Diplomarbeit, 2003
71 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Das Hausbankprinzip in der Theorie
2.1 Definition des Begriffes Hausbank
2.2 Bewertung des Hausbankprinzips aus der Sicht der Akteure in der Theorie
2.2.1 Bewertung einer Hausbankbeziehung aus der Sicht des Unternehmens
2.2.1.1 Anzahl und Dauer der Bankbeziehungen
2.2.1.2 Verantwortung der Hausbank
2.2.1.3 Informationsvorteil der Bank
2.2.2 Bewertung einer Hausbankbeziehung aus der Sicht der Bank
2.2.2.1 Anzahl und Dauer der Bankbeziehungen
2.2.2.2 Verantwortung der Hausbank
2.2.2.3 Informationsvorteil der Bank
3 Das Hausbankprinzip in der Praxis
3.1 Erläuterung der betrachteten Kriterien
3.1.1 Exklusivität
3.1.2 Langfristigkeit
3.1.3 Verantwortung der Hausbank in Krisensituationen
3.1.4 Informationsvorteil der Hausbank
3.2 Das Hausbankprinzip in Deutschland
3.2.1 Beschreibung der zugrundeliegenden Erhebungen
3.2.2 Anzahl der Bankbeziehungen eines Unternehmens
3.2.2.1 Auswertung der Daten
3.2.2.2 Zwischenbewertung
3.2.3 Dauer der Bankbeziehung
3.2.3.1 Auswertung der Daten
3.2.3.2 Zwischenbewertung
3.2.4 Verantwortung der Hausbank: Verfügbarkeit von Krediten
3.2.4.1 Auswertung der Daten
3.2.4.2 Zwischenbewertung
3.2.5 Informationsvorteil: Kreditkosten und benötigte Sicherheiten
3.2.5.1 Auswertung der Daten
3.2.5.2 Zwischenbewertung
3.3 Zusammenfassung der Zwischenergebnisse
3.4 Einfluss von Basel II auf die Bedeutung des Hausbankprinzips in Deutschland
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Hausbankprinzips für die Finanzierung deutscher Unternehmen durch eine fundierte Zusammenführung und Analyse bisheriger empirischer Studien. Dabei wird überprüft, ob dieses Prinzip tatsächlich häufiger in Deutschland vorkommt als in anderen Ländern und welche konkreten Vorteile oder Kosten aus einer solchen Beziehung für die Unternehmen im Vergleich zu Nicht-Hausbankbeziehungen resultieren, wobei auch die Auswirkungen des Basler Akkords Basel II berücksichtigt werden.
2.2.1.1 Anzahl und Dauer der Bankbeziehungen
Als ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Anzahl der unterhaltenen Bankbeziehungen wird in der Literatur die Größe des Unternehmens angesehen. Größere Unternehmen benötigen unter Umständen mehrere Bankbeziehungen, weil ihr Kapitalbedarf die Kapitalbeschaffungskapazität einer Bank übersteigt. Außerdem fällt es ihnen leichter, ihre Finanzierungsaktivitäten auch mit mehreren Banken zu koordinieren, da sie häufiger eigene Finanzabteilungen unterhalten. Ab einer bestimmten Größe des Kapitalbedarfs steht dem Unternehmen jedoch der Kapitalmarkt zur Finanzierung offen, Bankkredite verlieren an Bedeutung. Bei kleineren Unternehmen hingegen ist das Volumen des Kapitalbedarfs zu gering, um es auf mehrere Kreditinstitute zu verteilen. Auch wären die Informationsbeschaffung über verschiedene Kreditangebote und die Koordination zu aufwändig und damit zu teuer. Die optimale Anzahl an Bankbeziehungen hängt demnach zunächst von der Größe des Unternehmens ab.
Ein wesentlicher Nachteil beim Unterhalt mehrerer Kreditbeziehungen zu Banken ist das entstehende free rider-Problem beim Monitoring. Keine der Banken würde die Kosten eines effizienten Monitoring auf sich nehmen, da die Informationen daraus durch das Eingehen der Kreditbeziehung mit dem Unternehmen bzw. durch das Verweigern von Krediten auch den Mitbewerbern offenbart werden. In einer Hausbankbeziehung liegt diese Verantwortung hingegen nur bei einer Bank. Auf der anderen Seite kann auch eine einzelne Bankbeziehung für das Unternehmen aufgrund des Informationsvorteils der Hausbank nachteilig sein. Mit zunehmender Intensität der Beziehung zwischen Bank und Unternehmen gewinnt die Bank Einblicke in das Unternehmen und erlangt damit finanzierungsrelevantes Wissen. Dieses Wissen bestünde auch im Falle der Auflösung der Beziehung weiter. Ein Unternehmen, das Informationen über seine Finanzinterna nicht zu weit streuen will und die Aufwendungen zum Aufbau einer neuen Beziehung scheut, wird deshalb nur sehr ungern die Bank wechseln, es sieht sich in seiner bestehenden Bankbeziehung gefangen.
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz des Hausbankprinzips für die Finanzierung deutscher Unternehmen, stellt die Forschungsfragen bezüglich Verbreitung und Effizienz und legt den Gang der Untersuchung fest.
2 Das Hausbankprinzip in der Theorie: Dieses Kapitel definiert das Konzept der Hausbank und analysiert die theoretischen Vor- und Nachteile einer engen Bankbeziehung aus der Perspektive von Unternehmen und Kreditinstituten.
3 Das Hausbankprinzip in der Praxis: Hier werden Kriterien zur Bewertung des Prinzips entwickelt und anhand vielfältiger empirischer Untersuchungen für den deutschen Raum analysiert, wobei auch Vergleiche zu internationalen Standards und der Einfluss von Basel II thematisiert werden.
4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, bewertet die Rolle des Hausbankprinzips unter dem Aspekt der Versicherungsfunktion und gibt einen Ausblick auf die Zukunft der Bank-Unternehmen-Beziehungen unter geänderten regulatorischen Rahmenbedingungen.
Hausbankprinzip, Unternehmensfinanzierung, Bankbeziehung, Relationship Banking, Kreditverfügbarkeit, Basel II, Bonität, Kreditbesicherung, Monitoring, Zinsmarge, Informationstransfer, Deutschland, Kapitalmarkt, Finanzintermediation, Krisensituation
Die Arbeit untersucht, ob das Hausbankprinzip nach wie vor ein bedeutendes Element in der Finanzierung deutscher Unternehmen ist und welchen tatsächlichen Einfluss enge Bankbeziehungen auf die Finanzierungskonditionen und die Versorgungssicherheit haben.
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Hausbankkonzepts, die theoretische und empirische Bewertung von Vorteilen wie der Versicherungsfunktion oder Kostenvorteilen sowie die Analyse der Auswirkungen regulatorischer Änderungen durch Basel II.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der theoretischen Annahme eines vorherrschenden Hausbankprinzips und dessen tatsächlicher empirischer Bedeutung in der Praxis zu klären, insbesondere durch einen Vergleich mit anderen Ländern und die Untersuchung der Effizienz der Kreditversorgung.
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die bestehende empirische Studien (wie z.B. Kreditaktendatensätze oder Unternehmensumfragen) zusammenführt, deren Ergebnisse vergleicht und kritisch auf die gestellten Hypothesen hin bewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen für Banken und Unternehmen sowie eine umfassende empirische Überprüfung mittels verschiedener Kriterien wie Exklusivität, Dauer, Kreditverfügbarkeit und Besicherung.
Wesentliche Begriffe sind Hausbankprinzip, Relationship Banking, Unternehmensfinanzierung, Kreditverfügbarkeit, Basel II sowie Bonität und Besicherung.
Die Arbeit prognostiziert, dass durch Basel II die Kosten für interne Ratings steigen und die Banken diese Aufwände preisen werden, was Unternehmen mit einer Hausbankbeziehung zugutekommen könnte, da diese bereits über die notwendigen Informationen verfügen und somit Kostenvorteile bieten.
Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass in der deutschen Praxis der Aspekt der zeitlichen Dauer als Kriterium für eine Hausbankbeziehung weniger ausschlaggebend ist als die Einschätzung der Beziehung durch die Partner, die maßgeblich auf gegenseitigem Vertrauen basiert.
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