Magisterarbeit, 2010
101 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
A. Finanzkrise als Ausdruck postmoderner Geisteshaltung
1. Kombination der Elemente
1.1 Das Ende der Geschichte
1.2 Derivate und Finanzprodukte
2. Spiel und Spieltrieb
2.1 homo ludens
2.2 Finanzjongleure und ihr Lebensstil
3. Hyperrealität
3.1 System der festen Wechselkurse und seine Auflösung
3.2 Freies Flottieren der Zeichen
4. Fazit
B. Lyotard: Das postmoderne Wissen
1. Metaerzählungen
1.1 Legitimierung des Wissens
1.2 Delegitimierung
2. Informationsgesellschaft
2.1 Datenbankwissen
2.2 Dialektik der Aufklärung
3. Manipulationstechniken des Finanzwesens
3.1 Zitronenhandel
3.2 Verführung zum Konsum
4. Fazit
C. Foucault: Die Ordnung des Diskurses
1. Analyse der Grenzen
1.1 Das Postmoderne in Foucaults Denken
1.2 Ausschließungsmechanismen als Grenzziehungen
2. Deutschland AG
2.1 Große Finanzunternehmen in der Unternehmensverflechtung
2.2 Entstehungsbedingungen und Auflösung der Deutschland AG
3. Postmoderner Kapitalismus
3.1 Machtwirkungen rund um die Deutschland AG
3.2 Multinationale Unternehmen im postmodernen Finanzsystem
4. Fazit
D. Postkrise und das vermeintliche Ende der Postmoderne
1. Anything goes – nicht mehr!
1.1 Versuch einer internationalen Regulierung
1.2 Finanzmarktreform in den USA
2. Kolonialisierung der Kultur
2.1 Kultur und Ökonomie
2.2 System und Lebenswelt
3. Anything goes – noch immer!
3.1 Einschränkung der Kommunikation
3.2 Kontinuität verantwortungslosen Handelns
4. Fazit
Die Arbeit untersucht das Finanzsystem vor und nach der Finanzkrise vor dem Hintergrund postmoderner Denkmuster. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern die Entwicklung des Finanzsystems bis zur Krise als postmodern zu charakterisieren ist und ob der Ausbruch der Finanzkrise das vermeintliche Ende dieser postmodernen Geisteshaltung einleitet.
1. Kombination der Elemente
Die Postmoderne vereinigt viele Parolen unter sich, und eine davon ist die vom „Ende der Geschichte“. Es habe mal eine Geschichte gegeben, so besagt sie, doch nun sei sie vorbei. Was an kulturellen Formen und Zeichen habe hervorgebracht werden können, sei im Laufe der Geschichte hervorgebracht worden, doch nun sei nichts mehr Neues zu erwarten. Stattdessen würde nichts mehr anderes übrig bleiben, als diese Formen und Zeichen miteinander zu kombinieren und die verschiedensten Konstellationen hervorzubringen. In der Einleitung wurde bereits erwähnt, dass in der postmodernen Architektur mit verschiedenen Stilmerkmalen gespielt wird, welche die seltsamsten Verbindungen eingehen. Darin spiegelt sich die Parole vom „Ende der Geschichte“ wider, welche sich auf das Finanzsystem übertragen lässt. Der Fortschrittsglaube, an dem die Moderne festhält, scheint mit dem Ausbruch der Finanzkrise an sein Ende gekommen zu sein. Als die ersten Banken in den USA und dann in Europa zusammenbrechen, reden nicht wenige vom bevorstehenden Zusammenbruch des Finanzsystems, der bis heute ausgeblieben ist, jedoch kommen kann. Ulrich Schäfer spricht sogar von einem Zusammenbruch des Kapitalismus, der zu erwarten sei. Viele fühlten sich im Zuge der Finanzkrise angeregt, darüber nachzudenken, ob das Finanzsystem noch auf einem stabilen Fundament ruht. So sicher war man sich diesbezüglich nicht. In der Tat entsteht, wenn man das Finanzwesen und dessen Geschichte betrachtet, der Verdacht, dass es nichts mehr Neues hervorbringt, sondern sich im Kombinationsspiel verliert. Das gilt vor allem für die Finanzprodukte, bei deren Gestaltung sich die Banker aus dem bereits Vorhandenen reichlich bedienen.
A. Finanzkrise als Ausdruck postmoderner Geisteshaltung: Untersucht das Finanzsystem als Ausdruck einer postmodernen Kultur, geprägt durch das Kombinationsspiel mit Finanzprodukten, das Spiel des Homo ludens und die Abkoppelung von der Realität (Hyperrealität).
B. Lyotard: Das postmoderne Wissen: Analysiert auf Basis von Lyotards "postmodernem Wissen" die technologische Transformation des Wissens in Informationen und deren Instrumentalisierung für Profitinteressen.
C. Foucault: Die Ordnung des Diskurses: Nutzt Foucaults methodischen Ansatz, um die Entstehung und den Wandel der "Deutschland AG" als Ausdruck eines Machtwandels im postmodernen Kapitalismus zu deuten.
D. Postkrise und das vermeintliche Ende der Postmoderne: Diskutiert die Nachkrisensituation und die Frage, ob staatliche Regulierungsversuche tatsächlich das postmoderne "anything goes" beenden können oder ob die kapitalistische Verwertungslogik weiterhin die Lebenswelt dominiert.
Postmoderne, Finanzkrise, Postmoderner Kapitalismus, Geld, Lyotard, Foucault, Anything goes, Hyperrealität, Spieltrieb, Informationstechnologie, Deutschland AG, Kapitalismus, Verwertungslogik, Finanzprodukte, Regulatorik
Die Arbeit beleuchtet das Finanzsystem und die Finanzkrise 2008 aus einer kultur- und medienphilosophischen Perspektive, wobei postmoderne Theorien als analytisches Werkzeug dienen.
Die zentralen Felder sind die Finanzwirtschaft, die kritische Theorie der Moderne bzw. Postmoderne und die soziologische Analyse von Machtstrukturen im Bankwesen.
Das Ziel ist zu ergründen, ob das Finanzsystem vor der Krise als postmodern zu bezeichnen war und ob die Krise selbst zu einer Abkehr von diesem postmodernen "Geisteszustand" geführt hat.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine diskursanalytische Vorgehensweise, inspiriert durch Philosophen wie Lyotard, Foucault und Habermas, um ökonomische Praktiken in einen philosophischen Kontext zu setzen.
Im Hauptteil werden unter anderem die Geschichte des Geldes, das Verhalten von Akteuren im Finanzwesen, die Rolle der Informationstechnologie und der Strukturwandel der Deutschland AG unter dem Aspekt der Postmoderne analysiert.
Schlüsselbegriffe sind Postmoderne, Finanzkrise, Hyperrealität, Verwertungslogik, "anything goes", Macht, Wissen als Information, Diskurs, Kapitalismus und regulatorische Maßnahmen.
Lyotards Konzept vom "postmodernen Wissen" dient dazu, den Wandel von Bildung zu Information und die Bedeutung technologischer Sprachspiele im modernen Bankensektor zu erläutern.
Sie dient als konkretes Fallbeispiel für einen kapitalistischen Organisationsmodus, dessen Wandel (Auflösung von Verflechtungen) Foucaults Thesen über Macht und Grenzziehung verdeutlicht.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die postmoderne Geisteshaltung, orientiert am materiellen Profit, trotz neuer Regulierungen weiterhin als dominierendes Moment im Finanzwesen bestehen bleibt.
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