach lehnt es sich musikalisch an eine alte Form an, den im 16. und 17. Jahrhundert bekannten Schreittanz Pavane. Als literarische Inspirationsquelle diente Martin ein Märchen Charles Perraults, welches von einem kleinen Mädchen handelt, das sich von Feen ein Kleid in der Farbe „couleur du temps“, also in der Farbe der Zeit, wünscht. Der Titel bezieht sich also einerseits auf das Märchen Perraults und legt mit der Bezeichnung „Pavane“ die musikalische Form fest. Zudem legt der Titel eine Verbindung zu Maurice Ravel offen, der 1899 ein Stück mit dem Titel Pavane pour une infante défunte schrieb, von der sich Martin vermutlich inspirieren ließ.
Das 114 Takte lange und circa sechs Minuten dauernde Stück steht in e-Moll. Es wird vorwiegend in der Version für Streichquintett aufgeführt, ist generell aber ein eher selten zur Aufführung gebrachtes Werk Frank Martins. Es ist jedoch ein geeignetes Beispiel, um Martins frühen Stil zu verdeutlichen.
Einleitung: Vorstellung des Komponisten Frank Martin, seiner musikalischen Sonderstellung und der Zielsetzung der Arbeit unter Verwendung biographischer und analytischer Quellen.
1. Die Stellung der Instrumentalmusik im Werk Martins: Untersuchung des hohen Stellenwerts und der instrumentalen Vielfalt in Martins Schaffen sowie seiner Arbeitsweise als Komponist für spezifische Interpreten.
2. Ausgewählte Aspekte des kompositorischen Prozesses: Analyse der ästhetischen Leitlinien Martins, seiner Auffassung vom Schaffensprozess, der Bedeutung von Technik und seiner Auseinandersetzung mit der Musikgeschichte.
2. 1. Die frühen Werke: Beleuchtung der frühen Prägung durch verschiedene kulturelle Einflüsse, die Entwicklung der Harmonie als wichtigstes Element und die Analyse der Pavane couleur du temps.
2. 2. Ausbildung des persönlichen Stils: Erörterung des Reifeprozesses des Komponisten, der Suche nach einer eigenen Tonsprache und der Integration neuer Techniken wie der Zwölftonmethode anhand der Ballade pour flûte et piano.
2. 3. Entwicklung des Stils: Betrachtung der stilistischen Konsistenz und Reifung im Spätwerk, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit Jazz-Elementen und clusterähnlichen Gebilden.
2. Concerto pour piano et orchestre: Analyse dieses späten Konzerts als exemplarisches Werk, das Martins reifen Stil, die Nutzung der Sonatenhauptsatzform und die Ausarbeitung langer Spannungsbögen verdeutlicht.
3. Musikgeschichtliche Stellung des Komponisten: Reflexion über die Wahrnehmung Martins als Außenseiter zu Lebzeiten im Vergleich zu seiner heutigen Anerkennung als Klassiker der Moderne.
Fazit: Zusammenfassende Bestätigung, dass Martins kompositorische Entwicklung durch bewusste stilistische Umformungen geprägt war, mit denen er die westliche Musiktradition fortführte.
Frank Martin, Instrumentalmusik, Kompositionsprozess, Stilwandel, Pavane couleur du temps, Ballade pour flûte et piano, 2. Concerto pour piano et orchestre, Zwölftontechnik, Harmonik, gleitende Tonalität, Musikgeschichte, Klassiker der Moderne, Instrumentation, Rhythmus, Inkarnation
Die Arbeit analysiert die kompositorische Entwicklung von Frank Martin, indem sie untersucht, wie der Komponist seinen unverwechselbaren Stil fand und über verschiedene Lebensphasen hinweg weiterentwickelte.
Die Schwerpunkte liegen auf Martins Umgang mit musikalischer Form, Harmonie und Rhythmus sowie seinem Bestreben, eine moderne Tonsprache zu finden, ohne die traditionelle Musikgeschichte zu verlassen.
Das Ziel ist es, anhand ausgewählter Instrumentalwerke den Prozess des Stilwandels von den frühen Werken über die Phase der Stilfindung bis hin zum reifen Spätwerk nachzuvollziehen.
Es wird eine werkanalytische Methode angewandt, die den stilistischen Wandel chronologisch anhand repräsentativer Stücke aufzeigt und durch den Rückgriff auf biographische Dokumente und Schriften des Komponisten ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Kompositionsprozesses, eine vertiefende Analyse der drei ausgewählten Schlüsselwerke und eine Einordnung des Komponisten in den musikgeschichtlichen Kontext.
Wichtige Begriffe sind Frank Martin, Stilentwicklung, gleitende Tonalität, Harmonie, Instrumentalmusik, Zwölftontechnik und die Einordnung als Klassiker der Moderne.
Die Pavane zeigt noch eine stärkere Beeinflussung durch französische Impressionisten und eine deutliche, klassisch geprägte Melodik, während spätere Werke komplexere rhythmische Strukturen und die charakteristische "gleitende Tonalität" aufweisen.
Das Prinzip der Inkarnation bedeutet für Martin, dass der Ausdruck einer Musik im Notentext selbst verankert ist und sich für den Zuhörer erst durch das Spiel und die klangliche Realisierung entfaltet.
Es repräsentiert Martins reifen Stil, zeigt seine sichere Beherrschung traditioneller Formen wie der Sonatenhauptsatzform und verdeutlicht die für ihn typischen, extrem ausgedehnten Spannungsbögen.
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