Diplomarbeit, 2009
165 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Lebensstile, -formen, etc.
2.1.1 Warum Lebensstile
2.1.2 Methodische und begriffliche Differenzierung von Lebensstilansätzen
2.1.3 Lebensstile, Lebensformen, Lebenslagen, Lebensführung, Lebensweisen, Milieus
2.1.4 Verschiedene Lebensstilansätze
2.1.5 Kritik an Lebensstilansätzen
2.1.6 Der Ansatz von Otte
2.2 Lebensqualität
2.2.1 Was ist Lebensqualität?
2.2.2 Das Konzept der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
2.2.3 Der WHOQOL-Ansatz der gesundheitsorientierten Lebensqualität
2.3 Freizeit und Sport
2.3.1 Bedeutung und Wandel der Freizeit
2.3.2 Sport – Abgrenzung und Funktionsspektrum
2.4 Berg- und Klettersport
2.4.1 Differenzierung der Bergsportarten
2.4.2 Die österreichischen alpinen Vereine
2.4.3 Empirische Daten zum Bergsport in Österreich und Deutschland
2.5 Fragestellungen und Hypothesen
2.5.1 Lebensstile
2.5.2 Lebensqualität
3 Methodik
3.1 Untersuchungsdesing
3.2 Untersuchungsinstrumente
3.2.1 Hauptinstrumente
3.2.2 Weitere Variablen und Items
3.3 Stichprobenkonstruktion / Abgrenzung der Erhebungsorte
3.4 Datenanalyse
3.5 Überblick
4 Ergebnisse
4.1 Stichprobenbeschreibung
4.2 Lebensstile
4.2.1 Gütekriterien der Indizes
4.2.2 Die Verteilung der Bergwanderer und Kletterer im sozialen Raum
4.2.3 Kurze Beschreibung der Lebensstiltypen
4.3 Lebensqualität
4.3.1 Analyse der Lebensqualität und ihrer Subdimensionen
4.3.2 Gesundheitsrelevante Verhaltensweisen
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensstile und die Lebensqualität von Bergwanderern und Kletterern in Österreich. Das primäre Ziel ist es, diese für Österreich typischen Sportpopulationen soziologisch zu beschreiben und die Forschungsfrage zu beantworten, ob diese Gruppen eine signifikant höhere Lebensqualität aufweisen als die Allgemeinbevölkerung.
2.1.1 Warum Lebensstile
Lebensstile sind Konsequenzen der individuellen Reduktion von Komplexität und der damit einhergehenden Ermöglichung der Handlungsfähigkeit. Manche Autoren sehen sie als Gegensatz bzw. Ablöse (z.B. Schulze) des klassischen Schichtkonzeptes, andere (z.B. Otte, Hartmann, Spellerberg) eher als Ergänzung und wieder andere (z.B. Bourdieu) als Ausfluss der dahinterstehenden Schichteinflüsse desselbigen, wobei das dazwischen liegende Kontinuum nuanciert ausgefüllt wird. Lebensstile sind die Reaktion auf ein zunehmendes Wohlstandsniveau und gestiegene Handlungsmöglichkeiten (vgl. u.a. Beck, 1986) unter ausdrücklicher Bezugnahme auf zusätzliche horizontale Differenzierungskriterien.
Dieses Argument soll durch ein Zitat von Lüdtke verdeutlicht werden: „Durch einen praktizierten Lebensstil wird die Auswahl der Handlungsalternativen strukturiert und begrenzt, das heißt Handlungs- und Orientierungsfähigkeit überhaupt erst erreicht. Routinen und Gewohnheiten sind für Identitätsausbildung und –sicherung von wesentlicher Bedeutung.“ (Lüdtke 1987 in: Spellerberg 1996:58; vgl. hierzu auch: Lüdtke, 2001:19, Hartmann 1999). Lebensstile sollen, so wie auch zuvor und noch gegenwärtig Sichtungsmodelle neben der deskriptiven Funktion vorrangig diesem Zweck dienen, Prognosen über Verhaltensweisen von Personen und Personengruppen ermöglichen.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse an Bergwanderern und Kletterern in Österreich und leitet zur sozialwissenschaftlichen Untersuchung über.
2 Theorie: Dieses Kapitel erarbeitet das theoretische Fundament zu den Themen Lebensstilforschung, Lebensqualität sowie Freizeit und Sport.
3 Methodik: Hier werden das Untersuchungsdesign, die eingesetzten Erhebungsinstrumente und die statistischen Analysemethoden detailliert dargelegt.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde zur Stichprobe, den identifizierten Lebensstiltypen und der gemessenen Lebensqualität.
5 Diskussion: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Fazit über die Bedeutung der Studie für Vereine und Tourismusbetriebe.
Lebensstile, Lebensqualität, Bergwandern, Klettern, Sportsoziologie, Freizeitforschung, Otte-Typologie, WHO-QOL-BREF, Sozialstruktur, Österreich, Sportmotive, Soziale Lage, Handlungsfähigkeit, Individualsport, Alpenverein
Die Arbeit untersucht das soziale Profil von Bergwanderern und Kletterern in Österreich unter Berücksichtigung ihrer individuellen Lebensstile und ihrer empfundenen Lebensqualität.
Die Schwerpunkte liegen auf der Lebensstilforschung (nach Otte), der Erhebung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (nach der WHO) sowie der Analyse von Sportmotiven in der Freizeit.
Das Ziel ist es, Bergwanderer und Kletterer in ein soziologisches Modell einzuordnen und zu prüfen, ob diese Sportgruppen eine höhere Lebensqualität als der Durchschnitt der österreichischen Bevölkerung besitzen.
Der Autor führte eine quantitative Zielgebietsbefragung mittels Fragebögen in Kletterhallen und auf Schutzhütten in ganz Österreich durch.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung von Lebensstilansätzen, der Messung von Lebensqualität und einer detaillierten Auswertung der erhobenen Daten zu Alter, Bildung, Einkommen und Sportverhalten der Probanden.
Die Studie identifiziert die Sportler als eine Gruppe mit überdurchschnittlich hoher Bildung, gutem Haushaltseinkommen und einer hohen Affinität zu körperlich/geistigem Ausgleich zum Arbeitsalltag.
Ja, Kletterer sind im Durchschnitt deutlich jünger als Bergwanderer und zeigen eine stärkere Fokussierung auf leistungsorientierte Motive in einem städtischen/modernen Kontext.
Die Erkenntnisse helfen alpinen Vereinen und Tourismusbetrieben, die Bedürfnisse ihrer Mitglieder bzw. Gäste besser zu verstehen und Serviceangebote zielgruppengerechter zu gestalten.
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