Magisterarbeit, 2009
108 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. ZUR BEGRIFFSBESTIMMUNG DES WORTES MYTHOS
2.1 Etymologie und Wortgeschichte des Wortes Mythos
2.2 Bedeutungsgeschichtliche Entwicklung des Mythos
2.2.1 Der antike Mythos
2.2.2 Wiederentdeckung des Mythos- Von der Renaissance bis zur Moderne
2.2.3 Der zeitgenössische Mythosbegriff im gesellschaftlichen Kontext
3. ROLAND BARTHES - DIE MYTHEN DES ALLTAGS
3.1 Definition des Mythos im Sinne Roland Barthes
3.2 Das Mythenmodell nach Roland Barthes
3.3 Formale Bedingungen und Charakteristika des Mythos
4. DIE FOTOGRAFIE DES CHE GUEVARA - EIN MYTHOS DES ALLTAGS
4.1 Zur Geschichte des Che Guevara Fotos
4.2 Das Bildnis Ches - ein mythisches semiologisches System
4.2.1 Das erste semiologische System
4.2.1.1 Signifikant
4.2.1.2 Signifikat
4.2.2 Der Mythos Che - Das zweite semiologische System
4.2.2.1 Signifikant
4.2.2.2 Signifikat
5. DIE SYMBOLTHEORIE NELSON GOODMANS
5.1 Denotation, Bezugnahme und „Repräsentation als“
5.2 Ähnlichkeit und Repräsentation
5.3 Exemplifikation und Ausdruck
5.4 Der metaphorische Ausdruck im analogen System des Bildes
6. WAS EXEMPLIFIZIERT CHE GUEVARAS BILD METAPHORISCH?
6.1 Denotation und „Repräsentation als“
6.2 Exemplifizierte Eigenschaften des Bildes
6.3 Der metaphorische Ausdruck Che Guevaras
7. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Konstruktion, Rezeption und Funktion zeitgenössischer Mythen am Beispiel des weltberühmten Porträts von Che Guevara. Ziel ist es, unter Anwendung der Mythentheorie von Roland Barthes und der Symboltheorie von Nelson Goodman aufzuzeigen, wie ein historisches Fotodokument im kollektiven Gedächtnis zu einem sinnentleerten, mythischen Symbol transformiert wird, das als Projektionsfläche für subjektive Wünsche und soziale Bedürfnisse dient.
Die Fotografie des Che Guevara - ein Mythos des Alltags
Das meistreproduzierte Bild der Geschichte und ein häufig konsumierter Alltagsmythos seit den sechziger Jahren bis zum heutigen Tage, ist die Fotografie des Ernesto Che Guevara. Er war zu Lebzeiten ein kubanischer Revolutionär und Guerillakämpfer. Dieses Foto eignet sich als exemplarisches Beispiel um das symbolische Mythenmodell Roland Barthes praktisch zu verdeutlichen und die theoretischen Überlegungen in den ästhetischen Bildbereich umzusetzen.
4.1 Zur Geschichte des Che Guevara Fotos
Ernesto Rafael Guevara de la Serna, genannt Che Guevara oder Che, wurde am 14. Juni 1928 in Rosario/Argentinien geboren und starb im Widerstandkampf am 9. Oktober 1967 in La Higuera/Bolivien. Er war kommunistischer Guerillaführer, Arzt, Politiker und zu seinen Lebenszeiten eine hoch kontroverse Persönlichkeit der politischen Gesellschaft. Seit seinem Tod 1967 wird von dem „Mythos Che“ gesprochen und sein stilisiertes Bild wurde zu einem weltweiten Emblem der Alltagsmythen. Der Drang der Menschen in der Gesellschaft, ihre Wünsche und Sehnsüchte in diese Figur zu projizieren, hält weiterhin an. Sein Bild wurde zu einem Kultobjekt und Symbol für einen radikalen, auf Idealen basierenden, Lebensstil und den Wunsch nach Veränderungen. Es ist gesellschaftlich gesehen das möglicherweise bekannteste Bild der Welt.
Losgelöst von seinem eigentlichen Sinn wurde das stilisierte Porträt des Fotografen Alberto Diaz Gutierrez, bekannter unter dem Namen Alberto Korda, ein Symbol mit einer einfachen, sinnentleerten und mythischen Bedeutung.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Mythenkonstruktion in der modernen Gesellschaft und Skizzierung der zentralen Forschungsfrage.
2. ZUR BEGRIFFSBESTIMMUNG DES WORTES MYTHOS: Historische und etymologische Herleitung des Mythosbegriffs von der Antike über die Renaissance bis zur Moderne.
3. ROLAND BARTHES - DIE MYTHEN DES ALLTAGS: Darstellung der semiologischen Theorie Barthes und dessen Modell des Mythos als Bedeutungssystem zweiter Ordnung.
4. DIE FOTOGRAFIE DES CHE GUEVARA - EIN MYTHOS DES ALLTAGS: Analyse des Che-Guevara-Fotos als historisches Dokument und dessen Transformation zum mythischen Symbol.
5. DIE SYMBOLTHEORIE NELSON GOODMANS: Einführung in Goodmans allgemeine Symboltheorie mit Fokus auf Denotation, Repräsentation und Ausdruck.
6. WAS EXEMPLIFIZIERT CHE GUEVARAS BILD METAPHORISCH?: Praktische Anwendung der Theorie Goodmans auf das Porträt zur Analyse des metaphorischen Ausdrucks.
7. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Fazit über die Persistenz mythischer Strukturen in der Moderne.
Mythos, Roland Barthes, Nelson Goodman, Che Guevara, Semiologie, Symboltheorie, Mediale Konstruktion, Ikonographie, Kollektives Gedächtnis, Repräsentation, Denotation, Metaphorischer Ausdruck, Alltagsmythen, Bildanalyse, Ideologiekritik.
Die Arbeit untersucht, wie zeitgenössische Mythen in der modernen Gesellschaft durch die Massenmedien konstruiert, rezipiert und funktionalisiert werden.
Die zentralen Felder sind die Mythen- und Symboltheorien von Roland Barthes und Nelson Goodman sowie deren praktische Anwendung auf ikonografische Bildanalysen.
Das Ziel ist es, den Transformationsprozess aufzuzeigen, durch den ein historisches Fotodokument zu einem mythischen Symbol für individuelle und soziale Werte wird.
Es wird eine semiologische und zeichentheoretische Methode angewandt, um die Funktionsweise von Bildern als komplexe Zeichensysteme zu entschlüsseln.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Barthes/Goodman) und die detaillierte Analyse des berühmten Che-Guevara-Porträts (Korda).
Schlüsselwörter sind unter anderem Mythos, Semiologie, Bildanalyse, Repräsentation, Symbolsystem und die Dekonstruktion von Natürlichkeit in der medialen Darstellung.
Es gilt als das meistreproduzierte Bild der Geschichte und dient als ideales Beispiel für ein "sinnentleertes" Symbol, das fast jede gewünschte Bedeutung annehmen kann.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die moderne Gesellschaft trotz technischem Fortschritt und Rationalität weiterhin eine stark mythisch geprägte Kultur ist.
Die Fotografie fungiert als Medium, das "objektive Realität" simuliert und dadurch die mythische Aussage als natürlich und unhinterfragbar erscheinen lässt.
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