Magisterarbeit, 2010
66 Seiten
EINLEITUNG
DIE DIALEKTISCHE SITUATION
INDETERMINISMUS UND WILLENSFREIHEIT
DETERMINISMUS
INKOMPATIBILISMUS
DAS KONSEQUENZ-ARGMUMENT
KLASSISCHER KOMPATIBILISMUS
FREIHEIT ALS ANDERS HANDELN KÖNNEN
FRANKFURTS KOMPATIBILISMUS
FAZIT
VERNUNFTGRÜNDE - GARY WATSON
VOLITIONEN VS. DETERMINISMUS
FREIHEIT ALS KÖRPERLICHER ZUSTAND
WILLENSFREIHEIT ALS KÖRPERWAHRNEHMUNG
MENTALE AKTE
FAZIT
DETERMINISMUS UND VERANTWORTUNG
STRAWSONS IRRELVANZ-THESE
FAZIT
INKOMPATIBILISMUS II – MANIPULATIONSSZENARIEN
FAZIT
INKOMPATIBILISMUS VS. ANDERS HANDELN KÖNNEN
VOM KONSEQUENZ-ARGUMENT ZU „BREAKING THE LAWS“
FAZIT
ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der These des Determinismus und dem Konzept der Willensfreiheit. Ziel ist es zu ergründen, ob ein freier Wille in einer determinierten Welt existieren kann und welche Bedingungen für moralische Verantwortung in diesem Kontext erforderlich sind.
Freiheit als körperlicher Zustand
Beispielsweise befinde ich mich in dem Moment, wo ich ein Glas Wasser trinke, weil ich Durst habe, in F. Dies ist nicht der Fall, wenn mich jemand zwingt, das Wasser zu trinken. Die Handlung, ein Glas Wasser zu trinken, ist also nur dann eine freie Handlung, wenn sich mein Gehirn im Zustand F befindet. Doch was genau könnte das bedeuten?
Möglicherweise ist F von den Gedanken und Überzeugungen abhängig, die in diesem Moment meinen Geist erfüllen. Wenn ich das Wasser trinke, könnte ich daran denken, dass es hoffentlich nicht zu viel Blei aus den Rohren meiner Altbauwohnung enthält oder dass Wasser im Gegensatz zu Orangensaft keine Kalorien hat. Dass diese Gedanken keine hinreichende Bedingung für die Freiheit der Handlung sind, ist offensichtlich. Denn ich kann sie ebenso gut denken, während ich hier sitze und diese Arbeit schreibe und dabei kein Wasser trinke. Ich könnte sie sogar denken, wenn ich dazu gezwungen werde, das Glas auszutrinken.
Vielleicht ist der Zustand F aber auch nicht durch einen Gedanken bedingt, sondern wird von einem bestimmten physiologischen Prozess hervorgebracht worden, der unbewusst abläuft und mit den Mitteln der Hirnforschung sichtbar gemacht werden könnte. Nehmen wir nun an, dass ich mir eine Reihe von Messinstrumenten in das Gehirn implantieren lasse. Jedes Mal, wenn ich der Meinung bin, eine freie Handlung vollzogen zu haben, bitte ich einen Hirnforscher, die Daten aus meinem Gehirn auszuwerten. Und tatsächlich findet der Wissenschaftler eine Korrelation zwischen meinem angenommenen Zustand F und bestimmten Messwerten. Doch leider hilft uns diese Erkenntnis nicht weiter. Das Wissen um diese Korrelation reicht nicht aus, um F erklären zu können. Denn das Verständnis von F wurde ja gerade vorausgesetzt, als ich mich mit dem Hirnforscher auf die Suche nach seiner neuronalen Grundlage begeben habe. Die Erklärung ist zirkulär.
EINLEITUNG: Einführung in das Problemfeld der Willensfreiheit und die Spannung zwischen menschlicher Intuition und dem deterministischen Weltbild.
DIE DIALEKTISCHE SITUATION: Vorstellung der logischen Ausgangslage und der drei zentralen Positionen: Indeterminismus, Inkompatibilismus und Kompatibilismus.
INDETERMINISMUS UND WILLENSFREIHEIT: Diskussion, warum Indeterminiertheit allein keine hinreichende Bedingung für Freiheit darstellt, da sie in Beliebigkeit umschlagen kann.
DETERMINISMUS: Definition des harten Determinismus und Erläuterung der Implikation, dass zu jedem Zeitpunkt nur eine Zukunft möglich ist.
INKOMPATIBILISMUS: Logische Herleitung der These, dass ein freier Wille nicht mit einem determinierten Universum existieren kann.
FREIHEIT ALS ANDERS HANDELN KÖNNEN: Untersuchung der Bedingung, dass eine Handlung nur frei ist, wenn eine Alternative möglich war, inklusive der Frankfurt-Gegenbeispiele.
FRANKFURTS KOMPATIBILISMUS: Darstellung des Stufenmodells von Volitionen erster und zweiter Ordnung zur Rettung eines kompatibilistischen Freiheitsbegriffs.
VERNUNFTGRÜNDE - GARY WATSON: Watsons Ansatz der Vernunftgründe als Versuch, Handlungen als determiniert durch Gründe statt durch Ursachen zu rechtfertigen.
VOLITIONEN VS. DETERMINISMUS: Kritische Auseinandersetzung mit der Stabilität von Frankfurts Theorie gegenüber dem Determinismus.
FREIHEIT ALS KÖRPERLICHER ZUSTAND: Dekonstruktion des Versuchs, Freiheit auf neurologische oder physiologische Zustände zu reduzieren.
WILLENSFREIHEIT ALS KÖRPERWAHRNEHMUNG: Kritik an der Auffassung, Freiheit sei lediglich eine subjektive Erfahrung.
MENTALE AKTE: Analyse der Annahme, freie Handlungen seien durch spezifische mentale Akte begründet, die sich dem Kausalnetz entziehen.
DETERMINISMUS UND VERANTWORTUNG: Erörterung der moralischen Implikationen bei der Zurechenbarkeit von Taten in einer determinierten Welt.
STRAWSONS IRRELVANZ-THESE: Darstellung von P.F. Strawsons Ansatz, dass moralische Praxis unabhängig von metaphysischen Determinismus-Debatten existiert.
INKOMPATIBILISMUS II – MANIPULATIONSSZENARIEN: Untersuchung von Derk Perebooms Beispielen, die als starke Bedrohung für kompatibilistische Theorien fungieren.
INKOMPATIBILISMUS VS. ANDERS HANDELN KÖNNEN: Vertiefte Analyse der Bedeutung des Anders-Handeln-Könnens im Rahmen des logischen Fatalismus und göttlichen Wissens.
VOM KONSEQUENZ-ARGUMENT ZU „BREAKING THE LAWS“: Diskussion der Grenzen des Kompatibilismus unter Einbeziehung von David Lewis' Konzepten.
ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN: Zusammenfassendes Resümee über die Unvereinbarkeit von hartem Determinismus und Freiheit sowie das skeptische Fazit des Autors.
Determinismus, Willensfreiheit, Inkompatibilismus, Kompatibilismus, moralische Verantwortung, Harry Frankfurt, Peter F. Strawson, Handlungsalternativen, Volitionen, Kausalität, Manipulationsszenarien, Anders-Handeln-Können, moralische Praxis, Indeterminismus, menschliches Handeln.
Die Arbeit analysiert das philosophische Problem der Vereinbarkeit von menschlichem freien Willen und der These des Determinismus, die besagt, dass alle Ereignisse kausal vorbestimmt sind.
Die zentralen Felder sind die Definition von Willensfreiheit, die Analyse verschiedener Kompatibilismus-Modelle, die Rolle moralischer Verantwortung und die Auseinandersetzung mit Determinismus-Argumenten.
Das Ziel ist es zu prüfen, ob die gängigen analytischen Theorien zur Willensfreiheit dem deterministischen Weltbild standhalten können und ob moralische Verantwortung auch dann legitim bleibt, wenn der Determinismus wahr wäre.
Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die logische Argumentationsketten, Gedankenexperimente und die Untersuchung klassischer sowie zeitgenössischer Positionen der Erkenntnistheorie und Moralphilosophie nutzt.
Im Hauptteil werden Theorien von Harry Frankfurt, Gary Watson, Peter F. Strawson und Derk Pereboom kritisch geprüft sowie das Konsequenz-Argument gegen die Vereinbarkeit von Freiheit und Determination erörtert.
Zu den prägenden Begriffen gehören Determinismus, Kompatibilismus, moralische Verantwortung, Willensfreiheit und die Analyse von Handlungsalternativen.
Der Autor kritisiert, dass Frankfurts Hierarchie von Volitionen zweiter Ordnung sowohl notwendige als auch hinreichende Bedingungen für echte Willensfreiheit vermissen lässt und in einen infiniten Regress führt.
Der Autor würdigt Strawsons synthetischen Ansatz, kommt jedoch zu dem Schluss, dass dieser Kompatibilismus zu kurz greift, da er das grundlegende Problem der Vereinbarkeit lediglich als Scheinproblem umgeht.
Sie dienen als prominente Gegenbeispiele, um die Anfälligkeit kompatibilistischer Theorien für Induktionsschlüsse zu demonstrieren, die letztlich die moralische Verantwortung infrage stellen.
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