Masterarbeit, 2010
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Schülervorstellungen zur DDR
2.1 Eine qualitative Untersuchung
2.2 Eine quantitative Untersuchung
2.2.1 Ergebnisse
2.2.2 Schlussfolgerungen
3. Reflexion über die deutsch-deutsche Geschichte
4. Eindimensionale Erklärungsansätze zur Nachkriegsgeschichte
5. Das Konzept einer integrierten Nachkriegsgeschichte
5.1 Vorüberlegungen
5.2 Das Konzept
5.2.1 1945 als Endpunkt und Chance
5.2.2 Blockbildung
5.2.3 Eigendynamik der DDR und BRD
5.2.4 Abgrenzung und asymmetrische Verflechtung
5.2.5 Problemlagen von Industriegesellschaften
5.2.6 Erosionserscheinungen
5.3 Chancen einer integrierten Nachkriegsgeschichte
5.4 Kritik am Konzept
6. Die DDR im Unterricht und in Schulbüchern
6.1 Westdeutscher Geschichtsunterricht und die DDR
6.2 Didaktische Schulbuchkonzepte seit 1990
6.2.1 Schulbücher für das Fach Geschichte
6.2.2 Neuere Analysen von Schulbüchern
6.2.3 Eigene Analyse eines Lehrwerks
7. Fazit
Die Masterarbeit untersucht, wie die deutsche Nachkriegsgeschichte, insbesondere die Rolle der DDR, sinnvoll und didaktisch reflektiert in den Geschichtsunterricht integriert werden kann, um eine bloße Kontrastdarstellung zu überwinden und ein differenziertes historisches Bewusstsein zu fördern.
5.2.1 1945 als Endpunkt und Chance
Viele Probleme, denen sich die Deutschen in der Nachkriegszeit ausgesetzt sehen, stellen auch für viele Europäer große Herausforderungen dar. Flucht, Vertreibung, zerbombte Städte und die Kapitulation als das Ende und der Beginn neuer Diktaturen sind die Schlagworte, die diese Jahre bestimmen. Für Deutschland bietet das Jahr 1945 die Chance zu einem Neuanfang mit unterschiedlichen Entwicklungspotentialen. Eine Teilung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar und in ganz Europa herrschten materielles Elend und geistige Desorientierung. Die Deutschen in Ost und West sind von den Folgen des Krieges unterschiedlich betroffen, aber dennoch sind sie mit dem totalen Zusammenbruch und der bedingungslosen Kapitulation konfrontiert. Das Fehlen eines Staates, eine sozial durchmischte Zusammenbruchsgesellschaft und der Überlebenskampf des Einzelnen oder der Familie machen die äußere Gleichförmigkeit des Landes aus. Die Alliierten verbindet bei unterschiedlichen Interessen das Bestehen auf der „Haftungsgemeinschaft“ der deutschen Bevölkerung. Allerdings differieren bereits in den ersten Nachkriegsjahren die Ansichten über die politische Zukunft.
Deutsche in allen Besatzungszonen beteiligen sich aktiv am politischen Aufbau, lassen die Dinge jedoch überwiegend apathisch geschehen, da sie belastet oder perspektivlos sind. Deutsche Geschichte ist in dieser Phase dennoch nicht nur Besatzungsgeschichte. An vielen Beispielen lässt sich verdeutlichen, dass es auch Interaktion zwischen Siegern und Besiegten gibt. Eine funktionierende Verwaltung ist für jeden Wiederaufbau eine elementare Voraussetzung, ebenso sind Fachkräfte für eine intakte Wirtschaft unerlässlich, auch wenn diese nicht den Entnazifierungskriterien entsprechen. Festzuhalten ist somit, dass trotz aller Unterschiede in den vier Besatzungszonen politische Differenzen zunächst von gemeinsamen sozialen Problemlagen überlagert werden, so dass jede Rekonstruktion der Nachkriegsgeschichte daher an dieser Anfangskonstellation ansetzen muss.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie die DDR-Geschichte im Geschichtsunterricht behandelt werden sollte, und stellt die Forschungsfrage nach einem integrierten didaktischen Ansatz.
2. Schülervorstellungen zur DDR: Hier werden qualitative und quantitative Studien zusammengefasst, die aufzeigen, wie Jugendliche ihre subjektiven DDR-Bilder aus heterogenen Quellen konstruieren.
3. Reflexion über die deutsch-deutsche Geschichte: Dieses Kapitel erörtert die Notwendigkeit, DDR und BRD nicht beziehungslos nebeneinander zu betrachten, sondern ihre Geschichte integrativ zu reflektieren.
4. Eindimensionale Erklärungsansätze zur Nachkriegsgeschichte: Es wird kritisch dargelegt, warum rein nationale Meistererzählungen oder die bloße Gegenüberstellung von Erfolg (BRD) und Misserfolg (DDR) dem komplexen Geschehen nicht gerecht werden.
5. Das Konzept einer integrierten Nachkriegsgeschichte: Das zentrale Kapitel entwickelt ein theoretisches Modell, das an einer asymmetrisch verflochtenen Parallelgeschichte ansetzt und dabei Gemeinsamkeiten, Verflechtungen sowie Eigendynamiken beider Staaten berücksichtigt.
6. Die DDR im Unterricht und in Schulbüchern: Basierend auf einer Analyse von Schulbüchern wird untersucht, inwieweit integrierte Konzepte in der aktuellen Schulpraxis bereits umgesetzt wurden oder weiterhin vernachlässigt werden.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Plädoyer, Geschichtsunterricht multiperspektivisch und gegenwartsorientiert zu gestalten, um eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Nachkriegsgeschichte zu ermöglichen.
DDR, Bundesrepublik Deutschland, Geschichtsunterricht, Nachkriegsgeschichte, integrierter Ansatz, asymmetrisch verflochtene Parallelgeschichte, Schülervorstellungen, historisches Lernen, Geschichtsbewusstsein, DDR-Geschichte, Schulbuchanalyse, Systemvergleich, deutsch-deutsche Geschichte, Diktatur, Demokratie.
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Herausforderung, die deutsche Nachkriegsgeschichte (DDR und BRD) im Unterricht nicht als getrennte Narrative, sondern als ineinander verwobene Gesamtgeschichte zu vermitteln.
Zentrale Themen sind die empirisch erhobenen Schülervorstellungen über die DDR, die Kritik an traditionellen, eindimensionalen Erklärungsmodellen sowie die Erarbeitung und Evaluation eines Konzepts der "asymmetrisch verflochtenen Parallelgeschichte".
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Lehrer durch einen integrierten Ansatz die DDR-Geschichte so in den Geschichtsunterricht einbinden können, dass Schüler ein differenziertes und multiperspektivisches Verständnis der deutschen Teilungsgeschichte entwickeln.
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, die Zusammenfassung empirischer Studien zu Schülervorstellungen sowie eine eigene qualitative Analyse ausgewählter moderner Geschichtslehrwerke.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Konzepte zur deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte, eine Analyse der schulischen Defizite in der Vermittlung und eine kritische Untersuchung konkreter Schulbuchbeispiele anhand eines Kerncurriculums.
Wesentliche Begriffe sind "asymmetrisch verflochtene Parallelgeschichte", "DDR-Bild", "Integrationsmodell", "Geschichtsbewusstsein" und "didaktische Umsetzung".
Es wird bevorzugt, weil es einerseits die gravierenden Unterschiede zwischen Demokratie und Diktatur wahrt, andererseits aber die tiefgreifenden ökonomischen, sozialen und kulturellen Verbindungen beider Staaten sichtbar macht.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass viele Lehrwerke die DDR noch immer als isolierte Ereigniskette oder Anhängsel der BRD-Geschichte darstellen und somit die Chancen eines integrierten, vergleichenden Ansatzes weitgehend ungenutzt lassen.
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