Magisterarbeit, 2010
136 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
1.1 Fragestellung
1.2 Forschungsstand
1.3 Methodik
1.4 Motiv
2 THEORIE: BEGRIFFSERLÄUTERUNG UND DEFINITION
2.1 Romantik
2.2 Kunstmärchen
2.3 Mythos
2.4 Symbole
2.5 Mahrtenehe
2.6 Figuren
2.6.1 Elementargeister
2.6.2 Wassergeister und Wasserfrauen
2.6.3 Nixen
2.6.4 Sirenen
2.6.5 Melusinen
2.6.6 Undinen
2.6.7 Venus
2.6.8 Diana
2.6.9 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3 DIE AUTOREN
3.1 Johann Wolfgang von Goethe
3.2 Ludwig Tieck
3.3 E.T.A. Hoffmann
3.4 Friedrich de la Motte Fouqué
3.5 Joseph von Eichendorff
3.6 Hans Christian Andersen
4 ALLGEMEINE ANALYSE
4.1 Goethe: Die neue Melusine
4.1.1 Formale Analyse
4.1.2 Inhaltliche Analyse
4.1.3 Personencharakteristik
4.2 Tieck: Der Runenberg
4.2.1 Formale Analyse
4.2.2 Inhaltliche Analyse
4.2.3 Personencharakteristik
4.3 Fouqué: Undine
4.3.1 Formale Analyse
4.3.2 Inhaltliche Analyse
4.3.3 Personencharakteristik
4.4 Hoffmann: Der goldene Topf
4.4.1 Formale Analyse
4.4.2 Inhaltliche Analyse
4.4.3 Personencharakteristik
4.5 Eichendorff: Das Marmorbild
4.5.1 Formale Analyse
4.5.2 Inhaltliche Analyse
4.5.3 Personencharakteristik
4.6 Andersen: Die kleine Seejungfrau
4.6.1 Formale Analyse
4.6.2 Inhaltliche Analyse
4.6.3 Personencharakteristik
4.7 Tieck: Sehr wunderbare Historie von der Melusina
4.7.1 Formal
4.7.2 Inhaltlich
4.8 Andere Erzählungen / Quellen
4.8.1 Thüring von Ringoltingen: Melusine
4.8.2 Stauffenberg
4.8.3 Panzer: Albrecht von Scharfenberg: Seifrid von Ardemont
4.9 Ergebnisse
5 MOTIVE DER MAHRTENEHE
5.1 Die Begegnung
5.2 Die Vereinigung
5.3 Die Motive der Vereinigung
5.4 Das Versprechen bzw. Tabu
5.5 Der 1. und 2. Treuebruch bzw. Tabubruch
5.5.1 Exkurs: Der Mann zwischen zwei Frauen
5.6 Die Folgen des Verrats / Tabubruchs
5.7 Das Ende der Erzählungen
5.8 Die Grenzüberschreitung
5.9 Ergebnisse
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Literaturepoche der Romantik und dem spezifischen Erzählmotiv der Mahrtenehe, wobei ein besonderer Fokus auf der Wasserfrauenthematik liegt. Dabei wird analysiert, wie das Motiv der Mahrtenehe in ausgewählten Kunstmärchen als Spiegelung menschlicher Konflikte zwischen verschiedenen Welten, Traditionen und Rollenbildern fungiert.
4.1.3 Personencharakteristik
In der Neuen Melusine gibt es zwei Akteure, den Helden und die Prinzessin. Der Held macht allerdings nicht den positiven Eindruck eines Märchenhelden. Er gibt zu, sich oft in „Verlegenheit“ (NM, S. 629) befunden und sich bei Wirtinnen eingeschmeichelt zu haben, um seine Zeche zu verringern. Er ist sehr wankelmütig und nimmt daher als Charakter keine festen Konturen an. Einerseits vermisst der Held die Prinzessin: „Doppelt sehnte ich mich nach ihr, und glaubte nun gar nicht mehr ohne sie und ohne ihr Geld leben zu können“ (NM, S. 632). Er vermisst allerdings nicht nur die Prinzessin, sondern auch ihr Geld. Auch vergnügte er sich mit anderen Frauen: „so ward ich bald mit liebenswürdigen Frauenzimmern bekannt, von denen ich mich durchaus nicht losreißen konnte“ (NM, S. 633).
Nach der Entdeckung ihrer Zwergengestalt verschwindet die Liebe des Helden. „Wenn ich es recht bedenke, so liebe ich nach jener unglücklichen Entdeckung meine Schönheit viel weniger“ (NM, S. 638).
Er gibt ohne große Bedenken das von der Prinzessin erhaltene Geld aus.
Mein Geld fing bei dieser Gelegenheit an zu schmelzen und verlor sich eines Abend völlig aus meinem Beutel, als ich mich unvorsichtig einem leidenschaftlichen Spiel überlassen hatte. (NM, S. 632)
Trotz dieser Charakterschwächen ist er dennoch der Held, da er der auserwählte Ritter ist, der dem Zwergenvolk zu neuer Größe verhelfen soll.
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung skizziert die methodische Vorgehensweise und Zielsetzung der Arbeit, das Motiv der Mahrtenehe im Kontext der Romantik und Wasserfrauenthematik zu untersuchen.
2 THEORIE: BEGRIFFSERLÄUTERUNG UND DEFINITION: Das Kapitel erläutert grundlegende Begriffe wie Romantik, Kunstmärchen, Mythos und Symbole, um das Motiv der Mahrtenehe theoretisch fundiert einzuordnen.
3 DIE AUTOREN: Hier werden die biographischen Hintergründe der behandelten Autoren Goethe, Tieck, Hoffmann, Fouqué, Eichendorff und Andersen dargestellt und ihre jeweilige Einordnung in die Romantik vorgenommen.
4 ALLGEMEINE ANALYSE: In diesem Kapitel werden die ausgewählten Kunstmärchen formal und inhaltlich auf ihre Struktur und Figurencharakteristika hin analysiert.
5 MOTIVE DER MAHRTENEHE: Das Hauptkapitel widmet sich den zentralen Stationen und Motiven der Mahrtenehe, insbesondere der Begegnung, dem Versprechen/Tabu, dem Tabubruch und dessen Folgen.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Aktualität des Mahrtenehe-Motivs und dessen Fortwirken in zeitgenössischer Literatur und modernen Medien.
Mahrtenehe, Romantik, Kunstmärchen, Wasserfrau, Elementargeister, Tabu, Tabubruch, Seelenerlangung, Erlösung, Grenzüberschreitung, Mythologie, Literaturanalyse, Identitätskonflikt, Natur und Kultur, Dualismus
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Motiv der Mahrtenehe in ausgewählten Kunstmärchen der Romantik und untersucht dabei insbesondere die Verbindung zwischen menschlichen Protagonisten und übernatürlichen weiblichen Wesen, speziell Wasserfrauen.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung des Motivs der Mahrtenehe, die Einordnung in das romantische Weltbild, die Analyse spezifischer Erzählstrukturen und die symbolische Bedeutung von Wasserwesen.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie sich die Motive der Mahrtenehe in den Kunstmärchen der Romantik manifestieren, welche Rollen die beteiligten Akteure einnehmen und inwiefern diese Erzählungen existenzielle Spannungen zwischen Mensch und Natur thematisieren.
Die Autorin orientiert sich methodisch an der klassischen Erzähltextanalyse, insbesondere unter Heranziehung der Ansätze von Martinez und Scheffel, um formale und inhaltliche Aspekte der Texte sowie die Charakteristika der Figuren systematisch zu untersuchen.
Im Hauptteil werden die Motive der Mahrtenehe detailliert analysiert, von der ersten Begegnung des Paares über die Vereinigung und das Versprechen (Tabu) bis hin zum Treuebruch und dessen verhängnisvollen Folgen.
Wichtige Begriffe sind Mahrtenehe, Wasserfrau, Romantik, Tabu, Tabubruch, Erlösung, Seelenerlangung, Elementargeister, Naturmythos und Kunstmärchen.
Das Melusine-Schema zeichnet sich typischerweise durch ein Sichttabu und ein Sprechtabu aus, während das Undine-Schema primär auf ein Sprechtabu und den Treuebruch fokussiert, was meist zum Tod des Mannes führt.
Das ambivalente Wesen der Wasserfrau entsprach der romantischen Weltsicht, die einerseits Kritik an der Wirklichkeit üben wollte und andererseits eine Sehnsucht nach Harmonie und der Aufhebung der Trennung zwischen Mensch und Natur ausdrückte.
Die Grenzüberschreitung markiert den Wechsel des Lebensbereichs, etwa wenn ein Mensch in die Welt des Wunderbaren eintritt oder eine Wasserfrau versucht, in die Welt des Menschen zu integrieren, was oft den Kern des romantischen Scheiterns oder der Erlösung darstellt.
Die Kirche machte die Wesen der niederen Mythologie zu Dämonen, was dazu führte, dass spätere Erzählungen die Motive um eine "Erlösungssehnsucht" ergänzten, um diese Wesen in eine christlich akzeptable Logik zu reintegrieren.
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