Magisterarbeit, 2010
85 Seiten, Note: 1,3
I. Die USA: Eine Nation unter Gott
I.1 Fragestellung und Erkenntnisinteresse
I.2 Theoretischer Ansatz, Methodik und Forschungsstand
I.3 Die Rolle der Religion in den USA zu Beginn des 21. Jahrhunderts und ihre historischen Bezüge
I.4 Der American Religious Identification Survey (ARIS)
I.5 Evangelikalismus und Fundamentalismus
II. Grundzüge einer African American Identity
II.1 We and They
II.2 Pluralität, Exklusion und Religion
III. Die Black Church(es) im Kontext
III.1 Historische Entwicklungslinien
III.2 Wesen und Selbstverständnis
III.3 Das denominationale Spektrum
IV. Black Evangelicalism
IV.1 Konzept und Selbstverständnis
IV.2 Die National Black Evangelical Association (NBEA)
IV.3 Politics: Die Black Evangelical Right und die Black Evangelical Left
V. Synopsis und Fazit
Die Arbeit untersucht die soziokulturellen Eigenheiten eines race-determinierten Evangelikalismus innerhalb der afroamerikanischen Bevölkerung. Ziel ist es, die Rolle der Black Church als identitätsstiftendes und politisch relevantes Milieu im Kontext der US-amerikanischen Gesellschaftsstruktur zu beleuchten und dabei die Wechselwirkung zwischen religiöser Praxis und der historischen Erfahrung von Marginalisierung zu analysieren.
I.1 Fragestellung und Erkenntnisinteresse
Im Rahmen des Unterfangens dieser Arbeit, race-determinierten Evangelikalismus zu identifizieren, seine soziokulturellen Eigenheiten herauszuarbeiten, relevante Strömungen, Diskurse sowie Geisteshaltungen samt ihrer ideengeschichtlichen Grundlagen zu definieren, kommt man nicht umhin, die besondere Intensität gelebten Glaubens in den USA und den daraus erwachsenden Grad an Einfluss auf gesellschaftliche Phänomene und kulturelle Performanzen im Grundsatz zu umreißen. Aus europäischer Perspektive werden die Vereinigten Staaten von Amerika – vor allem mittels Vergleich und der Interpretation vordergründiger Ähnlichkeiten – oft verengt als das vermeintlich voraussetzungslos begreifbare Resultat eines diachron erfolgten, britisch-europäischen Kulturtransfers wahrgenommen.
Begründbar ist dies vor allem dadurch, dass die USA kultursemiotisch betrachtet mit einem stark durch europäische Traditions- und Vermächtnislinien geprägten und dadurch für Fehlurteile prädestinierten Zeichenrepertoire aufwarten, das gerade auch außerhalb der akademischen Forschung mehr oder minder kontroverse Deutungsergebnisse und Meinungen zeitigt. Demgemäß bedachten also die Vereinigten Staaten von Amerika als „Semiosphäre“ die übrige Welt mit einer komplexen, vernetzten Vielfalt von Zeichensystemen materieller und immaterieller Art, deren offenkundige Ambivalenz zwar seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges extern zunehmend bewusster wahrgenommen wird, die aber dennoch hinsichtlich ihrer rezeptiven Wirkung außerhalb der Vereinigten Staaten zur Aufrechterhaltung von selektiven Wahrnehmungsparadigmen beitragen.
Diese scheinen stets dazu geeignet, stereotype Facetten eines bereits seit langem tradierten, säkularen Amerikabildes zu konsolidieren; zugleich wird die religiöse Dimension als Komponente der Kulturpraxis in den USA in ihrer Bedeutung bisweilen verkannt. Eingeräumt werden muss allerdings, dass die Vereinigten Staaten – sowohl als politische Entität als auch als Nation der kulturschaffenden Instanzen – mit Blick auf die von dort ausgehenden, mehrheitlich auch international relevanten und größtenteils medial vermittelten Erzeugnisse die Botschaft eines Säkularismus konstruieren und exportieren, der in der Nation, die gläubig ist, so nicht zu finden ist.
I. Die USA: Eine Nation unter Gott: Dieses Kapitel analysiert die besondere Rolle der Religion in den USA, definiert Kernbegriffe wie Evangelikalismus und Fundamentalismus und setzt diese in den historisch-kulturellen Kontext der amerikanischen Gesellschaft.
II. Grundzüge einer African American Identity: Hier wird die Identitätsbildung schwarzer Amerikaner im Spannungsfeld von historischer Diskriminierung, sozialer Exklusion und dem Streben nach einer eigenen soziokulturellen Position innerhalb der USA untersucht.
III. Die Black Church(es) im Kontext: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung, dem Wesen sowie dem denominationalen Spektrum der Black Churches als zentralem institutionellem Rückhalt der afroamerikanischen Community.
IV. Black Evangelicalism: Hier steht das spezifisch afroamerikanische evangelikale Selbstverständnis, dessen institutionelle Organisation durch die NBEA sowie das politische Wirken der Black Evangelical Right und Left im Fokus.
V. Synopsis und Fazit: Das Kapitel führt die Untersuchungsergebnisse zusammen und bewertet die Rolle des Black Evangelicalism als multidimensionales Phänomen, das konstitutiv für die heutige afroamerikanische Identität ist.
African Americans, Evangelikalismus, Black Church, Fundamentalismus, Identität, Race, Religiosität, USA, Soziokultur, Rassismus, Empowerment, Minoritäten, Religion, Politik, Geschichte
Die Arbeit analysiert die soziokulturellen und historischen Aspekte des afroamerikanischen Evangelikalismus und dessen Einbettung in die Strukturen der Black Church innerhalb der USA.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung einer African American Identity, die Geschichte der Black Church, theologische Differenzierungen zwischen evangelikalen und fundamentalistischen Strömungen sowie politische Partizipation von Black Evangelicals.
Das Ziel ist die Identifizierung und Beschreibung eines race-determinierten Evangelikalismus, um dessen Relevanz für das kulturelle und soziale Leben schwarzer Amerikaner aufzuzeigen.
Es wird ein kulturwissenschaftlicher Ansatz verfolgt, der literarische Quellen hermeneutisch auswertet und durch die Analyse von empirischem Datenmaterial sowie historischen Kontexten ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung (I), die Identitätskonstruktion (II), die Analyse der Black Church (III) und die spezifische Untersuchung des Black Evangelicalism (IV).
Die wichtigsten Begriffe sind Black Church, African American Identity, Evangelikalismus, Rassismus, kulturelle Hybridität und religiöser Konservatismus.
Während sich weiße evangelikale Bewegungen oft stark politisieren und die Christian Right prägen, ist der Black Evangelicalism stärker von einer sozialreformerischen Tradition, einer Leidensgeschichte durch Unterdrückung und einer irdisch orientierten Gerechtigkeitstheologie geprägt.
Die National Black Evangelical Association (NBEA) dient als Beispiel für eine institutionalisierte, überkonfessionelle Plattform, die versucht, evangelikale Identität innerhalb der afroamerikanischen Gemeinschaft zu definieren und zu stärken.
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