Bachelorarbeit, 2010
73 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Einleitung
1. Der Pseudoparlamentarismus der Verfassungen der Jahre VIII, X und XII
1.1. Napoleonische Verfassungsgrundsätze
1.1.1. Volkssouveränität und Plebiszite
1.1.2. Wahllisten, Wahlgremien und die Notablen
1.2. Die Kompetenzen der Exekutiven
1.3. Die Kompetenzen der Legislativen
2. Das Ende aller Opposition und der „parlamentarischen Anarchie“
2.1. Die Polizei und die Kontrolle der öffentlichen Meinung
2.2. Das Ende der chouannerie und der brigandage
2.3. Die Ausschaltung der parlamentarischen Opposition
2.4. Die Zerschlagung der royalistischen und jakobinischen Verschwörungen
3. Zentralisierung: Hierarchisierung und Rationalisierung der Verwaltung
3.1. Das Ende der Finanz- und Kreditkrisen
3.2. Die Departements, Arrondissements und Kommunen
3.3. Rechtsprechung und Code Civil
4. Rückkehr zum monarchischen Prinzip
4.1. Das Konkordat, die organischen Artikel und der Friede mit der Religion
4.2. Die Stiftung der Ehrenlegion
4.3. Die Rückkehr der Emigranten
4.4. Die Wiedereinführung einer Hofstruktur
Fazit
Die Arbeit untersucht die Herrschaftsstruktur Napoleon Bonapartes während der Konsulatszeit (1799–1804) mit dem Ziel zu belegen, dass es sich dabei um eine Form der "zivilen Diktatur" handelte, die auf internen Stabilisierungsmechanismen basierte.
1.1.1. Volkssouveränität und Plebiszite
Auf welchen Prinzipien bauten die Verfassungen Bonapartes auf, die sein System so grundlegend prägten? Was blieb vom Erbe der Revolution? War durch sie die Revolution wirklich „zu ihren Prinzipien zurückgekehrt“ und „beendet“, wie es die berühmte Proklamation Bonapartes verkündete? Was machte die Legitimität der napoleonischen Verfassungen aus, bzw. wo kam sie her? Letztlich verbleibt auch die bedeutende Frage nach der Rolle des Volkes, bzw. der Volkssouveränität in Form von Wahlen, Bürgerrechten und Ämtervergabe für ein Regime, das aus der Französischen Revolution hervorging. Auf diese Fragen und damit auf die grundlegende Frage, was für eine Rolle die Volkssouveränität, d.h. die Stimme des Volkes in der Herrschaftsstruktur Bonapartes spielte, soll im Folgenden eine Antwort gegeben werden.
Die Verfassungen der Jahre VIII, X und XII bauten grundsätzlich auf dem sieyèsschen Prinzip auf: „Von oben kommt die Autorität, von unten das Vertrauen.“ Nach dem Chaos der Revolution und den Verfassungswirren seit 1791 war man sich Ende 1799 beim Ausarbeiten der Verfassung einig, dass dem Volk nur noch geringe Rechte zugestanden werden sollten. Die Volkssouveränität sollte künftig nur noch nomineller Natur sein.
1. Der Pseudoparlamentarismus der Verfassungen der Jahre VIII, X und XII: Das Kapitel analysiert die Aushöhlung demokratischer Prozesse durch Verfassungsänderungen und die Einführung plebiszitärer Elemente zur Legitimation Bonapartes.
2. Das Ende aller Opposition und der „parlamentarischen Anarchie“: Hier wird der Aufbau eines umfassenden Polizeistaats sowie die systematische Unterdrückung von politischer Opposition und Verschwörungen dargestellt.
3. Zentralisierung: Hierarchisierung und Rationalisierung der Verwaltung: Der Fokus liegt auf der administrativen und finanziellen Konsolidierung Frankreichs sowie der Einführung des Code Civil als zentrales Herrschaftsinstrument.
4. Rückkehr zum monarchischen Prinzip: Es wird untersucht, wie durch das Konkordat, die Ehrenlegion und die Hofstruktur eine hybride Form zwischen Republik und Monarchie geschaffen wurde, um das Regime langfristig zu sichern.
Napoleon Bonaparte, Konsulatszeit, Zivile Diktatur, Volkssouveränität, Plebiszit, Zentralisierung, Polizei, Repressionsapparat, Code Civil, Ehrenlegion, Herrschaftsstruktur, Staatsaufbau, Administrative Reformen, Politische Opposition, Monarchisierung
Die Abschlussarbeit befasst sich mit der Charakterisierung der Herrschaft Napoleon Bonapartes während der Konsulatszeit und prüft, ob es sich dabei um eine "zivile Diktatur" handelt.
Zentral sind der Umbau des Staatsaufbaus, die institutionelle Zentralisierung, die Kontrolle der öffentlichen Meinung und die Ausschaltung politischer Gegnerschaft.
Ziel ist es, den Begriff der „zivilen Diktatur“ zu begründen, indem die Stabilisierungsinstrumente ("Granitblöcke") des Regimes während des Konsulats analysiert werden.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung primärer Quellen, zeitgenössischer Dokumente sowie einer fundierten Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Verfassungen, der Repressionsmechanismen (Polizei), der administrativen Zentralisierung sowie der monarchischen Rückkehrschritte (Konkordat/Hof).
Begriffe wie Pseudoparlamentarismus, Sicherheitsstaat, administrative Zentralisierung, Plebiszite und die institutionelle Festigung durch den Code Civil sind zentral.
Die Polizei war das notwendige Instrument, um die durch die Verfassungen legalisierte, aber in der Praxis noch umkämpfte Macht Bonapartes durch Zensur und Überwachung abzusichern.
Die Arbeit argumentiert, dass das System weniger auf militärischer Gewalt als primäre Stütze, sondern auf einer tiefgreifenden zivilen bürokratischen Ordnung und plebiszitärer Legitimation beruhte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

