Diplomarbeit, 2010
91 Seiten, Note: 2
1. Verhaltensstörungen
1.1. Begriffsbestimmung Verhaltensstörung
1.2. Erscheinungsformen und Symptome
1.3. Entstehung von Verhaltensstörungen
1.3.1. Der medizinische Aspekt
1.3.2. Der Psychologische Aspekt
1.3.2.a. Die Psychoanalyse
1.3.2.b. Der individualpsychologische Aspekt
1.3.2.c. Der lerntheoretische Aspekt
1.3.3. Der soziologische Aspekt
1.3.4. Der pädagogische Aspekt
2. Aggressionen
2.1. Begriffsbestimmung Aggression
2.2. Formen aggressiven Verhaltens
2.3. Entstehung aggressiver Verhaltensweisen
2.3.1. Physiologie der Aggression
2.3.2. Die Ethologie der Aggression
2.3.3. Aggressionsentstehung im Phasenmodell
2.3.4. Die „Frustrations-Aggressions-Theorie“
2.3.5. Lernpsychologische Entstehungsansätze
2.3.6. Soziologische Entstehungstheorie
2.3.7. Pädagogische Entstehungstheorie
3. Delinquenz
3.1. Begriffsbestimmung Delinquenz
3.2. Delinquenz fördernde Strukturen
3.3. Theorien zur Entstehung von Delinquenz
3.3.1. Die Subkulturtheorie
3.3.2. Die Anomietheorie
3.3.3. Die Kontrolltheorie
3.3.4. Die Theorie der Persistenten Delinquenz
3.4. Kriminalitätsentwicklung in Deutschland
4. Prävention
4.1. Begriffsbestimmung und Standpunkt der Prävention
4.1.1. Primäre Prävention
4.1.2. Sekundäre Prävention
4.1.3. Tertiäre Prävention
4.2. Präventionsansatz auf der Grundlage der Aggressionstheorien
4.3. Spezifizierung der Gewaltprävention
4.4. Wirksamkeit von Programmen zur Förderung sozialer Kompetenzen
5. Erlebnispädagogik
5.1. Begriffsbestimmung Erlebnispädagogik
5.2. Sport als Erlebnis
5.3. Verhaltensänderung durch konfrontative Pädagogik
5.3.1. Boxen als Intervention
6. Bestehende Interventionsprogramme
6.1. Das Boxcamp Lothar Kannenberg – „Durchboxen im Leben“
6.1.1. Die Konzeption
6.1.2. Teilnehmerprofile
6.1.3. Die Arbeit mit den Jugendlichen
6.2. Boxclub Nordend Offenbach e.V.
6.2.1. Die Konzeption
6.2.2. Teilnehmerprofil
6.2.3. Die Arbeit mit den Jugendlichen
7. Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Grundlagen von Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen, mit einem speziellen Fokus auf Aggressionen und Delinquenz. Das primäre Ziel ist es, die Entstehungsursachen dieser Störungen durch eine interdisziplinäre Betrachtung (medizinisch, psychologisch, soziologisch, pädagogisch) zu analysieren und daraus erfolgreiche Interventions- und Präventionsmaßnahmen abzuleiten, wobei besonderes Augenmerk auf Sportprojekte wie das Boxen gelegt wird.
1.3. Entstehung von Verhaltensstörungen
Durch die multifaktoriellen Bedingungen, die auf Kinder und Jugendliche wirken, lässt sich nur individuell und selten ein einzelner Störfaktor für die Entstehung von abweichendem Verhalten feststellen. Alle Bereiche des Alltags wirken auf das Verhaltensrepertoire ein und können Störungen oder Entwicklung zur Folge haben. „Die Einwirkung durch die Familie ist naturgemäß am größten“ (vgl. Myschker 2009, S.89), doch haben die Anlagen bzw. die Selbstbestimmung sowie alle Bezugspersonen außerhalb der Familie (Hort, Kindergarten, Schule, Großeltern etc.) einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes. Mit zunehmendem Alter spielen Medien und die Peer-Group eine immer entscheidendere Rolle.
„Das Drei-Phasen-Modell der Genese von Verhaltensstörungen“ beschreibt in drei Schritten die Ätiologie von Verhaltensstörungen. In der Anfangsphase relativer Plastizität wirkt eine Problemkonstellation beeinträchtigend auf das Kind ein. Diese können individuell, durch die einströmenden Faktoren, wie Anlage, Umwelt und Selbstbestimmung, unterschiedliche Auswirkungen haben. Ob negative Faktoren auch zu einer Verhaltensauffälligkeit oder -störung führen, ist personenabhängig. In einer zweiten Phase werden maladaptive Verhaltensweisen ausgeformt. Der Begriff „Abweichendes Verhalten“ kann in vielerlei Hinsicht gebraucht werden, es ist aber festzustellen, dass es nur sichtbare Symptome beschreibt. Diese Symptome sollten erkannt werden bevor es zu einer Endphase kommt, in der eine Habitualisierung, also eine Automatisierung, der Verhaltensstörung stattfindet (vgl. Myschker 2009, S.89-90).
Es existieren nur individuelle Erklärungsansätze um die Ätiologie der Verhaltensstörungen erklären zu können. Dies kann nur interdisziplinär geschehen. Im fortlaufenden werden die bedeutendsten Theorien der Medizin, der Psychologie, der Soziologie und der Pädagogik vorgestellt.
1. Verhaltensstörungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Verhaltensstörung, erläutert verschiedene Symptome und beleuchtet die komplexen, multifaktoriellen Entstehungsursachen unter medizinischen, psychologischen, soziologischen und pädagogischen Aspekten.
2. Aggressionen: Hier wird der Begriff Aggression näher bestimmt, verschiedene Formen aggressiven Verhaltens differenziert und die verschiedenen Theorien zur Entstehung von Aggressionen untersucht.
3. Delinquenz: Das Kapitel befasst sich mit der Definition von Delinquenz, analysiert fördernde Strukturen, stellt zentrale Entstehungstheorien vor und betrachtet die aktuelle Kriminalitätsentwicklung in Deutschland.
4. Prävention: Hier werden der Begriff der Prävention, ihre Standpunkte und die Einteilung in primäre, sekundäre und tertiäre Prävention erläutert, sowie die Wirksamkeit von Förderprogrammen diskutiert.
5. Erlebnispädagogik: Dieses Kapitel führt in die Erlebnispädagogik ein, beleuchtet Sport als Interventionsmittel und erörtert die Rolle des Boxsports sowie konfrontativer Pädagogik zur Verhaltensänderung.
6. Bestehende Interventionsprogramme: Hier werden beispielhaft zwei Projekte vorgestellt: Das „Boxcamp Lothar Kannenberg“ und der „Boxclub Nordend Offenbach“, inklusive deren Konzeptionen und Ansätze zur Arbeit mit Jugendlichen.
7. Ausblick: Der abschließende Teil fasst zusammen, dass eine Intervention durch Kampfsport ein effizienter Weg zur Integration ist, betont aber die Notwendigkeit qualifizierten Personals und weiterer empirischer Studien zur Wirksamkeitsprüfung.
Verhaltensstörungen, Aggression, Delinquenz, Prävention, Erlebnispädagogik, Kampfsport, Sozialisation, Jugendhilfe, Gewaltprävention, Intervention, Persönlichkeitsentwicklung, Triebtheorie, Labeling Approach, Respekt, Erziehung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Verhaltensstörungen, Aggressionen und Delinquenz bei Kindern und Jugendlichen sowie den Möglichkeiten, diesen durch gezielte pädagogische Interventionen, insbesondere durch Sportprojekte, entgegenzuwirken.
Zentrale Themen sind die theoretischen Erklärungsmodelle für abweichendes Verhalten, die Analyse von Kriminalitätsformen im Jugendalter sowie die Systematisierung und Wirksamkeit präventiver Maßnahmen.
Das Ziel ist es, zu zeigen, wie durch den gezielten Einsatz von Sport – speziell Boxen – als erlebnispädagogisches Mittel, Verhaltensänderungen bei Jugendlichen initiiert und gefestigt werden können, um sie wieder erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine interdisziplinäre theoretische Literaturanalyse. Sie wertet medizinische, psychologische, soziologische und pädagogische Theorien aus und kontrastiert diese mit aktuellen Interventionskonzepten.
Der Hauptteil analysiert die Genese von Störungen, differenziert zwischen Aggression und Delinquenz, diskutiert verschiedene Präventionsformen (primär, sekundär, tertiär) und stellt konkrete Praxisbeispiele wie das Boxcamp Lothar Kannenberg und den Boxclub Nordend Offenbach vor.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verhaltensstörungen, Gewaltprävention, Erlebnispädagogik, Delinquenz und ressourcenorientierte Arbeit charakterisiert.
Das Boxcamp ist eine vollstationäre Jugendhilfeeinrichtung, die Boxen als fest integriertes Haupterziehungsmittel in einer streng strukturierten Umgebung nutzt, um eine umfassende Lebensumstellung zu erreichen, während ein regulärer Sportverein in der Regel nur den Sportbetrieb und keine stationäre Intervention bietet.
Rituale vermitteln den Jugendlichen, deren bisheriges Leben oft maßlos und unstrukturiert war, Sicherheit, Geborgenheit und eine klare Orientierung, was für den Lernprozess und die Fähigkeit zur Selbstreflexion als essenziell erachtet wird.
Die Peer-Group gilt als einer der bedeutendsten Einflussfaktoren im Jugendalter, da sie den Jugendlichen die Möglichkeit zur Statusgewinnung und Identitätsbildung bietet, oft jedoch unter Etablierung devianter Gruppenideologien, die delinquentes Verhalten begünstigen.
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