Examensarbeit, 1993
67 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
A Jazz - Popmusik Zur Problematik der Begriffsbestimmung
B Al Jarreau - Zur Person
1. Biographie
2. Musikalische Einflüsse
3. Die Stimme
4. Musikalität
C Stationen des Wandels
1. Die Schallplatten
2. Kommerzielle Zwänge
3. Analysen
3.1 Improvisation
3.1.1 So Long Girl
3.1.1.1 Formaler Aufbau
3.1.1.2 Rhythmische und melodische Gestaltung
3.1.1.3 Allgemeine Merkmale
3.1.2 Susan's Song
3.1.2.1 Improvisation über vamps
3.1.2.2 Formaler Aufbau
3.1.2.3 Innere Entwicklung
3.1.2.4 Tonmaterial und Art des Singens
3.1.2.5 Text
3.1.3 Take Five
3.1.3.1 Entstehung des Stückes aus der Improvisation
3.1.3.2 Rhythmische Gestaltung
3.1.4 Love is Real
3.1.4.1 Aufbau des Solos
3.1.4.2 Allgemeine Merkmale
3.1.5 Boogie Down
3.1.5.1 Aufbau des Solos
3.1.5.2 Sonstige Merkmale
3.2 Harmonik
3.2.1 Harmonik der frühen LPs
3.2.1.1 Wechsel zwischen zwei Akkorden, Blueseinflüsse
3.2.1.2 Kadenzielle Verläufe
3.2.1.3 Plagale Wendungen
3.2.1.4 Diatonische Akkordfortschreitungen
3.2.1.5 Verwendung von vamps
3.2.2 Harmonik der späten LPs
3.2.2.1 Tonartliche Ausweichungen, Modulationen
3.2.2.2 Tonartfremde Akkordfortschreitungen und Rückungen
3.2.2.3 Der Akkord C9sus oder Bb/C
3.3 Texte
3.3.1 Inhalte
3.3.2 Sprache
4. Zusammenfassung
D Anhang
1. Liedtexte
2. Diskographie
Die Arbeit untersucht die künstlerische Entwicklung von Al Jarreau, insbesondere seinen Wandel vom Jazz- zum Popinterpreten, und analysiert dabei, wie sich dieser Prozess auf seine musikalischen Mittel, wie Improvisation, Harmonik und Liedtexte, ausgewirkt hat.
3.1.1.2 Rhythmische und melodische Gestaltung
Für die folgende Untersuchung sind nur die Takte 35-106 relevant, d.h. vom Einsatz der Singstimme bis zum Übergang zum Vibraphonsolo. In diesen vier Chorussen findet eine allmähliche Entwicklung von der Vorstellung einer Melodie, bzw. eines Themas, bis hin zu einer völlig freien Scat-Improvisation statt.
Schon beim ersten Durchlauf T. 35-52 hat man das Gefühl, daß Al Jarreau die Melodie vor allem in rhythmischer, aber auch in melodischer Hinsicht ziemlich frei gestaltet. Dies bestätigt sich beim zweiten Chorus. Man kann dies in den Noten ganz einfach erkennen: Die zwei Chorusse sind genau untereinander notiert und man sieht, daß die entsprechenden Phrasen (und der dazugehörige identische Text) rhythmisch an keiner einzigen Stelle zur gleichen Zählzeit kommen. Auch bei der Melodie gibt es bis auf die letzten vier Takte kaum eine Übereinstimmung.
Dazu kommt, daß Al Jarreau bereits in diesen zweiten Melodiechorus perkussive Elemente einbringt (T.68/69) und in Takt 61-63 schon Scat-Elemente verwendet. Denn er formt das Wort "if" zur Scat-Silbe "d-dip" um und repetiert diese zweieinhalb Takte lang auf einem einzigen Ton, ehe er im Text weitersingt. Es ist in der Transkription deutlich zu sehen, wie die Phrase "if you find that you want me later", die im ersten Chorus in Takt 35 beginnt, dadurch im zweiten Chorus um eben diese zweieinhalb Takte nach hinten verschoben wird. Um trotzdem den Anschluß im musikalischen Ablauf nicht zu verpassen, muß Al Jarreau diese Phrase nach den Repetitionen verkürzen, was sich musikalisch in der Verwendung kürzerer Notenwerte (T. 64) und textlich in der Auslassung der Wörter "that you" äußert.
Einleitung: Einführung in das Thema und den Fokus auf den musikalischen Wandel von Al Jarreau.
A Jazz - Popmusik Zur Problematik der Begriffsbestimmung: Definition der Begriffe und Abgrenzung zwischen Jazz und Popmusik.
B Al Jarreau - Zur Person: Biografie, Einflüsse und die besondere Bedeutung seiner Stimme und Musikalität.
C Stationen des Wandels: Detaillierte Analyse der Plattenphasen, Harmonik und Texte von Al Jarreau.
D Anhang: Bereitstellung der vollständigen Liedtexte und der Diskografie für den Leser.
Al Jarreau, Jazz, Popmusik, Improvisation, Scat-Gesang, Harmonik, Musiktheorie, Liedtexte, künstlerische Entwicklung, Musikproduktion, Blues-Einfluss, Studium, musikalische Analyse, Vokalkunst, Musikindustrie.
Die Arbeit untersucht die künstlerische Entwicklung des Sängers Al Jarreau, konkret seinen Wandel vom Jazzmusiker hin zu einem kommerziell ausgerichteten Popinterpreten.
Die zentralen Themen sind die Veränderung seiner Improvisationstechnik, die Entwicklung seiner harmonischen Sprache sowie die Wandlung inhaltlicher und sprachlicher Aspekte seiner Liedtexte.
Das Ziel ist es, anhand einer vergleichenden Betrachtung früher und später Aufnahmen zu belegen, ob und wie eine musikalische Entwicklung innerhalb des untersuchten Zeitraums stattgefunden hat.
Es werden vergleichende Analysen durchgeführt, unterstützt durch eigene Transkriptionen von Soli und harmonische Analysen von Songstrukturen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Improvisation (mit detaillierten Analysen verschiedener Soli), Harmonik (Untersuchung von Akkordstrukturen früher und später Phasen) sowie Liedtexte.
Zu den Schlüsselwörtern gehören Al Jarreau, Jazz, Popmusik, Improvisation, Scat-Gesang, Harmonik und musikalische Analyse.
Der Autor stellt einen deutlichen Rückgang von ausgedehnten, spontanen Vokalsoli fest; in späteren Produktionen werden diese oft durch kurze, der Abwechslung dienende Einschübe ersetzt.
Überraschenderweise wird die Harmonik bei Al Jarreaus Titeln trotz zunehmender kommerzieller Ausrichtung komplexer und differenzierter, was der Autor unter anderem der Mitarbeit professioneller Produzenten zuschreibt.
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