Diplomarbeit, 2003
126 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 Deutscher Mittelstand
2.1 Qualitative Merkmale
2.2 Quantitative Merkmale
2.3 Bedeutung und derzeitige wirtschaftliche Situation des Mittelstandes
2.4 Wirtschaftliche Situation des Mittelstandes aus dem Blickwinkel von Kreditinstituten
3 Rating
3.1 Definition Rating
3.2 Ratingarten und Varianten
3.3 Bedeutung von Ratingsymbolen
3.4 Trennfähigkeit von Ratingsystemen
4 Entstehung eines Ratingurteils am Beispiel des BVR-II Ratings
4.1 Architektur des BVR-II Ratings
4.2 Zusammensetzung der einzelnen Teilscores
5 Auswirkung des Ratingurteils auf die Kreditkonditionen
5.1 Komponenten der Kreditkondition
5.2 Standardrisikokosten in Abhängigkeit vom Rating
5.3 Eigenkapitalkosten in Abhängigkeit vom Rating
6 Unmittelbare Auswirkung der neuen Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf den Deutschen Mittelstand
6.1 Status Quo der alten bzw. Ziel der neuen Eigenkapitalvereinbarung
6.2 Berechnung der Mindestkapitalanforderungen für das Kreditrisisko
6.3 Meilensteine bis zur Umsetzung von Basel II
7 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf den deutschen Mittelstand und analysiert, wie Ratingsysteme die Kreditvergabe beeinflussen und welche Chancen für mittelständische Unternehmen bestehen, ihre Bonität aktiv zu steuern.
Definition Rating
Obgleich für jeden Kreditanalysten einer Bank wahrscheinlich klar ist, was er im maschinellen Ratingprozess zu tun hat, wird es ihm jedoch wahrscheinlich schwer fallen eine für jedermann gültige Definition von „Rating“ abzugeben. Ursächlich dafür ist, dass es bereits zu einer Inflationierung des Ratingbegriffs gekommen ist. Rating ist ein „Modewort“ geworden. Jeder kann die Art und Qualität jeglicher Dienstleistung als „geratet“ bezeichnen, mit der Konsequenz, dass Hotels- und Restaurants, Schnellimbissketten, Fernsehsendungen, Immobilienobjekte, oder Wertpapieranlagen mit einem Rating versehen werden. Ursprünglich kann der Begriff „Rating“ von dem englischen Verb „to rate“ abgeleitet werden und bedeutet dann so viel wie „bewerten“, „einschätzen“. Dies ist gleichbedeutend einer ordinalen Skalierung, wie sie etwa im Schulnotensystem Deutschlands (sehr gut, gut, befriedigend,…, ungenügend) oder der Qualitätseinstufung von Weinen (Eiswein, Qualitätswein,..., Tafelwein, Landwein) bzw. Fleischteilen (Filet, Kamm,…, Rippen) anzutreffen ist. „So ist wohl jedem klar, dass zwischen einem Lungenbraten (Rinderfilet) und einem Beinfleisch (Rippen) ein qualitativer Unterschied besteht, welcher natürlich auch bezahlt wird.“
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die existenzielle Bedeutung von Basel II für den deutschen Mittelstand und führt in die zentrale Problemstellung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit ein.
2 Deutscher Mittelstand: Dieses Kapitel definiert den Mittelstand anhand qualitativer und quantitativer Kriterien und analysiert dessen wirtschaftliche Situation sowie die Sichtweise von Kreditinstituten.
3 Rating: Hier werden die Grundlagen des Ratings, verschiedene Ratingarten und die Bedeutung von Ratingsymbolen sowie die Trennfähigkeit von Ratingsystemen erläutert.
4 Entstehung eines Ratingurteils am Beispiel des BVR-II Ratings: Das Kapitel detailliert die Architektur des BVR-II-Ratings und die methodische Zusammensetzung der einzelnen Teilscores im Mittelstandssegment.
5 Auswirkung des Ratingurteils auf die Kreditkonditionen: Es wird untersucht, wie ein Ratingurteil konkret durch Standardrisikokosten und Eigenkapitalkosten die Kreditkonditionen für Unternehmen beeinflusst.
6 Unmittelbare Auswirkung der neuen Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) auf den Deutschen Mittelstand: Der Fokus liegt hier auf den regulatorischen Änderungen durch Basel II, der Berechnung von Kapitalanforderungen und dem Zeitplan zur Implementierung der neuen Vorschriften.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Unternehmensfinanzierung im Kontext von Basel II.
Basel II, Deutscher Mittelstand, Rating, BVR-II-Rating, Bonität, Eigenkapitalvereinbarung, Kreditrisiko, Risikobepreisung, Standardrisikokosten, Eigenkapitalkosten, Insolvenzrisiko, Kreditkonditionen, Unternehmensfinanzierung, Diskriminanzanalyse, KMU.
Die Arbeit analysiert, wie die neuen Eigenkapitalvorschriften unter Basel II die Finanzierungssituation kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) in Deutschland verändern und welche Rolle moderne Ratingsysteme dabei spielen.
Die zentralen Themen sind die Definition des Mittelstands, die Funktionsweise von Bank-Ratings, der Einfluss von Bonitätsbewertungen auf die Kreditkosten sowie die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Eigenkapital.
Das Hauptziel ist es, eine sachliche Argumentationsgrundlage für den Ausgleich zwischen Bankinteressen und den Bedürfnissen des Mittelstands zu schaffen, indem die Details der risikoadjustierten Kreditpolitik transparent gemacht werden.
Die Arbeit nutzt eine betriebswirtschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen mit praktischen Beispielen (insbesondere dem BVR-II-Rating der Volks- und Raiffeisenbanken) und statistischen Methoden der Diskriminanzanalyse kombiniert.
Der Hauptteil behandelt die Architektur von Ratingsystemen, die Kalkulation von Kreditzinsen basierend auf Standardrisikokosten und Eigenkapitalkosten sowie die Auswirkungen der neuen Baseler Regeln auf die Kapitalunterlegung.
Wichtige Begriffe sind Basel II, Mittelstand, Rating, Bonität, Kreditrisiko, Risikoprämien und Eigenkapitalkosten.
Das Rating bestimmt die Einstufung in eine Risikoklasse, was wiederum die Höhe der Standardrisikokosten und der Eigenkapitalmarge beeinflusst, die die Bank dem Unternehmen als Teil des Kreditzinses in Rechnung stellt.
Unter Basel II führen eine bessere Bonität und eine höhere Eigenkapitalquote zu niedrigeren Risikogewichten und damit zu einem geringeren Eigenkapitalbedarf der Bank, was in der Regel in günstigeren Kreditkonditionen für den Unternehmer resultiert.
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